„MoustacheLand“ in Eynatten

Was geht in unserer Gegend ab? Auf diese Frage gibt nicht nur die App der drei Eupener Moritz Kreis, Donovan Niessen und Grégory Kriescher (siehe unten) eine Antwort. Auch die Redaktion von GEneration gibt euch an dieser Stelle hin und wieder den Hinweis, wo es am Wochenende richtig abgehen wird. So kommt es zum Beispiel am kommenden Freitag bei der „Soirée Moustache“ in der Eynattener Fußballkantine zu einer nicht alltäglichen Veranstaltung. Bereits zum dritten Mal organisiert die Reserve-Mannschaft des Fußballvereins Rot-Weiß Eynatten die Party, deren Hauptaugenmerk darauf liegt, dass die männlichen Partygänger mit einem Schnauzbart feiern. In diesem Jahr heißt die Veranstaltung „MoustacheLand“ in Anlehnung an das legendäre Tomorrowland-Festival im flämischen Boom. Für die musikalische Untermalung sorgen am Freitag DJ Shain (Mainstage) und DJ M (Boiler Room of Madness). Der Eintritt kostet im Vorverkauf fünf Euro, an der Abendkasse muss man sechs Euro berappen. Wer mit einem Schnauzbart kommt, erhält ein Getränk gratis.

Mehr Infos findet ihr hier: “MoustacheLand“.

Heiner BrandDer wohl bekannteste Schnauzbart in der Handball-Welt stammt von Heiner Brand. Foto: dpa

Partysuche leicht gemacht

Am Wochenende lautet für viele Jugendliche die alles entscheidende Frage: Wo kann ich feiern gehen und auf welcher Party geht die Post ab? Mit ihrer App „Playztoobee“ wollen drei Studenten aus Eupen eine Entscheidungshilfe liefern.

Von Cynthia Lemaire

„Es ist mir bereits ein paar Mal passiert, dass ich nicht auf eine Party gegangen bin, weil ich dachte, da sei eh nichts los. Am nächsten Morgen sah ich dann die Fotos meiner feiernden Bekannten auf Facebook und habe mich geärgert, dass ich nicht dabei war“, erklärt Moritz Kreis (21). Um in Zukunft kein Partyhighlight mehr zu verpassen, ließen er und seine Freunde Donovan Niessen (21) und Grégory Kriescher (20) sich etwas einfallen. „Playztoobee“ heißt die von den drei Eupenern entwickelte App, die ihren Usern zeigt, wo wann was los ist.

Donovan Niessen, Grégory Kriescher und Moritz Kreis (v.l.n.r.) haben die App entwickelt.

Seit Ende Februar steht die kostenlose App zum Download für alle Android und iOS-Geräte bereit und langsam aber sicher verbreitet sie sich im Freundeskreis der drei Studenten und darüber hinaus. Sie zeigt dem Nutzer, welche Events in seiner Umgebung stattfinden. „Playztoobee“ konzentriert sich hauptsächlich auf die DG, zeigt aber auch Partys und Studentenfeten in Aachen, Köln und Lüttich an. „Sie hat eine Kartenfunktion, eine Kalenderfunktion und eine Funktion zum Teilen“, fasst Moritz Kreis zusammen. Im Kalender werden die verschiedenen Veranstaltungen übersichtlich aufgelistet, klickt man auf das Event, erscheinen die wichtigsten Infos (Ort, Zeit, Eintrittspreis, etc.) und eine Kurzbeschreibung. „Zurzeit speisen wir hauptsächlich den Terminkalender, aber jeder, der die App nutzt, kann und soll Events hinzufügen, damit die Spannbreite immer weiter wird“, sagt Donovan Niessen. Praktisch ist auch die Maps-Funktion, bei der der aktuelle Standort des Users erfasst wird und dieser sofort auf seinem Smartphone sieht, ob in seiner näheren Umgebung etwas los ist.
Event-Apps sind nicht neu, doch das Eupener Trio will sich mit „Playztoobee“ von vergleichbaren Formaten klar absetzen.

Screenshot (2)

Screenshot (3)Screenshot (4)Screenshots der App

„Wir sehen den Vorteil unserer App vor allem darin, dass man gezielt Namen von Freunden und Bekannten eingeben kann, und sieht, welche Events sie gerade besuchen“, erklärt Grégory Kriescher. Und hier kommt die Share-Funktion ins Spiel, die künftig die Hauptrolle bei „Playztoobee“ spielen soll: Wer auf einer Party ist, soll Fotos von der Location und den Gästen auf der Pinnwand der App posten, damit andere Nutzer sehen, ob das Event sie auch anspricht. Die App soll quasi zur Entscheidungshilfe werden, bei der Frage: Wo gehe ich hin? Dies ist vor allem praktisch, wenn zwei Partys gleichzeitig stattfinden. „Man ist gerade in der Pigalle und auf Camelot und bei Bosten steigt jeweils eine Fete. Wenn diejenigen, die vor Ort sind, Stimmungsbilder posten und Infos beispielsweise zu Musikrichtung und Getränkepreisen liefern, sieht der Playztoobee-User, was ihm eher zusagt“, nennt Moritz Kreis ein konkretes Beispiel. Die Zeiten, in denen man sich für die „falsche“ Fete entschieden hat, sollen somit vorbei sein. Damit dieses Prinzip funktioniert, sind die Macher auf zahlreiche Nutzer angewiesen: Je mehr mitmachen, desto mehr Partyinfos stehen zur Verfügung. ­Allerdings kontrollieren die drei Eupener auch, dass die Pinnwand nicht mit Posts „zugemüllt“ wird, die dort nichts zu suchen haben. Die Veranstaltungen stehen im Vordergrund.
Das Abrufen oder Hochladen der App-Infos soll nicht an einer schlechten Internetverbindung scheitern, also haben die drei Studenten das Layout schlicht in Schwarz-Weiß und die Datenmengen  relativ gering gehalten. Zunächst wollen Moritz, Donovan und Grégory ihre App so weit wie möglich unter ostbelgischen Jugendlichen und Studenten verbreiten. Spätere Zusatzfunktionen sind nicht ausgeschlossen. „Man könnte beispielsweise gewisse Veranstaltungen mit Busfahrplänen oder Telefonnummern von Taxiunternehmen verknüpfen, damit der Nutzer den Hin- und Rückweg planen kann“, hat Donovan Niessen schon konkrete Ideen für die Weiterentwicklung. Egal wie Playztoobee sich auch in Zukunft präsentieren wird, eins wissen die Entwickler mit Sicherheit: Für die Nutzer bleibt sie kostenlos.

Mehr Infos: www.playztoobee.com

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Von Bellewaerde bis Walibi

Am Wochenende öffneten die meisten Attraktionsparks erstmals für dieses Jahr ihre Pforten. Zeit, sich einen kleinen Überblick über die Preise, Highlights und Neuheiten der einzelnen Parks zu verschaffen.

Von Allan Bastin

Phantasialand

Der älteste Freizeitpark Europas ist stets auf dem neuesten Stand und ein großer Publikumsmagnet. Die klassischen Publikumslieblinge sind die Achterbahn Black Mamba, die Gondel Talocan, der rasante Wild-West-Minenzug Colorado Adventure und der Turm Mystery Castle. Neu dabei ist in diesem Jahr die Wasserbahn ­Chiapas. Tipp der Redaktion: Wenn man bis zum 30. April den Park besucht, erhält man einen gratis Eintritt, den man bis November einlösen kann.

Streit um Ausbau des Phantasialands

Die Black Mamba. Foto: dpa

Ort: Brühl (Nordrhein-Westfahlen)
Eintrittspreise: 22 Euro (Kinder bis 11 Jahre), 45 Euro (Erwachsene)

Walibi

Der wohl bekannteste Vergnügungspark in Belgien. Die Klassiker für die Großen heißen Cobra, Werwolf, Vampire und Dalton Terror. Seit dem letzten Jahr gibt es auch Psyké Underground, wo bis zu 5G-Kräfte auf einen einwirken. In diesem Jahr kann man leider keine Neu-Eröffnung verzeichnen. Die Kinder kommen in diesem Park auch nicht zu kurz. Gemeinsam können Eltern und Kinder auf die Achterbahn Calamity Mine und die Wildwasserbahn Radja River.

BELGIUM WAVRE ILLUSTRATIONS WALIBI AMUSEMENT PARK

Der wohl bekannteste Vergnügungspark in Belgien ist Walibi. Foto: belga

Ort: Wavre (Wallonisch-Brabant)
Eintrittspreise: 30 Euro, (Kinder), 35 Euro (Erwachsene)

Holiday Park Plopsa

Wie Coo und De Panne gehört auch der pfälzische Park zur Plopsa-Gruppe. Rasant zu geht es auf der 120 km/h schnellen Achterbahn BigFM Expedition GeForce oder dem Anubis Free Fall Tower. Neu erbaut wurde für dieses Jahr die Katapultachterbahn Sky Scream. Die ersten Aufnahmen zeigen Vielversprechendes. Besonders die Rolle kopfüber in 50 Metern Höhe im Zeitlupentempo und der unmittelbare rasante Sturz nach unten werden die Adrenalinproduktion stark anregen. Acht Millionen Euro wurden hierfür investiert.
Steve Van den Kerkhof

Der Holiday Park Plopsa. Foto: dpa

Ort: Haßloch (Rheinland-Pfalz)
Eintrittspreise: 28,5 Euro (Jugendliche 24,5 Euro, Kinder unter 1 Meter: 9,99 Euro)

Movie Park Germany

Wie der Name es verrät, dreht sich in diesem Park alles um die Filmwelt. Fünf Themenbereiche sind vorhanden. Besonderheit in diesem Park: Neben den üblichen Fahrattraktionen, kann man hier auch Filmstudios besichtigen. Auf der Wildwasserbahn und der Indoor-Achterbahn ist der Spaß garantiert. Und wer damit immer noch nicht genug hat, der kann mit Spongebob oder den Hauptfiguren aus Ice Age eine Runde auf den Achterbahnen drehen.

Movie Park Bottrop

Der Movie Park ist in Nordrhein-Westfalen. Foto: dpa

Ort: Bottrop Kirchhellen (Nordrhein-Westfalen)
Eintrittspreise: 29 Euro (Kinder), 35 Euro (Erwachsene)

Europa-Park

Was der Europapark auf alle Fälle bietet, ist Vielfalt. Unter den über 100 Attraktionen müsste jeder sein Glück finden. Zahlreiche Shows bieten auch Unterhaltung und strapazieren die Lachmuskeln. Die bekannteste Attraktion ist die Silver Star, die bis 2012 die höchste Achterbahn Europas war. Sowieso sind die Achterbahnen das Steckenpferd des Parks. So beschleunigt der Blue Fire Megacoaster in 2,5 Sekunden auf über 100 km/h. Einziger Nachteil: Vier Stunden dauert die Fahrt zum Europa-Park.

Neue Achterbahn im Europa-Park Rust

Foto: dpa

Ort: Rust (Baden-Württemberg)
Eintrittspreise: 36 Euro (Kinder), 41 Euro (Erwachsene)

Bobbejaanland

Im Bobbejaanland kann man in die verschiedensten Rollen schlüpfen. Sei es bei der Erforschung des Indiana Rivers oder als Westernheld in El Paso. Bei der Achterbahn Typhoon ist ein freier Fall von 25 Metern angesagt, nichts für schwache Nerven. Auch die Attraktion Sledge Hammer lässt einen die Luft anhalten. Tipp: Wer das Ticket bestellt, spart knapp 6 Euro.
Vlaanderen vanuit de lucht : ANTWERPEN

In Bobbejaanland kann man in die verschiedensten Rollen schlüpfen. Foto: belga

Ort: Lichtaart (Provinz Antwerpen)
Preise: 32 Euro (Erwachsene), 27,5 Euro (Kinder)

Plopsacoo

Dieser Park ist der kleinste der hier aufgeführten und richtet sich vor allem an die Kinder. Sei es in 65 Metern Höhe auf dem Mega Mindy Flyer oder auf der Achterbahn Vicky-The Ride, die jüngere Generation kommt auf alle Fälle auf ihre Kosten. All dies im Schatten des bekannten Wasserfalls von Coo. Durch die Nähe zur DG ist dieser Park für einen spontanen Ausflug am Wochenende ideal.
ASS HLN /MOOI WEER BEELDEN ARDENNEN

Der Plopsa-Park befindet sich in Coo, das nicht weit von der DG entfernt ist. Foto: belga

Ort: Coo (Trois-Ponts)
Preise: 9,99 Euro (Kinder), 25 Euro (Erwachsene)

Bellewaerde

Bellewaerde ist kein üblicher Attraktionspark. Neben mehreren Fahrgeschäften und anderen Attraktionen fungiert der Park ebenfalls als eine Art Zoo. Über 300 exotische Tiere können in Augenschein genommen werden. Darunter Leoparden, Tiger, Elefanten und Wallabys. Wer sich also zwischen Zoo und Attraktionspark nicht entscheiden kann, findet in Bellewaerde die Lösung.

Bellewaerde

Foto: Photo News

Ort: Iepern (Westflandern)
Preis: 26 Euro (Kinder), 30 Euro (Erwachsene)

GEneration sucht den GEtAct 2014

Musikbands und Solokünstler aufgepasst: GEneration, das Jugendmagazin des Grenz-Echos, lanciert in Zusammenarbeit mit Chudoscnik Sunergia zum mittlerweile sechsten Mal den Musikvideo-Wettbewerb GEtAct. Auf der Webseite www.grenzecho.net/getact können hiesige Bands oder Künstler ihre Musikvideos ab sofort hochladen. Die Videoplattform ist für die diesjährige Ausgabe bereits freigeschaltet. Ab Dienstag und bis zum 30. April darf jeder User dann fleißig für seinen Videofavoriten voten. Dabei sind Aufnahmen gleich welcher Art willkommen, ob künstlerisches Musikvideo oder mitreißender Konzertmitschnitt. Auch die Musikrichtung spielt keine Rolle: Rock oder Volksmusik, Coverstück oder Eigenkomposition – es werden keine musikalischen Grenzen gesetzt. Einzige Bedingung: Die Clips sollten maximal 15 Minuten lang sein, denn in der Kürze liegt die Würze. Für den Upload der Videos reicht eine kurze Registrierung. Neben den Bewertungen der Internetuser können gleichzeitig auch persönliche Kommentare zu den einzelnen Videobeiträgen abgegeben werden.

421_008_101770_St_Vith_MusImperial Tunfisch haben den Wettbewerb im letzten Jahr gewonnen. Hier ein Bild ihres Auftritts bei der St.Vither Musiknacht. Foto: GE-Archiv

Als Hauptpreis winkt der Gruppe oder dem Solokünstler mit dem höchst bewertesten Video ein Auftritt beim Eupen Musik Marathon (EMM), der am 28. und 29. Juni in der Innenstadt Eupens über die Bühne gehen wird. Doch nicht nur das. Zum einen wartet ein professionelles Fotoshooting mit dem Grenz-Echo-Fotografen David Hagemann auf den oder die Musiker. Zum anderen konnte GEneration zum zweiten Mal in Folge mit Paperplane Productions eine Videoproduktionsfirma an Land ziehen, die den Auftritt der Gewinnerband beim EMM zu einem dreiminütigen Image-Film professionell zusammenschneiden wird.

Grund genug also, sich jetzt eine Kamera zu schnappen, ein kreatives Video zu drehen und es auf www.grenzecho.net/getact hochzuladen. So haben es nämlich auch die Eupener Jungs von Imperial Tunfisch im letzten Jahr gemacht. Die Newcomer-Band konnte sich mit ihrem Video zum Lied „Special World“ unter den 13 eingereichten Videos durchsetzen. Auf dem zweiten und dritten Platz landeten Farah Rieli (mit „My Weapon“) und T84 (mit „Nights like days“).

Alle Musikvideos (auch aus den Vorjahren) kann man sich jederzeit auf der Internetseite der GEneration-Aktion anschauen.

Unsere Mode-Expertin im WDR-Fernsehen

Kürzlich wurde GEneration-Modeexpertin Jil Rosewick im WDR-Fernsehen gezeigt. In der Sendung “Lokalzeit Aachen” stand Jil vor der Kamera und erzählte aus ihrem Leben als aktive und erfolgreiche Bloggerin.

HIER entlang geht es zum Beitrag. Jillepillle

Nachwuchs-DJane Raving George im Interview

„Das eine führte zum anderen“

Charlotte de Witte (21) alias Raving George ist trotz ihres jungen Alters eine gefragte ­DJane. Sie wurde für das Dour-Festival gebucht und hat beim bekannten Radiosender Studio Brussel eine eigene Show („Playground“). Außerdem legte sie bereits auf Tomorrowland auf, und zwar im Alter von 19 Jahren auf der Mainstage.

Von Mario Vondegracht

Wann haben Sie begonnen, elektronische Musik zu hören?
Alles hat für mich eigentlich damit begonnen, dass ich meine Sekundarschule gewechselt habe. Von der Schule in der Gemeinde Evergem bin ich nach Gent ausgewandert. Zu dieser Zeit tauchte ich auch so langsam in das Genter Nachtleben ab, allerdings in die besseren, nicht-kommerziellen Clubs. Seitdem höre ich aktiv gute, elektronische Musik.
raving2Und wie sind Sie so jung DJane geworden?

Ich bin nicht groß geworden mit der festen Idee, einmal vor Publikum zu stehen und Musik zu machen. Da ich aber mit 17 Jahren leidenschaftlich gerne Musik gehört habe, war das eigentlich eine logische Folge. Die Mixtapes, die ich ursprünglich für mich selber gemacht habe, stellte ich wenig später online. Dann kam der Ball ins Rollen und das eine führte eben zum anderen.

Sie haben 2013 auf dem Camping-Gelände von Tomorrowland, auch Dreamville genannt, gespielt. Glauben Sie, dass Sie in diesem Jahr den nächsten Schritt gehen und einen Platz auf einer Bühne auf dem Festivalgelände erhalten?
Vor drei Jahren habe ich bereits an einem Wettbewerb des flämischen Radiosenders Studio Brussel teilgenommen und gewonnen. Der Hauptpreis war ein DJ-Set auf der Mainstage von Tomorrowland. Letztes Jahr war also nicht das erste Mal, dass ich vor Ort war. Ob ich in diesem Jahr wieder auf dem Festival spielen darf, weiß ich noch nicht. Tun würde ich es natürlich sehr gerne.

Wie wählen Sie Ihre Setlists für Ihre Musikshow bei Studio Brussel aus?
Ich versuche, jede Woche auf die Suche nach neuer Musik zu gehen; sei es auf Beatport oder anderen Musikportalen. Außerdem checke ich so viel wie möglich die Promomails, die ich geschickt bekomme. Ich versuche immer, ein neues Set zu liefern, in dem jede Woche andere Nummern drin sind. Das ist das Schöne an der Sendung. Hier kann ich vom Style her sehr breitgefächert auflegen, während ein gewohntes Set von Raving George doch sehr technolastig ist.

Wenn man sich so die Setlisten anschaut, mögen Sie offensichtlich Nina Kraviz.
Ich liebe allgemein Künstler, die sich durch ihre eigene Musik definieren, die sie spielen und zum Teil auch produzieren. Die Musik ist ein Teil ihrer eigenen Geschichte, die sie dem Publikum mit einem gewissen ­Understatement mitteilen können und ohne ein lukratives Ziel im Auge zu haben.

Woher kommt Ihr kreativer ­Input?
Ich werde inspiriert von Geschehnissen aus dem Alltag. Die Natur, die Sachen, die ich in den Nachrichten sehe oder höre, Geschichten, die man von anderen Menschen erzählt bekommt oder Gesprächen mit Freunden. Meine eigenen Emotionen spielen auch eine große Rolle, wenn ich auflege. Alles hängt von meiner Stimmung ab. Ist sie düster, ist auch die Musik dunkler. Ausgehen und andere Musik hören ist natürlich auch sehr wichtig für die Inspiration. Ich bin jeden Tag erstaunt darüber, wie viel gute Musik es im Endeffekt gibt und wie schnell sie an einem vorbeizieht. Es ist enorm faszinierend, die Emotionen und Gedanken einzufangen, die man erhält, wenn man die Musik von anderen intensiv hört.

Kennen Sie eigentlich Ostbelgien?
Ja, aber leider wurde ich noch nicht in dieser Gegend gebucht.

Finden Sie, dass Gent die Hauptstadt der kreativen Szene in Belgien ist?
Das ist eine schwere und vor allem gefährliche Frage. Der Begriff „kreativ“ ist schon ein sehr großes Wort. Ich liebe Gent, weil es hier eine Szene gibt, die sich von allem unterscheidet, was kommerziell ist. Es gibt viele talentierte Künstler und die Promoter sind stets auf der Suche nach etwas Neuem. Es gibt sehr gute und viele Clubkonzepte und die Open-Air-Veranstaltungen, die im Sommer stattfinden, sind für mich absolute Pflichttermine geworden. Ich denke deshalb, dass Gent eine wichtige Stadt ist für das Nachtleben in Belgien.

Gibt es – ähnlich wie Berlin – für Sie einen belgischen Sound?
Ich bin stolz darauf, Belgierin zu sein, denn wir haben eine sehr faszinierende Musikgeschichte in unserem Land. Ende der 1980er Jahre entstand eine musikalische Strömung mit dem Namen „New Beat“, das aus der sogenannten EBM (Electronic Body Music, A.d.R.) entstanden ist – einem Vorläufer der House-Musik. Ein Großteil der elektronischen Musikgeschichte ist also von Belgiern mitgeschrieben worden. Heute ist ein „belgischer Sound“ weniger prominent vertreten, obwohl ich finde, dass es eine Menge von interessanten Musikern und Produzenten in Europa gibt, die sich wieder mit ihren eigenen Sounds und Styles beschäftigen, auch in Belgien.

Sie produzieren derzeit ihre dritte EP. Wie lange dauert es, solch eine Platte herzustellen und haben Sie schon einen Namen dafür?
Das hängt ein wenig von der Zeit ab. Die Konzipierung mancher Tracks kann schnell gehen. Momentan bin ich aber damit beschäftigt, einige Remixe zu machen. Das hat momentan Vorrang. Ich habe auch noch keine Ahnung, wie die Platte heißen wird. Ich entscheide das später, wenn der Klang des ­Albums steht und die einzelnen Tracknamen.

 Einen Remix von Raving George für das britische Elektronik-Duo autoKratz sowie weitere Sets auf dem Soundcloud-­Account von Raving George unter: www.soundcloud.com/ravinggeorge1. HQ
Fotograf: Kurt Vandeweerdt
Grafikdesigner: Louise Mertens

Adrien ­Rousseaux reist nach Thanet

Der 17-jährige Adrien Rousseaux aus Kettenis hat ein von GEneration lanciertes Gewinnspiel gewonnen und wird im Rahmen der Aktion „Europa-Brücke 2014“ des Deutsch-Britischen Schülerdienstes im Sommer drei Wochen mit anderen Jugendlichen nach England reisen. Der Abiturient des Königlichen Athenäums Eupen wird bei dieser Begegnungsfahrt die Möglichkeit haben, seine Englischkenntnisse zu verbessern. Durch das Leben in einer englischen Familie, durch die Begegnung mit englischen Jugendlichen und durch den Besuch eines Sprachkurses am Thanet-College soll das Lernen nahezu „automatisch“ erfolgen. Es gibt zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen und Ausflügen, um Land und Leute kennenzulernen. So soll eine interessante Mischung aus Erholung und Bildung entstehen. Der 17-Jährige, der Betriebswirtschaft studieren will, war einer von 25 Gewinnspiel-Teilnehmern. Die Frage, die wir an dieser Stelle vor zwei Wochen stellten, lautete: „Wo liegt Thanet?“. Rousseaux antwortete richtig, nämlich im Nordosten der Grafschaft Kent, die sich wiederum im Südosten Englands befindet. Wir gratulieren natürlich!

Paludia – die einzige deutschsprachige Studentenvereinigung Lüttichs

Die studentische Nord-Süd-Verbindung

Eupen und Eifel trennt nicht nur das Hohe Venn, sondern auch so manche Sitte. Ganz klar, dass es da auch gelegentlich zu der einen oder anderen Meinungsverschiedenheit kommt. Doch es gibt eine Organisation, in der beide Kulturen schon seit Generationen freundschaftlich zusammenfinden: die Studentenvereinigung Paludia.
Text und Fotos: Nathanael Ullmann
In der Lütticher Paludia sind sowohl Studenten aus dem Eupener Raum als auch Studenten der Eifel zu Hause. Bereits 1960 gründete sich die VoG im Raum Malmedy-St.Vith. „Irgendwann kam dann Eupen dazu, und danach hat sich auch Malmedy abgespalten. Aber lange Zeit war die Paludia zweisprachig“, sagt der Paludia-Präsident Mike Margreve. Mittlerweile ist die Paludia die einzige deutschsprachige Studentenvereinigung in Lüttich. Margreve: „Das ist schon etwas Besonderes. Wenn wir beispielsweise eine Karnevals-Soirée organisieren, um unsere Kultur näher zu bringen, weil es in Lüttich keinen wirklichen Karneval gibt.“
paludia (4)Mike Margreve ist Präsident der Paludia.
Die Vereinigung hat derzeit etwa 30 bis 35 sehr aktive Mitglieder. Beim Stiftungsfest, dem Highlight des Jahres, kommen aber bis zu 130 aktive und ehemalige Mitglieder zusammen. Streit zwischen dem Norden und dem Süden gebe es an dieser Stelle keinen, so der 21-jährige Margreve. Man ärgere sich allenfalls gelegentlich, sonst sei die Herkunft kein Thema: „Wir sind Paludianer, nicht Eupener oder Eifeler“, so der Präsident. Selbst bei der Frage, bei welchem Karnevalszug, dem Eupener oder einem im Eifeler Raum, die Paludia denn mitgehe, habe die Vereinigung schnell gelöst. Die Eifel sei einfach praktischer gewesen, da man so den Umzugswagen nicht über das Hohe Venn hätte bringen müssen. Außerdem seien dieses Mal mehr Eifeler im Karnevalskomitee vertreten gewesen.
Mike Margreve weiß viele Beispiele zu nennen, die das enge Verhältnis von Eupen und Eifel in der Paludia aufzeigen. So gibt es beispielsweise ein paar Familien, sowohl aus Eupen als auch aus der Eifel, deren Mitglieder alle „getauft“ (also in die Paludia aufgenommen worden) sind und die noch heute jedes Jahr zusammen in den Center Park fahren. Auch Margreves Taufpate (also die Person, die den Täufling während der Vorbereitungszeit zur Studententaufe begleitet) ist aus Eupen, er selbst stammt aus Schoppen. Trotz allem kommen die beiden selbst heute noch „supergut“ miteinander aus, auch wenn selbstverständlich die Unterschiede gelegentlich deutlich werden: „Ich habe mit meinem Taufpaten oft Skat gespielt. In Eupen nennt man die eine Karte ‚Pik‘, in der Eifel heißt sie ‚Schöppe‘. Deshalb ist auch mein Taufname bzw. Biername ‚Schöppe‘“, erzählt der 21-Jährige. Dass das Gemeinschaftsgefühl in der Studentenvereinigung so stark ist, dafür sorgt mit Sicherheit auch die bereits erwähnte Taufe.
Was genau während dieses Ereignisses im Chapiteau, dem Festzelt in Lüttich, passiert, ist streng geheim. Aber ein paar Details verrät der Präsident der Paludia trotzdem: Den Anwärtern für die Aufnahme in die Paludia wird je ein Taufpate zugeteilt, der sie während der Taufvorbereitung begleitet. Alle Anwärter zusammen müssen während fünf bis sechs Wochen einmal die Woche eine „Bleusaille“ absolvieren, während der sie getestet werden. Beispielsweise müssen sie aneinander gebunden durch Lüttich laufen und Fotos schießen, oder es wird eine Stadttour gemacht, bei der ihnen die Sehenswürdigkeiten der Stadt näher gebracht werden.
Und natürlich werden den Novizen auch Studentenlieder gelehrt, die seit Generationen weitergegeben werden. Nach dieser Probezeit kommt dann die Taufe im Zelt, in der die Anwärter ein letztes Mal getestet werden. Bestehen sie diesen Test, werden sie getauft, bekommen ihren Tauf- bzw. Biernamen und dürfen fortan mit einer Penne, einer Studentenkappe, herumlaufen. Diese Mütze zieren verschiedenste Abzeichen. „Der Eupener Clown steht beispielsweise dafür, dass ich deutschsprachig bin. Jeder goldene Stern steht für ein bestandenes Jahr in Lüttich“, erzählt der 21-Jährige.
paludia (1) Und noch ein kleines Detail gibt es: Katholische Universitäten haben keinen Sonnenschutz vor der sogenannten “Calotte”, liberale Universitäten allerdings mit ihrer “Penne” schon. Margreve erklärt, dass die Tradition ursprünglich dafür gedacht sei, damit Gott nicht sehe, was man während des Feierns so alles anstellt. Ist man einmal getauft, stehen einem sämtliche Türen bei der Paludia offen. So wird beispielsweise jedes Jahr im Juni ein Ausflug gemacht, Soirées werden veranstaltet und natürlich wird das erwähnte Stiftungsfest abgehalten. Das beginnt an einem Freitag mit einer kulturellen Aktion wie Theater oder Kino, am Samstag wird dann mit den Ehemaligen ein Museum besucht und Samstagabend wird dann die traditionelle „Kneipe“ abgehalten: „Da gibt es dann ein Präsidium, dass den Abend mit Liedern, Witzen und Reden leiten muss. Und für gewisse Aktionen, beispielsweise, wenn jemand reden oder aufs Klo gehen will, gibt es lateinische Formeln“, ist Mike Margreve begeistert. Besonders schön ist es, wenn die „Kneipe“ um zwei Uhr beendet ist und dann alte und neue Paludianer, aus Nord und Süd zusammenfinden  – beispielsweise, um Luftgitarre zu spielen und um die Wette zu feiern.

Wer will nach England reisen?

Ein junger GEneration-Leser darf im Rahmen der Aktion „Europa-Brücke 2014“ des Deutsch-Britischen Schülerdienstes im Sommer kostenlos drei Wochen mit anderen Jugendlichen nach England reisen.
Bei dieser Begegnungsfahrt werden die Mädchen und ­Jungen Gelegenheit haben, ihre Englischkenntnisse anzuwenden und zu verbessern. Durch das Leben in einer englischen Familie, durch die Begegnung mit englischen ­Jugendlichen, und durch den Besuch eines Sprachkurses am Thanet-College erfolgt das Lernen nahezu „automatisch“. Daneben soll das Verständnis füreinander gefördert werden, sodass sich Freundschaften entwickeln, die diese Reise überdauern. Es gibt zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen und Ausflüge, um Land und Leute kennenzulernen. So soll eine interessante Mischung aus Erholung und Bildung entstehen.
Wer mitfahren möchte, muss folgende Frage beantworten: Wo liegt die Ortschaft Thanet?
Schickt einfach eine Mail mit euren Angaben an generation@grenzecho.be. Das Mindestalter ist elf und das Höchstalter 18 Jahre. Der Gewinner wird an dieser Stelle in zwei Wochen benachrichtigt. Einsendeschluss der Mail ist der 16. März 2014.  (mv)
Wer nähere Infos über die Reise braucht, der kann ­kostenloses Info-Material
per E-Mail anfordern: info@schuelerdienst.com.