Mit dem richtigen Profilbild zum Traumjob

Ein Schnappschuss von der letzten Party oder ein Selfie im Bikini am Strand und die Likes der Freunde auf Facebook sind einem quasi sicher. Wer auf Jobsuche ist, sollte sich bei der Wahl seines Profilbildes jedoch einige Gedanken machen, denn dieses Foto kann unter Umständen die berufliche Karriere beeinflussen – negativ wie positiv.

 

Von Carsten Lübke

Je ansprechender das Facebook-Profilfoto, desto eher kommt die Einladung zum Vorstellungsgespräch, so lautet das Fazit einer Studie der Genter Universität. Der Analyse zufolge schaut sich der potenzielle Arbeitgeber auch in sozialen Netzwerken die Fotos eines Bewerbers an. Jobsuchende mit einem durchdachten Profilbild haben knapp 40 Prozent mehr Einladungen zu Bewerbungsgesprächen erhalten. Für Stijn Baert, Professor an der Universität Gent und Autor der Studie, ist daher klar: „Obwohl sicher nicht alle Arbeitgeber auf Facebook surfen, ist das persönliche Profilbild im Bewerbungsfall mindestens so wichtig, wie das gedruckte Bild, das der eigentlichen Bewerbung beigefügt wird. Das zeigt, dass sich die digitale Welt gar nicht so sehr von der analogen Welt unterscheidet.“ Während in den USA jeder zweite Personaler Facebook und andere soziale Netzwerke der Bewerber checken würde, seien es in europäischen Ländern deutlich weniger, schreibt Baert. Allerdings zeige der Trend nach oben. Fazit: Trotz aller Vorsätze beurteilen viele Menschen andere zuerst nach dem Äußeren. Ein gelungenes Profilbild auf Facebook ist daher Pflicht – insofern man die persönlichen Jobchancen erhöhen möchte. Aber worauf ist bei dem Profilbild für das soziale Netzwerk zu achten? Fotografin Tanja Wilden aus Eupen gibt Tipps, worauf ihr bei der Auswahl und Aufnahme eures Profilbildes achten solltet.

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Tipp 1 : Tabak, Alkohol und Sonnenbrille bitte nicht! Fotos: Tanja Wilden

Sonnenbrillen strahlen keine Coolness aus – zumindest nicht bei der Jobsuche. „Im Gegenteil. Die Sympathiewerte der Person sinken, denn der Betrachter weiß nicht, wer hinter den dunklen Gläsern steckt. Aber auch Haare, Hüte oder andere Gegenstände sollten die Augen nicht verdecken“. Alkohol, Zigaretten und nackte Haut haben ebenfalls nichts auf einem Foto verloren. „Das wirkt für jeden Arbeitgeber einfach unseriös“, erklärt Tanja Wilden.

 

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Tipp 2: Duckface, Partypic oder Selfie sind alles andere als förderlich

Wer sich besonders freizügig oder aufreizend präsentiert, wird schnell als leichtlebig eingestuft“, warnt die Fotografin. Achtung: Finger weg von Selfies und Gruppenfotos. „Auch wenn Selfies der absolute Trend sind, sollten sie nicht als Profilbild genutzt werden, denn die meisten Personalverantwortlichen erwarten ein ‚professionelles‘ Bild“, so Wilden. Gruppenfotos sollten ebenfalls vermieden werden. „Es geht um dich und nicht um deine Freunde auf dem Bild.“ Das Foto sollte außerdem immer up to date sein. „Alte Bilder fördern nicht unbedingt die Jobchancen.“

 

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Tipp 3: Der richtige Hintergrund

Ob in der Natur, bei der Arbeit oder im Studio: Hintergrund und Umgebung haben einen Einfluss auf die Wirkung des Bildes. Wilden: „Jeder kann seinen Lieblingsort für das Foto wählen. Ein junger Mensch, der stilsicher und berufsorientiert auf dem Bild auftritt, verkörpert für den künftigen Chef eine Überzeugung. Aber es kann für Facebook auch ruhig mal der Casual-Look sein. Trotzdem ist es immer wichtig auf, die Farbkombination der Kleidung zu achten.“

 

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Tipp 4: Weniger ist mehr: Finger weg von der Nachbearbeitung

Bloß nicht mit Photoshop übertreiben. „Fast jede übertriebene Nachbearbeitung hat einen negativen Einfluss auf das Bild. Ein Schwarz-Weiß-Bild hat einen charakteristischen Effekt.”

Ein dezentes, natürliches und gesundes Lächeln ist viel wertvoller. Lieber die Zähne zeigen als die rot geschminkten Dugface-Lippen. So erhöht man nicht nur die Sympathie, sondern strahlt auch gleichzeitig Kompetenz und Einfluss aus“, so Tanja Wilden.

 

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Tipp 5: Hobby rückt Persönlichkeit ins rechte Licht

Wer ein spannendes Hobby hat, ist gut beraten, sich dabei ablichten zu lassen. „Eine interessante Tätigkeit kann hier wahre Wunder wirken. Schließlich ist Facebook keine Online-Plattform für Business-Kontakte, sondern in erster Linie Freizeit”, erklärt Wilden. „Es sollten immer die Benutzereinstellungen des persönlichen Profils beachtet werden, sodass die Freunde in einer Bewerbungsphase keine peinlichen Bilder ohne deine Zustimmung an deine Facebook-Timeline posten können“, rät die Eupenerin.

Wer ist eigentlich Uwe?

Uwe. Das klingt so retro, irgendwie auf dem Boden geblieben, auf schräge Weise hip. In den 1920er Jahren hießen Männer Uwe. Heute nennt sich das im Juli 2015 gegründete Modelabel von Stolbergerin Dori Kleinen (24) und Kelmiser Olli Bütz (23) UWE Apparel. Der Name hätte treffender nicht sein können.

Von Laura Knechtel

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Dori und Olli haben UWE Apparel gemeinsam im Juli 2015 gegründet. Fotos: Mirko Nyssen

„Uwe ist kurz, knackig und leicht zu merken. Wir sind durch den Namen nicht eingeschränkt“, erklärt Dori. Beim Treffen mit GEneration ist die Geografie-Studentin natürlich in UWE gekleidet. Ihr Lieblingsteil: Die „Malades College-Jacke“ in schwarz. Das Modelabel entstand nämlich aus genau diesem Grund: Dori und Olli – seit einem Jahr ein Paar – hatten Lust auf eigene Klamotten. Batik gefiel ihnen gut, also schnappten sie sich anfangs einfach ein paar T-Shirts, die passenden Farben und schon gab es die ersten UWE-Einzelstücke. Die Idee kam nicht nur bei den Designern gut an, sondern auch bei Freunden, und so sollte ein Modelabel entstehen. Das nötige Know-How dafür hatte Olli. Er musste zur selben Zeit als Endarbeit seiner Grafiker-Ausbildung auch ein Label gründen. Heute, nach seinem Abschluss, arbeitet er beim Kreativbureau in Eupen und nebenher eben als Besitzer eins Modelabels. Und auch die Namensgebung ist dem Grafiker zuzuschreiben. Denn er nannte Doris Hund Balu immer Uwe – einfach, weil er es witzig fand. Damit blieb der Name haften.

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Doris Hund Balu darf auf den Bildern natürlich auch nicht fehlen. Er ist von Anfang an Teil der UWE-Family.

Der gebürtige Kelmiser ist außerdem für die Umsetzung der vielen Designideen zuständig. Am Logo hat er beispielsweise fünf Monate gesessen. „Es war ein langer Prozess und irgendwann musste ich auch mal sagen: jetzt ist Schluss“, so Olli. „Er ist wirklich ein Perfektionist“, findet Dori. „Aber wir sind bei UWE überall mit Herzblut dabei. Und das muss auch so sein.“ Sie stellt ihre Wohnung in Aachen als Hauptquartier von UWE Apparel zur Verfügung, noch gibt es UWE nämlich nur online zu kaufen. Dort näht sie in Handarbeit die Etiketten auf alle Mützen, Hoodies, Sweater, Jutebeutel, College-Jacken sowie T-Shirts und pflegt den Kundenkontakt. Sie ist der „Schlüssel zu den Kunden“, findet Olli. Und das ist ein 24-Stunden-Job. Denn Bestellungen können jederzeit eintrudeln. „Hauptsächlich versenden wir innerhalb Deutschlands und auch nach Ostbelgien. Aber wir haben auch schon Bestellungen aus Australien, Österreich, Algerien, Schweden und Slowenien erhalten“, erzählt die 24-Jährige. So läuft eine Kundenanfrage dann auch gerne mal nachts um zwei Uhr ein. „Ich versuche trotzdem, auf alle Anfragen schnell zu reagieren. Wir sind selber sehr ungeduldige Menschen, was Online-Bestellungen betrifft, deshalb wollen wir unsere Kunden auch nicht warten lassen“, lacht Dori.

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Pizza ist nicht nur Doris und Ollis Lieblingsessen, sondern kommt auch als Kleidung (Pizza-Beanie) hervorragend bei den Kunden an.

Darüber hinaus ist UWE auch bei Instagram, der hauseigenen „Werbeplattform“, wie Dori es beschreibt. Hier postet die Stolbergerin regelmäßig Bilder von neuen Kollektionen oder auch mal von Pizza. Denn dieses Gericht kommt bei den Kunden besonders gut an: „Unser Pizza-Beanie verkauft sich mit am besten. Ebenso wie das T-Shirt Banana Leaf“, weiß Olli. Mit dem Social-Media-Kanal hat das Paar auch anderweitig sehr gute Erfahrungen gemacht, denn dort haben sich Dori und Olli kennen gelernt. „Olli hat mich eines Tages einfach angeschrieben“, erzählt die Blondine mit dem Nasenpiercing. Das war ungefähr vor einem Jahr. Dass die beiden nur wenige Monate später zudem Geschäftspartner sein würden, hätten sie damals wohl nicht geahnt. „Wir sind ein gutes Zwei-Mann-Unternehmen“, so die Studentin. Es sei sogar von Vorteil, dass die beiden ein Paar sind, meint Olli: „Wir müssen zum Beispiel keine Meetings vereinbaren. Klar, es kommt schon mal vor, dass wir eigentlich einen ruhigen Abend geplant haben, mit der Pizza vorm Fernseher sitzen und dann trotzdem über UWE sprechen. Aber das hat bisher noch nie gestört.

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Obwohl UWE täglich Zeit in Anspruch nimmt, ist das Modelabel bislang nur ein Nebenjob für die beiden. „UWE ist für uns nicht Plan A, da machen wir uns nichts vor“, ist Dori realistisch. Dennoch, das Label trägt sich mittlerweile von selbst. „Wenn wieder Geld auf dem Konto landet, freuen wir uns, dass wir neue Produkte für UWE herstellen können“, sagt Olli. So kann sich das Unternehmer-Pärchen auch Fair-Trade-Kleidung leisten. Einen richtigen Fünf-Jahres-Plan gibt es vorerst aber nicht. „Wir haben so viele Ideen, von denen 90 Prozent meistens sofort wieder in der Tonne landen. Aber cool wäre es, wenn wir uns irgendwann komplett in UWE einkleiden könnten“, sagt der 23-Jährige. „Im Moment arbeiten wir fleißig an den Sommersachen und ab April sollen ganz neu Pins, also Anstecker, dazu kommen.“

Wie (k)ein Ei dem anderen

Laura und Susanne Herzhoff aus Recht sind Zwillinge und wissen daher genau, wie es ist, auf mehr als nur einen Vornamen hören zu müssen. Meist nehmen die Leute die beiden 20-Jährigen als ein und dieselbe Person wahr. Denn obwohl sie nicht eineiig sind, gleichen sie sich wie ein Ei dem anderen.

Von Sofia Hammes

 

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Laura (oben) und Susanne werden of miteinander verwechselt. Foto: Sofia Hammes

„Und wer ist nun wer?“ – Diese Frage haben Susanne und Laura Herzhoff aus Recht schon gefühlte hunderttausend Mal gehört. Auf den ersten Blick scheint es fast unmöglich, die 20-jährigen Zwillinge voneinander zu unterscheiden: Ein schmales Gesicht mit kantigen Gesichtszügen, dunkelblondes, schulterlanges Haar. Die grün-braunen Augen schauen unter einer hohen Stirn hervor, darunter eine markante Nase. Der einzige erkennbare Unterschied: Susanne hat sich ihre Haare nach hinten gesteckt, Laura hingegen trägt ihren langen Pony seitlich gekämmt. Körperliche Merkmale, durch die man die beiden voneinander unterscheiden könnte, gibt es kaum. „Ich habe ein Muttermal rechts am Hals“, verrät Laura. „Und ich bin ein paar Zentimeter größer“, fügt Susanne hinzu. Viele Leute brauchen diese kleinen Tipps, um zu wissen, mit wem sie es eigentlich gerade zu tun haben. Doch nur, weil die beiden – fast – gleich aussehen, heißt das noch lange nicht, dass sie auch ein und dieselbe Person sind. Das kommt jedoch in den Köpfen vieler Leute nicht wirklich an. „Für sehr viele sind wir immer nur die Zwillinge, die Herzhoff-Twins. Oft nennen uns die Leute nicht mal bei unseren Vornamen“, sprudelt es aus Susanne heraus und die beiden geben ehrlich zu: „Das kann manchmal ganz schön nerven.“ Vor allem, weil die Zwillinge eigentlich in mancherlei Hinsicht komplett verschieden sind. Das fange schon morgens beim Aufstehen an. Während Laura immer pünktlich zum Weckersignal aus den Federn hüpft, ist Susanne ein Morgenmuffel wie er im Bilderbuch steht. Laura ist ordentlich, immer unter Strom und lässt sich von kleinen Alltagssorgen nicht das Leben vermiesen. Susanne hingegen ist nachdenklich und sehr loyal, und auch mit der Ordnung hat es die 20-Jährige nicht so. Und dennoch – oder vielleicht auch genau wegen dieser Unterschiede – sind die beiden ein eingespieltes Team.

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Früher waren die Zwillinge immer im gleichen Outfit unterwegs. Foto: privat

Am 19.03.1995 kamen Laura und Susanne zur Welt – und waren von dort an unzertrennlich. Egal, wo sie damals auftauchten, immer trugen sie die gleichen Klamotten. „Mama hat da immer Wert drauf gelegt, manchmal hatten wir auch die gleichen Kleider, aber in unterschiedlichen Farben“, erinnert sich Susanne. Ob es damals genervt hat, immer die gleichen Outfits wie die Schwester zu tragen? Susanne und Laura sind einer Meinung: Überhaupt nicht! Heute sei es ihnen jedoch umso wichtiger, sich optisch voneinander zu unterscheiden. Susanne ließ sich einmal sogar einen Pony schneiden, nur um anders auszusehen. Heute haben die 20-Jährigen zwar dieselbe Frisur, achten jedoch auf unterschiedliche Outfits, wenn sie zusammen unterwegs sind. Und das ist ganz schön oft der Fall: Schon von klein auf haben die beiden Rechterinnen fast denselben Freundeskreis, verfolgen gemeinsame Hobbys, spielten und lernten früher sogar zusammen. „Das hat unseren Eltern schon sehr geholfen. Als Mama mit uns schwanger war, hatten sie ja schon unsere zwei großen Geschwister, die damals auch erst fünf und sieben Jahre alt waren, und dann kamen wir“, lacht Susanne. Und auch Laura erinnert sich: „Es war einfach immer jemand da. Ob zum Spielen oder Abfragen für die Schule. Uns war einfach nie langweilig“. „Und weil wir uns früher immer ein Zimmer geteilt haben, konnte man abends immer noch quatschen und auch über Dinge reden, die einen beschäftigen“, fügt Susanne hinzu und lächelt ihre Schwester an.

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Nur weil die Zwillinge fast gleich aussehen, sind sie nicht ein und dieselbe Person. Während sich Laura (links) von kleinen Alltags nicht aus der Ruhe bringen lässt, ist Susanne etwas nachdenklicher. Foto: privat

 

Heute ist das etwas anders. Nach der Sekundarschule gingen die Schwestern wegen ihrer Studiengänge zum ersten Mal auf verschiedene Schulen. Während Susanne Logopädie studiert, möchte Laura später als Kinésitherapeutin arbeiten. Getrennt voneinander leben wollten die beiden Studentinnen jedoch nicht. Mit zwei gemeinsamen Freundinnen wohnen sie in einer Lütticher Studentenwohnung. Mit dem Alter habe sich die Beziehung zwischen ihnen aber ein bisschen verändert, erklärt Laura: „Ich habe seit zwei Jahren einen Freund, seitdem unternimmt Susanne am Wochenende öfter auch mal etwas ohne mich.“ „Das war am Anfang komisch, aber inzwischen haben wir uns daran gewöhnt. Wenn ich ehrlich bin, hat es mir auch ganz gut getan. Laura war schon immer die dominantere und organisierte von uns beiden gewesen. Dadurch, dass wir öfter mal getrennt voneinander waren, konnte ich mich ja nicht mehr immer nur auf sie verlassen und musste mich auch schon mal alleine durchboxen“, schildert Susanne offen und lacht. Kein Wunder, dass Laura meist die Zügel in den Händen hält, schließlich kam sie zehn Minuten früher als Susanne zur Welt. Alle Zwillingsklischees treffen jedoch nicht auf die beiden zu. Susanne klärt auf: „Wir haben zum Beispiel nicht andauernd Streiche gespielt oder die Prüfungen für den anderen geschrieben. Aber diese enge Verbindung, die Zwillinge haben sollen, die ist schon da. Manchmal denken wir sogar das Gleiche!“

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Auch das Studium konnte die beiden Schwestern nicht voneinander trennen. Hier sieht man die beiden beim Studentenfest Saint-Toré in Lüttich. Foto: privat

Und genau das ist auch der Grund, warum Laura und Susanne ihr Leben als Zwilling niemals hergeben würden, Verwechslungen und die ewige Fragerei nach dem Namen hin oder her. „Manchmal wünscht man sich zwar, man wäre kein Zwilling und einfach mal ‚alleine‘, aber ich würde niemals tauschen“, findet Susanne. Für Laura ist auch klar: „Auch wenn mich ihre Unordnung manchmal nervt, würde ich Susanne nie hergeben. Wir sind sozusagen beste Freunde.“ Und es stimmt: Wer braucht schon ein stinknormales Leben, wenn er einen Zwilling haben kann?

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Eigentlich achten Susanne (links) und Laura darauf, nicht im gleichen Outfit vor die Tür zu gehen. Heute machen sie eine Ausnahme. Foto: Sofia Hammes

„Alina – die Liebe und der Sex“

Alina Schröder spricht gerne über Sex, Selbstbefriedigung und sonstige „Schweinereien“. Und sie teilt es gerne mit der ganzen Welt. Auf ihrem Youtube-Channel „Alina – die Liebe und der Sex“ holt sie die körperliche Liebe aus der Schmuddelecke und feiert sie ungeniert. Als „Sexpertin“ möchte sich die 30-jährige Videobloggerin trotzdem nicht bezeichnen.

Von Carsten Lübke

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Foto: Screenshot

Alina fällt gerne mit der Tür ins Haus. Auf der Straße spricht sie wildfremde Menschen an und fragt sie: „Wie müsste ein Porno heißen, in dem du mitspielst?“ oder „Könntest du dir einen Dreier vorstellen?“. Ja, richtig gelesen. Ein bisschen unverschämt ist das schon, aber Alina traut sich. Auch mit Prominenten quatscht Alina über Sex, Liebe und Pornos. Von Sido wollte sie zum Beispiel wissen: „Wann hattest du das letzte Mal Sex?“ Sie bekam auch eine Antwort: „Wenn Hand nicht zählt, dann ist es länger als zehn Stunden her.“

Alle Welt würde jetzt rot werden, Alina nicht: „Ich habe das Gefühl, dass es eine Grenze gibt, wenn es um persönliche intime Fragen geht. Wir sind ständig von Sex umgeben, können uns im Netz über alle möglichen Praktiken informieren. Es gibt Apps für One-Night-Stands, egal ob schwul, bi oder hetero. Trotzdem fällt es uns oft schwer, über Sex zu sprechen, zumindest wenn es um uns geht“, moniert sie. Doch genau das möchte sie ändern. Die Videobloggerin glaubt, dass ein bisschen Fetisch in vielen steckt. Die meisten seien einfach nur zu verklemmt, es zuzugeben. „Das hat man auch bei ‚Fifty Shades of Grey‘ gesehen. Vorher war das Thema SM oder Bondage eher in der Schmuddelecke. Durch das Buch und den Film wurde plötzlich offen und ohne Tabu darüber gesprochen. Inzwischen ist es fast salonfähig, sich Handschellen anlegen oder die Augen verbinden zu lassen. Das zeigt, dass die Neigung schon vorher da war, aber viel verkrampfter damit umgegangen wurde“, glaubt Alina.

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Alina ist nicht nur auf dem Bildschirm zu sehen, sondern auch bei dem deutschen Radiosender DasDing zu hören. Fotos: Südwestrundfunk/ DasDing

Auch aus ihrem eigenen Sexleben macht die 30-Jährige kein Geheimnis. Also Alina, wann hattest du das letzte Mal Sex? Um eine Antwort ist sie nicht verlegen: „Letzte Woche.“ Außerdem verrät sie, welche No-Go’s es bei ihr im Bett gibt (1. String Tangas bei Männern, 2. sich beim Sex filmen und 3. Tiernamen für den Partner) und sie spricht offen über die Themen Selbstbefriedigung und Fremdgehen. „Sex und Liebe ist immer ein wichtiges Thema in meinen Beziehungen gewesen. Ich rede gerne mit Freunden über Beziehungen, Verlieben und intime Momente.“ Jetzt hat sie einfach ihren Freundeskreis um ein paar Tausend Youtube-Fans erweitert.

Für ihren Channel produziert sie regelmäßig neue Episoden rund um das Thema Sex und Liebe. Für eine „Sexpertin“ oder die neue „Dr. Sommer“ hält sich Alina aber nicht: „Ich bin keine Expertin auf dem Gebiet Sex und auch keine Ratgeberin, wenn es darum geht, dass sich die Periode um drei Tage verschoben hat oder der Partner keinen hoch kriegt. Ich habe weder Sexualforschung studiert, noch habe ich persönlich alles ausprobiert, zum Glück“, lacht Alina. Aber darum geht es auch nicht. Alina stellt nur die Fragen. Beantwortet werden die von Experten, wie beispielsweise Paar-Therapeuten. „Ich versuche Themen so zu behandeln, dass sie für den Großteil meiner User interessant sind. Dafür muss ich nicht selber schon alles ausprobiert haben.“

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Auf Tabus hat Alina in ihren Videos überhaupt keinen Bock. So viel Offenheit kommt an: Das Projekt „Alina – die Liebe und der Sex“ ist erst vor einigen Monaten gestartet und bereits gut angelaufen. Im Oktober ging das erste Video online. Bis heute wurde es schon über 11.000 Mal angeklickt. „Das Feedback ist durchweg positiv. Ich bekomme viele liebe Kommentare und Nachrichten. Ich bin selber ziemlich überrascht.“ Und wer sich einmal ein Video angeschaut hat, klickt immer weiter. Mittlerweile hat Alina 25 Videos hochgeladen. Nur die Hater vermisst die 30-Jährige auf ihrem Channel noch: „Hater gibt es immer, aber die haben wahrscheinlich mein Format noch nicht entdeckt“, scherzt Alina.

„Kulturzentrum frei“ für Ostbelgiens junge Künstler

Junge Talente aufgepasst! Am 22. April findet im Alten Schlachthof erstmals das „Synergie Kunst Festival“ statt, bei dem sich alles – natürlich – um das Zusammenspiel dreht. An diesem Tag dürfen sich junge Talente jeden Genres in den Hallen und Räumen des Schlachthofes entfalten. Bis Freitag läuft die Bewerbungsfrist.

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„Wir sind sehr offen für alle Arten von Kunst – sei es Malerei, Video, Mode, Grafik, Tanz, Theater, Performance, Schriftstellerei, Fotografie oder etwas komplett anderes. Uns interessieren vor allem die jungen Talente zwischen 16 und 25 Jahren“, erklärt Christine Peterges, Projektleiterin bei Chudoscnik Sunergia. Andere Voraussetzungen müssten die Bewerber ihr zufolge auch nicht erfüllen: „Es sollen sich die Leute melden, die Lust auf eine Möglichkeit haben, ihre Werke in einem öffentlichen Raum und interessiertem Kunstpublikum zeigen zu können.“

„Es soll kein einmaliges Festival bleiben“, hofft Peterges. „Wir haben hier im Alten Schlachthof großartige Möglichkeiten, um jedes Werk zu zeigen.“ Vorbild für das Festival sind die sogenannten Happenings, die Chudoscnik Sunergia bis vor zehn Jahren noch regelmäßig in Eupen veranstaltete. „Wir wollen diese Happenings zwar nicht zurückholen, aber daran anknüpfen“, so die Projektleiterin, „und die verschiedenen Formen der Kunst miteinander vereinen.“ Ein Programm wird es an dem 22. April auch geben, damit Performance, Tanz oder Musik sich genügend entfalten können. „Videos beispielsweise können wir im Loop laufen lassen“, meint Peterges.

Auch acht weitere, bereits etablierte Künstler – das Alter: 30 Plus – aus Belgien und Deutschland werden Projekte zum Thema „Synergie“ ausstellen. „Sie haben speziell für das Festival an verschiedenen Kollaborationen gearbeitet. Die Projekte sind keineswegs fertig oder ausgereift“, möchte Peterges die Bewerber ermutigen. Sie betont, dass die Erfahrenen und die Neulinge keineswegs gegenüber, sondern nebeneinander vor das Publikum gestellt werden.

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Der Eupener Maler Mark Kirschvink macht zum Beispiel mit dem Kadrasonic Quartett (Piano, Saxophon, Drums und Kontrabass) gemeinsame Sache: „Wir arbeiten bereits seit letztem Jahr zusammen. Damals kam Christian Klinkenberg [Pianist und Komponist, Anm. d. R.] mit der Idee auf mich zu.“ Dass eine Synergie zwischen zwei so unterschiedlichen Kunstformen nicht von heute auf morgen entstehen kann, haben die Herren am eigenen Leib erfahren. Dennoch, sie sind an der Herausforderung gewachsen: „Anfangs habe ich versucht, grafische Elemente für die einzelnen Musiker festzulegen, aber das hat meine Arbeit in eine Art Korsett gezwängt. Das habe ich dann aufgegeben und male jetzt einfach, wie es mir gefällt. Das Quartett findet trotzdem immer einen Weg, mein Bild zu interpretieren“, erzählt Kirschvink.

Für junge Künstler hat der Maler eine Tipp-Reihenfolge parat: „Sein Talent erkennen, an sich glauben, authentisch sein, seinen eigenen Stil erarbeiten – und diesem treu bleiben, auch wenn es mal nicht so gut läuft.“ Auf dem Festival präsentieren Kirschvink und das Kadrasonic Quartett erstmals ihr PARTITUR-Projekt.

Weitere geladene Künstler sind Schneider TM (Elektro- und experimentelle Musik), die Berlinerin Tomoko Nakasato (Tanz), Takehito Koganezawa (Malerei, Zeichnung), die und Wahl-Eupenerin Tanja Mosblech (Malerei), die Cellistin Claire Goldfarb sowie die Musikerin Sonja Mischor.

Wenn du dich bewerben willst, sende deine Arbeit – als angehängte Datei oder Link – sowie eine kurze Beschreibung und ein Foto von dir bis zum 12. Februar (Freitag) per Mail an Christine Peterges: christine.peterges@sunergia.be.

Zu Hause bei Backfuchs Jasmin

Wenn Jasmin Heinen Torten mit pastellfarbenem Fondant, Zuckerperlen und Marzipan liebevoll bis ins kleinste Detail verziert, dann ist die 23-Jährige ganz in ihrem Element. Ihre große Leidenschaft, das Backen, teilt die Weywertzerin gerne mit anderen. Auf ihrer Facebook-Seite „Backfuchs Jasmin“ stoßen ihre Kreationen immer wieder auf Bewunderung. Als Konkurrenz zu den Konditoren sieht sie sich aber nicht: „Es ist nur ein Hobby, das mir Spaß macht, mehr nicht.“

Von Allan Bastin

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Angefangen hat alles mit kleinen Cupcakes, die sie in ihrer Freizeit zubereitet hat. „Es machte mir immer schon Spaß, für mich oder meine Familie zu backen. Meine ersten Muffins waren noch sehr einfach gestaltet, doch mit der Zeit habe ich immer wieder Neues probiert, um sie farbiger und schöner zu gestalten“, erzählt Jasmin Heinen. Heute zaubert sie zum Beispiel einen Minion-Kuchen. „Das wird etwas schwieriger, da dieser sitzt und hoch gebaut werden muss“, erklärt die 23-Jährige. Bevor sie sich an solche Kuchen heranwagte, backte sie nur Cupcakes, die wesentlich einfacher zu gestalten waren. „Torten sind natürlich viel aufwendiger. Die Zubereitung nimmt doch einige Stunden in Anspruch. Sehr zum Leidwesen meiner Mutter, da ich die Küche immer wieder besudele und lange Zeit besetze“, lacht Jasmin. Da darf das richtige Zeitmanagement natürlich nicht fehlen. Deshalb entsteht der Teig meist schon am Tag zuvor. „So kann der Boden schon abkühlen“, erklärt Jasmin. Am Tag darauf widmet sie sich dann der Füllung, dem Inneren der Torte: „Mit den Cremes bilde ich verschiedene Schichten. Wichtig ist, dass ich den Kuchen dann wieder kalt stelle. Anschließend kommt rundherum erneut Creme zum Einsatz.“

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Anschließend beginnt die eigentliche Präzisionsarbeit, die auch am meisten Zeit in Anspruch nimmt: das Dekorieren der Torte. Hierfür benutzt sie Fondant. Das ist eine weiche, pastöse Zuckermasse, die zur Herstellung verschiedener Süßwaren verwendet wird. „Ganz billig ist der Fondant nicht. Ich bestelle ihn meist im Internet. Dort kostet er rund zehn Euro pro Kilo“, sagt Jasmin, die für große Torten bis zu einem halben Kilogramm Fondant verarbeitet. Sie kauft meist nur weiße und schwarze Masse: „Ich färbe die dann mit Lebensmittelfarben, aber das sieht nicht so schön aus. Mittlerweile bestelle ich auch oft roten und blauen Fondant.“ Mit kleinen Werkzeugen bearbeitet sie dann die ausgerollte Zuckermasse. Sie knetet, schnitzt, formt und färbt zuckersüße Minions, Autos, Meerjungfrauen, Schleifen, Buchstaben, Zahlen und vieles Mehr. Und das oft mehrere Stunden lang.

Hauptsächlich kreiert sie Torten zu besonderen Anlässen, wie Geburtstagen oder Taufen. Ihre Inspiration nimmt sie aus dem Internet. „Die Menschen kommen meist mit einer Idee oder einem Charakterzug zu mir. Sie sagen beispielsweise, dass das Geburtstagskind Bayern-Fan ist oder Minions mag. Bei der Umsetzung überlassen die meisten mir dann freie Hand. Bevor ich mit dem Kuchen loslege, habe ich schon klar vor Augen, wie er aussehen soll.“ Schmecken die Kuchen denn auch? „Ja“, sagt Jasmin, „das ist mir besonders wichtig.“ Manchmal sei die Torte auch zu schön, um sie überhaupt anzuschneiden, gesteht die 23-Jährige.

Auch wenn ihre Torten professionell aussehen, sieht sich Jasmin in keiner Weise als Konkurrenz zu den hiesigen Konditoren: „Es ist nur ein Hobby, mehr nicht. Ich habe bisher erst rund 20 Torten gemacht. Außerdem habe ich so etwas hier in der Region noch nie gesehen. Ich mache also keinem Konkurrenz. Sowieso mache ich die Kuchen in erster Linie für Personen, die ich kenne.“ Ihren Bekanntheitsgrad hat sie kürzlich durch ihre Facebook-Seite „Backfuchs Jasmin“, die über 700 Likes zählt, erhöht: „Ich wollte den Leuten einfach mal zeigen, was ich so mache. Dass so viel Lob und Likes hinzukommen, hätte ich niemals gedacht. Aber das freut mich total und motiviert mich bei meinem Hobby.“ Wenn Jasmin nicht bis zu den Ellenbogen in Kuchenteig steckt, hilft sie ihren Eltern beim Hähnchenverkauf auf dem Markt oder arbeitet in Weywertz in einer Fritüre. Auf die Frage, ob sie aus dem Hobby mal eines Tages ihren Beruf machen will, antwortet sie: „Früher wäre mir das nie in den Sinn gekommen, aber jetzt denke ich mir schon, dass das was für mich wäre. Aber alles zu seiner Zeit.“

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Techniker fordern Englisch

Alle reden vom internationalen Arbeitsmarkt — aber keiner beherrscht das dafür nötige Englisch. Am Robert-Schuman-Institut (RSI) fordern Schüler der technischen Abteilungen jetzt eine Änderung des Lehrplans. Sie wollen mehr Englischunterricht, um für Praktika, Studiengänge und den Einstieg in den Job fit zu werden. Die Lehrer ziehen am selben Strang.

Von Griseldis Cormann

„Englisch lernt sich einfacher als Mathematik “, ist Direktorin Brigitte Kocks überzeugt. Lange Zeit hat diese Aussage ausgereicht, Lehrer und Schüler der technischen Abteilungen in ihrer Forderung nach Englisch als Unterrichtsfach zu beschwichtigen. Nach wie vor kommt Englischunterricht im Stundenplan nicht vor. Das soll sich ändern, fordern sowohl Lehrer, als auch Schüler. „Die Meinung aller Lehrer und Schüler ist mir wichtig. Wir arbeiten hier demokratisch; ich freue mich, wenn die Schüler diskutieren und mir auch ihre Meinung mitteilen. Die Schule entwickelt sich in Kooperation mit der neuen Generation“, sagt Direktorin Kocks. In diesem Sinne diskutiert eine ganze Schule, wie sie im engen Zeitraster des technischen Unterrichts die einzige weltweit anerkannte Kommunikationssprache in ihren Alltag integrieren kann: Sollen Stunden anderer Fächer reduziert werden? Sollen bestimmte Fächer ganz gestrichen werden? Soll es mehr Wahlfreiheit für die Schüler in den nichtfachrichtungsbezogenen Fächern geben?

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Die englische Flagge. Foto: Photo News

Schüler, die sich für eine technische Abteilung entschieden haben, können ihre schulische Ausbildung nach sechs Jahren sowohl mit einem Abitur, als auch einer berufichen Qualifkation abschließen. Mit 36 Stunden Unterricht in der Woche sind die Schüler der technischen Abteilungen, wie zum Beispiel Mechaniker, Elektriker, Elektroniker und Elektromechaniker, voll ausgelastet. Der Unterricht setzt sich aus Allgemein- und Fachkunde zusammen. „Damit bleibt nur wenig Spielraum für Veränderungen“, erklärt Kocks. Das ist der Grund, warum sie begrüßt, dass man sich von den strikten Lehrprogrammen verabschiedet. Der Elektro-Lehrer Alain Quetsch sieht, dass der Beruf des Technikers in den vergangenen Jahren an Anerkennung, Attraktivität und Anforderungen gewonnen hat. Er selbst hat für ein amerikanisches Unternehmen gearbeitet und weiß, wie wichtig die Beherrschung des Englischen ist, vor allem weil viele Unternehmen weltweit agieren. Als Lehrer sieht er sich dagegen der Herausforderung gegenüber, Schüler mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Berufswünschen zu unterrichten: „Manche wollen direkt in den Beruf, andere wollen nach dem Abitur studieren. Für die einen müsste ich in den praktischen Arbeiten mehr in die Tiefe gehen — für die Studienkandidaten in der Theorie. Das Gleiche gilt für die Sprachfähigkeiten der Schüler“, erklärt er. „Wenn ich den Diskussionen freien Lauf lasse, dann ist schnell klar, dass Englisch von allen anerkannt wird. Danach scheiden sich die Geister“, schildert Quetsch.

Unterricht am Gymnasium

Illustrationsfoto: dpa

Einige können sich Englisch zusätzlich vorstellen, manche wollen es im technischen Unterricht integrieren, andere wieder wollen unliebsame Fächer ersetzen. Keiner will jedoch Abstriche bei den technischen Fächern. Ein zusätzlicher Unterricht ist bereits möglich. Die Abendschule bietet Sprachkurse an. Diesen sechs Stunden in der Woche können die Schüler kostenlos folgen. Zudem, so der Elektro-Lehrer, werde verstärkt fremdsprachiges Material in den Fachunterricht des sechsten Jahres einbezogen: „Wir dürfen nicht die Augen verschließen. Durch die Medialisierung sind Grundkenntnisse des Englischen vorhanden — auch wenn sie nicht aus der Schule kommen.“ Obschon Unternehmen in erster Linie darauf achten, dass ihre Mitarbeiter technisch gut ausgebildet sind, legen Arbeitgeber heutzutage auch großen Wert auf Englischkenntnisse. „Fast jedes Unternehmen erkundigt sich nach den Englischkenntnissen von Bewerbern“, erklärt der Lehrer. Einige Unternehmen bilden ihre Mitarbeiter selbst in Sprachen aus. Darauf wollen sich die Schüler aber nicht verlassen und sehen im fehlenden Englisch einen Wettbewerbsnachteil auf dem Arbeits- und Studienmarkt. Gerade diejenigen, die sich international orientieren wollen, sehen den Französischunterricht als Hindernis. Vor allem bedauern sie, auf einem zu hohen Niveau unterrichtet und mit Inhalten konfrontiert zu sein, die sie nicht unbedingt interessieren oder sie im Job nicht weiterbringen. Dementsprechend fordern sie nicht zwangsläufig die Reduzierung von Französisch, sondern eine größere Freiheit in der Sprachenwahl, je nachdem in welcher Region sie nach der Schule arbeiten wollen. Der Meinung ist auch Schulleiterin Kocks: „Es soll nicht mehr jeder das Gleiche machen.“ Transparenz und Flexibilität stehen im Mittelpunkt. Die Direktorin denkt darüber nach, in naher Zukunft Pilotphasen mit einstündigen Englischkursen anzubieten.

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Die RSI-Schüler Paul Schwier, Andy Reinartz, Ivan Gravilov, Mijo Ceslijc und Jacky Cormann (v.l.) äußerten sich zu dem fehlenden Englischunterricht. Foto: Griseldis Cormann

Paul Schwier (17), 4. Jahr, Elektrotechnik
Wenn man in die Industrie geht, braucht man immer Englisch. Die Unternehmen haben überall Standorte. Englisch ist die Grundlage für den Beruf. Ich weiß, der Stundenplan ist voll. Aber wenn wir schon nur noch eine Stunde statt zwei Religion hätten, dann wäre eine frei, um sich die Fachwörter im Englischen aneignen zu können.

Andy Reinartz (17), 6. Jahr, Informatik-Elektronik
Ich habe mich schon beworben und Englisch ist einfach ein Bewerbungskriterium, eine Vorbedingung. Immer werden technische Fähigkeit und gutes Englisch verlangt. Teilweise sind Bewerbungsgespräche in Englisch. Wenn ich ein Projekt zu Hause beginnen wollte, habe ich die Anleitungen im Internet nur in Englisch gefunden. Ich habe es mir mit Hilfe des Internets und vielen Übersetzungen beigebracht. Serien gucke ich auch in Englisch. Verstehen tue ich es, aber wann habe ich denn schonmal sprechen können?

Ivan Gravilov (19), 6. Jahr, Informatik-Elektronik
Ich bin vor vier Jahren aus Mazedonien gekommen. Dort habe ich acht Jahre Englisch gehabt. Für meinen Wunschberuf in der Elektronik habe ich vor, nach Großbritannien zu gehen. Es ist schade, dass wir hier kein Englisch haben.

Mijo Cesljic (16), 4. Jahr, Elektrotechnik
Es ist DIE Sprache. Man braucht es überall — international. Französisch ist nicht so wichtig, außerdem springen wir gerade von den Grundkenntnissen auf ein Niveau, wo wir gar nichts mehr verstehen.

Jacky Cormann (15), 4. Jahr, Elektrotechnik
Die Unternehmen sind in der Welt verteilt. Wenn ein Unternehmen im angelsächsischen Raum den Hauptsitz hat, dann wird es die Instruktionen für die anderen Sitze sicher nur in Englisch verschicken. Außerdem gibt es an den Universitäten viele Master nur noch auf Englisch, zum Beispiel in Maastricht und Löwen. Was bringt mir ein Abitur mit Französisch, wenn ich im Studium dann nicht weiter komme? Wenn wir die Abendschule machen, was ist dann mit Sport und Hobbys?

Ihr seid gefragt!

Wir interessieren uns auch für Deine Meinung: Sollte Englischunterricht verpflichtend im Stundenplan stehen? Würdet Ihr dafür auf ein anderes Fach verzichten? Diskutiert mit. Nutzt entweder hier die Kommentarfunktion oder schickt eine E-Mail an generation@grenzecho.be. Eure Meinungen und Anregungen werden in einer nächsten GEneration-Ausgabe veröffentlicht.

Sänger und Actionstar Tom Beck singt in St.Vith

Die Actionserie „ALARM FÜR COBRA 11“ hat ihn bekannt gemacht: Fünf Jahre war Tom Beck als Hauptkomissar Ben Jäger im TV zu sehen. Nun steht er am Freitag im St.Vither Triangel auf der Bühne – mit der Gitarre in der Hand. Im Interview spricht er über seine „Cobra11“-Zeit, seinen Lebensstil, seine Musik und seine Vorlieben für Whisky, Schokolade und Bier. Stromae sagt ihm jedoch nichts.

VON ALLAN BASTIN

Tom Beck tritt im Hardrock Cafe in Berlin auf

Der Sänger und Schauspieler Tom Beck tritt am Freitag im St.Vither Triangel auf. Foto: dpa

Tom Beck, Sie werden am kommenden Freitag im St.Vither Triangel gastieren. Hätten Sie jemals erwartet, in Belgien aufzutreten mit Ihrer Musik?

Nicht wirklich, man fängt ja nicht mit Musik an, um mal -eines Tages in Belgien zu spielen (lacht). Aber durch die „Cobra 11“-Fanbase kommt man ein bisschen herum. Wir haben auch schon in Belgien gespielt. Aber es überrascht mich schon, dass wir in Belgien auftreten werden.

Sie haben für Alarm für „Cobra 11“ auch schon in Ostbelgien gedreht.

Ja, in der Tat. Das waren sehr aufregende Tage, als wir einmal an einem Stausee und auf einer Talsperre gedreht haben. Ich stand da auf der Staumauer und ein Helikopter raste an mir vorbei. Ich denke oft daran zurück. Das kommt auch öfter mal hoch, wenn ich im Bett liege. Da hätte einiges schief gehen können. Es war sicherlich einer meiner spektakulärsten Drehs.

2013 ging ihre Zeit bei „Cobra 11“ zu Ende. Die Zeit der Stunts und spektakulären Filmdrehs war vorbei. Stattdessen nahm die Musik einen größeren Stellenwert in Ihrem Leben ein. Kann man die Musik und die Schauspielerei einfach kombinieren?

In meinem Fall schon. Vielleicht würde die Musik mehr Früchte tragen, wenn ich keine Filme drehen würde. Aber ich will das nicht, da ich gerne Filme drehe und es ein schöner Ausgleich ist. Es ist immer etwas Neues. Wenn ich bei einem Dreh bin, freue ich mich auf die Musik. Und Umgekehrt ist es dasselbe. Ich bin dankbar, dass ich beides machen kann.

Spielplatz für große Jungs: 15 Jahre "Alarm für Cobra 11"

Tom Beck (r, als Ben Jäger) und Erdogan Atalay (als Semir Gerkan) posieren mit Pistolen bei Dreharbeiten der RTL-Ationserie „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei „. Foto: dpa

Die meisten Menschen denken, dass die Musik bei Ihnen erst nach der Schauspielerei gekommen ist. Dabei war es genau andersherum.

Richtig. Musik mache ich, seitdem ich fünf bin. Ich habe Klavier Orgel, Akkordeon, Gitarre und ein bisschen Schlagzeug gespielt, dann Musical-Theater studiert. Und dann bin ich erst mit 21 Jahren zum Schauspiel gekommen. Meine erste Rolle hatte ich mit 23, also erst relativ spät. Jetzt muss ich mich dennoch meist bei den Leuten rechtfertigen, dass ich jetzt Musik mache, was völlig absurd ist. Aber so ist das halt.

Ihre Figur in „Cobra 11“, Ben Jäger, spielte auch in einer Band. War das nötig, damit Sie sich besser in die Rolle hineinversetzen können?

Es war eigentlich eher strategischer Natur. Es verbindet natürlich die Person mit mir. Ich wollte der Figur etwas Rock‘n‘Rolliges geben. Ben Jäger sollte kein spießiger Polizist sein. Ich hatte mir vorgestellt, dass er im Bandraum sitzen könnte und Joints raucht, aber wir haben das nie so erzählt, weil das RTL wohl zu krass war. Ich wollte was Kantiges an ihm sehen, dass er Dinge macht, die nicht legal sind.

Durch dieses Image hätten Sie bestimmt noch mehr Männerpublikum für sich begeistern können. Ihr aktuelles Publikum besteht sicher hauptsächlich aus Frauen, oder?

Vielleicht. Aber letztens bei einem Konzert in München waren auch viele Männer. Aber es stimmt schon, dass mein Publikum zu 80 Prozent aus Frauen besteht.

Was erwarten Sie vom belgischen Publikum?

Ich mache mir vor Konzerten nie Erwartungen, denn da wird man nur enttäuscht. Ich will in Belgien, wie bei jedem anderen Konzert auch, einfach einen schönen Abend erleben.

Was wissen Sie über die belgische Musikszene?

Wenn ich ehrlich bin, kenne ich keine belgischen Künstler. Milow, ist er Belgier oder Holländer?

Milow ist Belgier. Sagt Ihnen Stromae etwas?

Nein, leider nicht.

Welche Musik hören Sie privat?

Während des Schreibens höre ich oft meine eigenen Songs. Wenn das Produkt fertig ist, dann höre ich das einige Wochen im Auto. Zwischendurch mal zum Auffrischen auch vor dem Konzert, um nochmal rein zu hören. Es sind ja mittlerweile schon drei Alben. Aber privat höre ich andere Musik.

Sie haben zu Beginn auf Englisch gesungen. Das letzte Album war in deutscher Sprache. Werden Sie dabei bleiben?

Ja, ich bleibe bei Deutsch. Man muss sich einfach trauen. Auf Deutsch hat man einen ganz anderen Wortschatz, man kommt viel näher an sich ran. Aber ich hatte immer Angst, weil Deutsch schwierig ist und nicht viel verzeiht. Man muss sich da schon sehr konkret ausdrücken.

Haben Sie vor einem Konzert gewisse Rituale?

Mit meiner Band bilde ich hinter der Bühne immer einen Kreis, dann trinken wir einen Schluck Whisky und los geht‘s.

Ist Ihnen ein Auftritt besonders in Erinnerung geblieben?

(zögert) Ehrlich gesagt nicht. Unsere Gigs waren so verschieden. Riesige Bühnen, wie Rock am Ring, wo wir gespielt haben, können toll sein. Aber auch kleine Clubs vor 200 Leuten. Der allererste Gig mit meiner Band auf Sylt war natürlich sehr speziell. Wir waren total nervös.

Was unsere weiblichen Leser sicher interessieren wird: Haben Sie eine Freundin?

(lacht) Ja, ich habe eine Freundin. Aber Kinder haben wir keine.

Zum Abschluss noch eine Frage: Sie kommen nach Belgien, das Land des Bieres. Sind sie eher ein Bier- oder Weinfreund?

Zunächst einmal würde ich mich in Belgien für Schokolade entscheiden. Aber dann würde ich mir sicherlich auch ein Bier gönnen.

Wird für Sie in St.Vith Bier und Schokolade backstage bereitliegen?

Bier auf jeden Fall. Schokolade ist jetzt nicht geplant, aber das wäre doch eine tolle Sache.

Erste Gedanken zur Xbox-Pressekonferenz

Die Gamescom fängt ja schon gut an – dabei hat sie noch gar nicht angefangen. Heute bin ich extra früh aufgestanden, um auch auf jeden Fall noch die EA Pressekonferenz um 9:30 Uhr mitzubekommen. Aber natürlich hat die Bahn jetzt Verspätung, ob ich es pünktlich bis zur Konferenz in die Halle schaffe, bleibt fraglich. Schade,vor allem deshalb, weil die restlichen Pressekonferenzen nicht ganz so vielversprechend klingen.

Gerade im Zug bleibt mir jetzt aber ein wenig Zeit, um einen kleinen Kommentar zur gestrigen Xbox-Pressekonferenz zu schreiben, die ich über den Stream verfolgt habe (Interessierte erreichen ihn noch über http://www.xbox.com/de-DE/gamescom).

Ich glaube, ich habe selten so inflationär die Begriffe „Weltpremiere“ und „exklusiv“ gehört. Jedes der gestern gezeigten Spiele und Features ist natürlich etwas ganz Besonderes, Einzigartiges. Dabei schaffte es gestern aber kaum eines der vorgestellten Games, mich wirklich vom Hocker zu reißen. Ein Dark Souls 3 sieht eben aus wie man sich ein Dark Souls vorstellt, und auch das neue Werk von den Minecraft-Machern Mojang namens Cobalt sieht nicht so aus, als würde es das Spiele-Universum neu erfinden.Selbstverständlich gibt es ein paar schöne Neuerungen. Dass ich in Zukunft Filme mit der Xbox aufnehmen kann, ist sicher praktisch. Und auch, dass ich im neuen FIFA erstmals eine Frauenmannschaft spielen darf, ist löblich. Aber das krempelt alles die Spielewelt nicht so sehr um, wie sich das Microsoft vielleicht wünscht.

Was mich aber vor allem an der Pressekonferenz nervte, war die Taktung, in der die „Weltneuheiten“ vorgestellt wurden. Der Ablauf war ungefähr dieser: Ein Entwickler wird mit bombastischen Intro angepriesen, kommt auf die Bühne, sagt kurz zwei Sätze, wie schön sein Spiel doch ist, zeigt einen Trailer, und das nächste Spiel ist an der Reihe. Wenn selbst Ron Gilbert, der Erfinder von Monkey Island und Urgestein der Spieleindustrie, gefühlt nur eine Minute hat um zu sagen: „Hey, ich mache ein neues Spiel. Hier kommt der Trailer!“, dann läuft meiner Meinung nach etwas schief. Hier hätte wahrscheinlich Qualität statt Quantität durchaus mehr Wirkung gezeigt. Natürlich hat Microsoft viele Kooperationen, und natürlich sollen sie das auf ihrer Pressekonferenz auch zeigen dürfen. Aber eventuell hätte es mehr gebracht, bei manchen Spielen und Programmen ins Detail zu gehen, anstatt sie nur runterzurattern. Wie gesagt, das ist nur mein Eindruck.

Jetzt bleibe ich erstmal gespannt, was der Tag heute so bringt. Ich melde mich wieder!

GEneration und die EUROjuka verlosen einen Tag auf der Gamescom!

https://i0.wp.com/www.jugendbuero.be/wp-content/uploads/2015/06/gamescom_website_header_klein_974x180.gif.pngGEneration berichtet live von der Gamescom 2015, die vom 5. bis zum 9. August in Köln stattfindet.

Begleite einen Tag den Reporter der GEneration auf der interaktiven Spielemesse, teste die neuen Games, stelle Deine Tops und Flops zusammen und berichte auf Facebook, grenzecho.net und dem GEneration-Blog!

Also liebe Gamer und Gamerinnen, bis zum 15. Juli würden wir gerne wissen, warum gerade Du zur Gamescom fahren und über Deine Erfahrungen dort berichten solltest!

Wenn Du zwischen 18 und 30 Jahre alt bist und gerne über die neuesten Trends und Spiele berichten würdest, bewerbe Dich über info@eurojuka.be.

Zusätzlich gibt es für den Gewinner oder die Gewinnerin eine EUROjuka für ein Jahr gratis!

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