GetAct 2014: Gewinnerband Kissing Gourami im Porträt

Fische auf’m Hund

Bereits zwei Mal spielte Kissing Gourami auf dem Eupen Musik Marathon (EMM). Aber aller guten Dinge sind drei, dachten sich die Pop-Musiker, und bewarben sich beim GEneration-Musikvideowettbewerb GEtAct. Und siehe da: Die drei Herren haben gewonnen und dürfen im Juni beim EMM auf der Bühne „Auf’m Hund“ spielen.
Von Nathanael Ullmann
Kissing_Gourami
Bereits seit sieben Jahren machen Korneel Steukers, Olaf Klopprogge und David Kirschvink zusammen Musik, die eigentlich gar nicht in irgendein Muster passen will, sich aber noch am ehesten als „Pop“ beschreiben lässt. „David spielt auf dem Bass ganze Melodien. Deshalb hat unsere Musik einen ganz eigenen Sound“, erzählt Steukers im Interview. Dazu kommt Olaf Klopprogge, der ursprünglich auf dem Klavier für Jazz-Musik sorgte, jetzt aber in der Band Schlagzeug spielt und ebenfalls einen eigenen Rhythmus mitbringt. Zusammengemischt gibt das eine entspannende, sorglose Musik.
Auch das Alter der Gruppen­mitglieder macht sie zu etwas Besonderem. Ein 36-Jähriger, ein 44-Jähriger und ein 50-Jähriger finden hier zusammen und machen gemeinsame Sache. Das habe aber noch nie zu Problemen geführt, verraten sie im GEneration-Gespräch.
Etwa einmal im Monat hat die Gruppe eine Show. „Meistens haben wir die Auftritte im Aachener Raum. In unserer Region ist es schwer, seinen Bekanntheitsgrad zu steigern“, so Leadsänger Steukers. Vor allem die Nachfrage sei nicht immer gegeben, man mache schließlich Nischenmusik.
Mehr Auftritte will die Gruppe aber auch gar nicht geben, schließlich sind alle drei Männer berufstätig, und neben der Familie bleibt da nicht viel Zeit für das Vergnügen.
Trotz allem kommen die Musiker einmal in der Woche in einem Eynattener Keller zusammen, um zu proben. Ein großes Muss bei jedem Treffen ist Haribo Colorado. „Zu jeder Probe bringe ich eine Packung mit. Die Jungs scheinen die einfach zu mögen. Und als wir dann den GEtAct-Wettbewerb gewonnen haben, gab es sogar eine große Packung“, sagt der 44-Jährige.
Auch die Live-Auftritte der Band haben einen ganz eigenen Charakter. Zum Beispiel steht bei jedem Auftritt ein Aquarium mit einer Fisch-Folie auf der Bühne. Das passt zum Namen. „Kissing Gourami“ sind nämlich tatsächlich Fische, die ihre Revierkämpfe über den Mund austragen, was wie ein Kuss aussieht. „Ich kam auf die Idee durch ein Mädchen, dass ihre Turnschlappen immer verkehrt herum angezogen hat. Also hat ihr ihre Mutter Fische darauf genäht, und gesagt, wenn diese sich küssen, sind die Schlappen richtig herum angezogen. Dadurch habe ich mich an diese Fische erinnert, und habe nachgeforscht“, erzählt der Sänger und Gitarrist.
Neben dem Aquarium ist auch immer eine Landkarte im Gepäck. Die zeigt allerdings nicht die Welt, wie man sie kennt, sondern aus der Sicht des Nordpols. Diese Requisiten sollen dazu dienen, neben der Musik auch optisch den ein oder anderen Blickfang auf der Bühne zu bieten. Dadurch hätten die Auftritte auch oft etwas von einer Geografiestunde, so der Sänger. Dass die Gruppe beim GetAct-Wettbewerb teilgenommen hat, rührt ebenfalls von einem Live-Auftritt her. In Hauset ist bei einer Show ein gutes Video vom Lied „In Your Dreams“ entstanden. Die Band lud es hoch und bekam die besten Stimmen.
Auf ihren Auftritt freuen sich die Belgier sehr. Aber auch das Fotoshooting kommt ihnen gelegen: „Wir können einfach nicht so gut Fotos machen“, sagt Steukers. Dabei wird die Band das professionell hergestellte Video ihres Auftritts auch mit Freuden in Empfang nehmen.
Nach dem Auftritt beim EMM will die Gruppe dann so weitermachen wie bisher. Allerdings suchen die drei Männer noch nach einem weiteren Musiker oder einer Musikerin, die oder der mit einem Tasteninstrument umgehen kann, beispielsweise einem Klavier, Keyboard oder Synthesizer. Steukers: „Noch toller wäre es, wenn die Person noch ein ganzes Stück jünger wäre, dann hätten wir noch mehr Generationen in unserer Gruppe.“
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GEneration sucht den GEtAct 2014

Musikbands und Solokünstler aufgepasst: GEneration, das Jugendmagazin des Grenz-Echos, lanciert in Zusammenarbeit mit Chudoscnik Sunergia zum mittlerweile sechsten Mal den Musikvideo-Wettbewerb GEtAct. Auf der Webseite www.grenzecho.net/getact können hiesige Bands oder Künstler ihre Musikvideos ab sofort hochladen. Die Videoplattform ist für die diesjährige Ausgabe bereits freigeschaltet. Ab Dienstag und bis zum 30. April darf jeder User dann fleißig für seinen Videofavoriten voten. Dabei sind Aufnahmen gleich welcher Art willkommen, ob künstlerisches Musikvideo oder mitreißender Konzertmitschnitt. Auch die Musikrichtung spielt keine Rolle: Rock oder Volksmusik, Coverstück oder Eigenkomposition – es werden keine musikalischen Grenzen gesetzt. Einzige Bedingung: Die Clips sollten maximal 15 Minuten lang sein, denn in der Kürze liegt die Würze. Für den Upload der Videos reicht eine kurze Registrierung. Neben den Bewertungen der Internetuser können gleichzeitig auch persönliche Kommentare zu den einzelnen Videobeiträgen abgegeben werden.

421_008_101770_St_Vith_MusImperial Tunfisch haben den Wettbewerb im letzten Jahr gewonnen. Hier ein Bild ihres Auftritts bei der St.Vither Musiknacht. Foto: GE-Archiv

Als Hauptpreis winkt der Gruppe oder dem Solokünstler mit dem höchst bewertesten Video ein Auftritt beim Eupen Musik Marathon (EMM), der am 28. und 29. Juni in der Innenstadt Eupens über die Bühne gehen wird. Doch nicht nur das. Zum einen wartet ein professionelles Fotoshooting mit dem Grenz-Echo-Fotografen David Hagemann auf den oder die Musiker. Zum anderen konnte GEneration zum zweiten Mal in Folge mit Paperplane Productions eine Videoproduktionsfirma an Land ziehen, die den Auftritt der Gewinnerband beim EMM zu einem dreiminütigen Image-Film professionell zusammenschneiden wird.

Grund genug also, sich jetzt eine Kamera zu schnappen, ein kreatives Video zu drehen und es auf www.grenzecho.net/getact hochzuladen. So haben es nämlich auch die Eupener Jungs von Imperial Tunfisch im letzten Jahr gemacht. Die Newcomer-Band konnte sich mit ihrem Video zum Lied „Special World“ unter den 13 eingereichten Videos durchsetzen. Auf dem zweiten und dritten Platz landeten Farah Rieli (mit „My Weapon“) und T84 (mit „Nights like days“).

Alle Musikvideos (auch aus den Vorjahren) kann man sich jederzeit auf der Internetseite der GEneration-Aktion anschauen.