JGV Espeler, einfach unverbesserlich

Am Karnevalswochenende wird Ostbelgien mit hunderten Clowns, Cowboys, Vampiren und Piraten bevölkert sein. Inmitten dieser Truppen von Karnevalisten  wird eine Truppe kleiner gelber Männchen sicherlich auffallen: die „Minions“ des JGV Espeler.
Von Allan Bastin
Die meisten werden die „Minions“ aus dem Film „Ich – Einfach unverbesserlich“ (siehe rechts) kennen. Die anderen haben die kleinen gelben Männchen vielleicht mal als Emoticon im Facebook-Chat benutzt.  Wer sich jedoch darunter überhaupt nichts vorstellen kann, der sollte am Karnevalswochenende in Deidenberg und Oudler vorbeischauen. Unter dem Thema „Espeler – Einfach unverbessserlich“ wird dort die rund 35 Mann starke Truppe des Junggesellenvereins (JGV) Espeler die Straßen unsicher machen und den Zuschauern beste Unterhaltung bieten. Was am Tag selbst als gelassen und selbstverständlich wahrgenommen wird, erforderte zuvor eine wochenlange Vorbereitung.
IMG_7763Während andere die Weihnachtsgans einkauften oder auf der Suche nach den letzten Geschenken waren, trommelte der Präsident des JGV Espeler, Yannick Weber, seine Leute zusammen. Auf dem Programm der Versammlung stand Karneval. Relativ schnell kristallisierte sich dort das Thema der „Minions“ heraus. „Wir hatten jedoch Angst, dass wir nicht die passende Verkleidung finden würden, da das Thema doch relativ ausgefallen ist“, erklärt Yannick Weber. Als man jedoch die richtigen Kostüme ausfindig machte und diese bedruckt werden konnten, stand der Begeisterung der Mitglieder nichts mehr im Weg.
karneval (2)Sogleich begannen die Männer auch mit der Realisierung des Karnevalswagens. Während sich das einzige Mädchen des Vorstandes um die Kostüme kümmerte, nahm Yannick Weber die Planung des Wagens selbst in die Hand. Dabei wollte man sich nicht auf einen einzigen Wagen beschränken: So wird das Haus und das Fahrzeug des Anführers der „Minions“, der „Gru“ heißt, nachgestellt. Den Bösewicht selbst wird man ebenfalls auffinden. Und als kleines Special wird eine Szene aus dem Film zu sehen sein, in der die „Minions“ an einer Lampe hängen und durch die Gegend geschleudert werden. „Das wird noch etwas knifflig werden, aber wir bleiben dran“, erzählt der Präsident.
Gearbeitet wird seit zirka zwei Monaten mehrmals pro Woche in einer Scheune, die dem JGV freundlicherweise von einem langjährigen Gönner zur Verfügung gestellt wird: „Wir sind ihm dafür sehr dankbar. Dort sieht es danach auch aus wie eine Sau, doch glücklicherweise macht das dem Besitzer nichts aus.“
IMG_7771Anwesend sind beim Wagenbau meist rund 20 Jungen und Mädchen. Die Rollenverteilung ist klar: Während die Männer sich um den Bau des Wagens kümmern, designen die Frauen die „Minions“-Kostüme.  Die Stimmung beim Basteln ist nicht zu toppen, auch wenn tatkräftig bei der Arbeit meist lediglich ein harter Kern von zehn Personen ist. Die Schuld hierfür schiebt Weber sich aber mit einem Lächeln selbst in die Schuhe: „Ich hatte die Idee, eine gemütliche kleine Hütte mit Getränken einzurichten. Das war wohl ein großer Fehler, da die Leute meist nur noch dort hocken. Da ist es schon schwierig, als Präsident die Leute bei der Arbeit zu halten.“ In diesem Jahr entschlossen sich die Junggesellen dazu, weniger mit Servietten-Rosen und mehr mit Pappmaschee zu arbeiten. Die Frage, ob der Präsident des Vereins keine Angst habe, durch fehlende Rosen, die beim Veranstalter gut angesehen sind, weniger Geld aus dem Erlös des Umzuges zu erhalten, verneint Weber. „Wir haben eigentlich immer ein gutes Verhältnis zu den Organisatoren gehabt, sodass wir eigentlich schnell in derselben Preisklasse landen.“ Dem fügt Weber hinzu, dass sie „auch einen schönen Wagen ohne Rosen hinbekommen. Das wissen die Veranstalter“. Dass der JGV Espeler bei den Karnevalisten einen guten Namen hat, weiß der 24-Jährige: „Wir sind schon des Öfteren von den Organisatoren anderer Umzüge gefragt worden, ob wir zu ihnen kommen wollen. Da wir uns aber mit den aktuellen Veranstaltern gut verstehen und in Deidenberg immer eine ausgelassene Stimmung herrscht, sehe ich keinen Grund zu wechseln“, sagt Weber, der sich vor allem auf den kommenden Samstagmorgen freut. „Das ist der schönste Moment beim Karnevalswagenbau. Wenn der Wagen die Scheune verlässt und der ganze Verein sieht, was wir geleistet haben. Da bin ich jedes Mal überglücklich.“
karnevalFotos: Alexander Kuckart
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