Wie (k)ein Ei dem anderen

Laura und Susanne Herzhoff aus Recht sind Zwillinge und wissen daher genau, wie es ist, auf mehr als nur einen Vornamen hören zu müssen. Meist nehmen die Leute die beiden 20-Jährigen als ein und dieselbe Person wahr. Denn obwohl sie nicht eineiig sind, gleichen sie sich wie ein Ei dem anderen.

Von Sofia Hammes

 

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Laura (oben) und Susanne werden of miteinander verwechselt. Foto: Sofia Hammes

„Und wer ist nun wer?“ – Diese Frage haben Susanne und Laura Herzhoff aus Recht schon gefühlte hunderttausend Mal gehört. Auf den ersten Blick scheint es fast unmöglich, die 20-jährigen Zwillinge voneinander zu unterscheiden: Ein schmales Gesicht mit kantigen Gesichtszügen, dunkelblondes, schulterlanges Haar. Die grün-braunen Augen schauen unter einer hohen Stirn hervor, darunter eine markante Nase. Der einzige erkennbare Unterschied: Susanne hat sich ihre Haare nach hinten gesteckt, Laura hingegen trägt ihren langen Pony seitlich gekämmt. Körperliche Merkmale, durch die man die beiden voneinander unterscheiden könnte, gibt es kaum. „Ich habe ein Muttermal rechts am Hals“, verrät Laura. „Und ich bin ein paar Zentimeter größer“, fügt Susanne hinzu. Viele Leute brauchen diese kleinen Tipps, um zu wissen, mit wem sie es eigentlich gerade zu tun haben. Doch nur, weil die beiden – fast – gleich aussehen, heißt das noch lange nicht, dass sie auch ein und dieselbe Person sind. Das kommt jedoch in den Köpfen vieler Leute nicht wirklich an. „Für sehr viele sind wir immer nur die Zwillinge, die Herzhoff-Twins. Oft nennen uns die Leute nicht mal bei unseren Vornamen“, sprudelt es aus Susanne heraus und die beiden geben ehrlich zu: „Das kann manchmal ganz schön nerven.“ Vor allem, weil die Zwillinge eigentlich in mancherlei Hinsicht komplett verschieden sind. Das fange schon morgens beim Aufstehen an. Während Laura immer pünktlich zum Weckersignal aus den Federn hüpft, ist Susanne ein Morgenmuffel wie er im Bilderbuch steht. Laura ist ordentlich, immer unter Strom und lässt sich von kleinen Alltagssorgen nicht das Leben vermiesen. Susanne hingegen ist nachdenklich und sehr loyal, und auch mit der Ordnung hat es die 20-Jährige nicht so. Und dennoch – oder vielleicht auch genau wegen dieser Unterschiede – sind die beiden ein eingespieltes Team.

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Früher waren die Zwillinge immer im gleichen Outfit unterwegs. Foto: privat

Am 19.03.1995 kamen Laura und Susanne zur Welt – und waren von dort an unzertrennlich. Egal, wo sie damals auftauchten, immer trugen sie die gleichen Klamotten. „Mama hat da immer Wert drauf gelegt, manchmal hatten wir auch die gleichen Kleider, aber in unterschiedlichen Farben“, erinnert sich Susanne. Ob es damals genervt hat, immer die gleichen Outfits wie die Schwester zu tragen? Susanne und Laura sind einer Meinung: Überhaupt nicht! Heute sei es ihnen jedoch umso wichtiger, sich optisch voneinander zu unterscheiden. Susanne ließ sich einmal sogar einen Pony schneiden, nur um anders auszusehen. Heute haben die 20-Jährigen zwar dieselbe Frisur, achten jedoch auf unterschiedliche Outfits, wenn sie zusammen unterwegs sind. Und das ist ganz schön oft der Fall: Schon von klein auf haben die beiden Rechterinnen fast denselben Freundeskreis, verfolgen gemeinsame Hobbys, spielten und lernten früher sogar zusammen. „Das hat unseren Eltern schon sehr geholfen. Als Mama mit uns schwanger war, hatten sie ja schon unsere zwei großen Geschwister, die damals auch erst fünf und sieben Jahre alt waren, und dann kamen wir“, lacht Susanne. Und auch Laura erinnert sich: „Es war einfach immer jemand da. Ob zum Spielen oder Abfragen für die Schule. Uns war einfach nie langweilig“. „Und weil wir uns früher immer ein Zimmer geteilt haben, konnte man abends immer noch quatschen und auch über Dinge reden, die einen beschäftigen“, fügt Susanne hinzu und lächelt ihre Schwester an.

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Nur weil die Zwillinge fast gleich aussehen, sind sie nicht ein und dieselbe Person. Während sich Laura (links) von kleinen Alltags nicht aus der Ruhe bringen lässt, ist Susanne etwas nachdenklicher. Foto: privat

 

Heute ist das etwas anders. Nach der Sekundarschule gingen die Schwestern wegen ihrer Studiengänge zum ersten Mal auf verschiedene Schulen. Während Susanne Logopädie studiert, möchte Laura später als Kinésitherapeutin arbeiten. Getrennt voneinander leben wollten die beiden Studentinnen jedoch nicht. Mit zwei gemeinsamen Freundinnen wohnen sie in einer Lütticher Studentenwohnung. Mit dem Alter habe sich die Beziehung zwischen ihnen aber ein bisschen verändert, erklärt Laura: „Ich habe seit zwei Jahren einen Freund, seitdem unternimmt Susanne am Wochenende öfter auch mal etwas ohne mich.“ „Das war am Anfang komisch, aber inzwischen haben wir uns daran gewöhnt. Wenn ich ehrlich bin, hat es mir auch ganz gut getan. Laura war schon immer die dominantere und organisierte von uns beiden gewesen. Dadurch, dass wir öfter mal getrennt voneinander waren, konnte ich mich ja nicht mehr immer nur auf sie verlassen und musste mich auch schon mal alleine durchboxen“, schildert Susanne offen und lacht. Kein Wunder, dass Laura meist die Zügel in den Händen hält, schließlich kam sie zehn Minuten früher als Susanne zur Welt. Alle Zwillingsklischees treffen jedoch nicht auf die beiden zu. Susanne klärt auf: „Wir haben zum Beispiel nicht andauernd Streiche gespielt oder die Prüfungen für den anderen geschrieben. Aber diese enge Verbindung, die Zwillinge haben sollen, die ist schon da. Manchmal denken wir sogar das Gleiche!“

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Auch das Studium konnte die beiden Schwestern nicht voneinander trennen. Hier sieht man die beiden beim Studentenfest Saint-Toré in Lüttich. Foto: privat

Und genau das ist auch der Grund, warum Laura und Susanne ihr Leben als Zwilling niemals hergeben würden, Verwechslungen und die ewige Fragerei nach dem Namen hin oder her. „Manchmal wünscht man sich zwar, man wäre kein Zwilling und einfach mal ‚alleine‘, aber ich würde niemals tauschen“, findet Susanne. Für Laura ist auch klar: „Auch wenn mich ihre Unordnung manchmal nervt, würde ich Susanne nie hergeben. Wir sind sozusagen beste Freunde.“ Und es stimmt: Wer braucht schon ein stinknormales Leben, wenn er einen Zwilling haben kann?

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Eigentlich achten Susanne (links) und Laura darauf, nicht im gleichen Outfit vor die Tür zu gehen. Heute machen sie eine Ausnahme. Foto: Sofia Hammes

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Von J1T zum GE-Reporter

Jeder Sportinteressierte dürfte schon einen Artikel von Mike ­Notermans im GrenzEcho gelesen haben. Den ersten schrieb der Eupener vor knapp zwei Jahren, denn 2013 machte Mike bei der GrenzEcho- und BRF-Aktion „Journalist für einen Tag“ (J1T) mit. Jetzt sitzt er täglich in den Räumen der Redaktion am Eupener Marktplatz, als fester GE-Reporter.
Von Mario Vondegracht
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Mike Notermans vor zwei Jahren im Gespräch mit Fußballprofis der AS Eupen. Sein Artikel zum Projekt der „Aspire Academy“ landete schließlich sogar auf Seite 1 der GE-Tagesausgabe. Archivfoto: David Hagemann

Alles hatte damit angefangen, dass Mikes Lehrer im Abi­turjahr des Königlichen Athenäums Eupen sich wieder für die J1T-Woche beworben hatten. „Ich war gespannt darauf, den Alltag einer Redaktion kennenzulernen“, erinnert sich Mike heute. Damals wurde ihm und seinem Kumpel Pierre Nyssen die Rolle des Chefredakteurs zugeteilt. „Im Nachhinein“, so der 22-Jährige, „war das ein sehr stressiger Job“. Und dabei haben die Schüler an einem Arbeitstag nur einen recht kleinen Teil der Zeitung füllen müssen. „Viele der Artikel, die am nächsten Tag erscheinen sollten, wurden erst im späten Nachmittag fertig“, weiß Mike noch gut. Der Jungjournalist lacht, als er erzählt, dass die schwierigste Aufgabe gewesen sei, die Texte der eigenen Freunde zu streichen bzw. jene den ganzen Tag herum zu kommandieren, „ohne dabei gleich einen Streit vom Zaun zu brechen“. Mike hat allerdings auch selber Texte für die vier Seiten starke Mini-Zeitung geschrieben, die im Innenteil des normalen GrenzEcho erschien. „Ich habe mich im Zuge meiner Endarbeit über das katarische Projekt ‚Aspire Football Dreams‘ mit zwei Fußballprofis der AS Eupen getroffen und ihre Geschichte erzählt. Die Story muss ganz gut angekommen sein und landete am nächsten Tag als Aufhänger auf Seite 1 der Tagesausgabe“, sagt Mike nicht ohne Stolz. Der Job des Journalisten reizt Mike schon lange. Vor allem Sportthemen liegen dem Eupener. „Im Laufe meiner Schulzeit habe ich gemerkt, dass mir das Schreiben ganz gut liegt und vor allem Spaß macht.“ Mit seinem besten Freund Jens Leys („der als Fanbeauftragter der AS Eupen übrigens eine hervorragende Arbeit verrichtet“) hat Mike im Alter von 17 Jahren eine Internetseite für AS-Fans ins Leben gerufen. Dadurch wurde die damalige Vereinsführung der AS unter Ingo Klein auf Mike und seinen Kumpel aufmerksam. Mike erinnert sich: „Während beinahe zwei Spielzeiten durften wir die Mannschaft dann begleiten und haben für die AS-Webseite geschrieben. Insbesondere die Auswärtsfahrten, bei denen wir wegen unseren fehlenden Akkreditierungen nie wussten, ob wir ins Stadion kommen oder nicht, waren immer lustig.“ Doch wie führte sein Weg nach der Teilnahme an J1T zum GrenzEcho? „Ich hatte eigentlich nach dem Abitur geplant, eine Ausbildung als Medienkaufmann zu starten. Da ich aber im Endeffekt keine passende Stelle gefunden habe, habe ich mich ein Jahr lang als freier Mitarbeiter durchgeschlagen und eine Lehre im Baubetrieb meines Vaters angefangen“, schildert Mike seinen beruflichen Werdegang. Vor allem die Zeit als freier Mitarbeiter hat ihm die Türe zum Grenz­Echo geöffnet. Nach „Journalist für einen Tag“ ist er mit der GE-Redaktion in Kontakt geblieben. „Irgendwann hatte ich mich dann als freier Mitarbeiter beworben und wurde relativ schnell ins Boot geholt“, so Mike. Durch eine freie Stelle aufgrund einer Schwangerschaftsvertretung ist Notermans jetzt seit Anfang des Jahres als Redakteur beim GrenzEcho fest angestellt. Doch was ist eigentlich so spannend an dem Beruf? Mike antwortet: „Die Tatsache, dass man oft neue Sachen sieht und kennenlernt. An viele Personen oder Informationen würde man ja sonst überhaupt nicht herankommen.“
Zur Info: Wer Fragen an Mike hat, kann sich jederzeit (Mail: mnotermans@grenzecho.be) bei ihm melden.

Hintergrund Was ist J1T?

● Die Aktion „Journalist für einen Tag“ (J1T) knüpft an eine gleichnamige internationale Veranstaltungsreihe an, die einst sehr erfolgreich landes- und europaweit Schüler für einen Tag an den Beruf des Journalisten herangeführt hat.
● Seit 2009 lassen das GrenzEcho und der BRF diese Reihe in der D­G wieder aufleben.
● Während einer Woche schlüpfen die Schüler aus fünf Schulen an jeweils einem Tag in die Rolle eines Journalisten, Redakteurs, Fotografen, Kameramanns …
● Die Schüler recherchieren die Themen selbst, sie berichten über das, was sie bewegt und interessiert. Aufwändigere Recherchen oder Interviews werden im Vorfeld erledigt.
● Am Tag selbst produzieren die Schüler, behalten die aktuellen Geschehnisse im Blick, gehen zu Pressekonferenzen und vieles mehr. Dabei werden sie von Journalisten und anderen Fachkräften begleitet.
● Am Abend stellt jedes Team den Kollegen die Arbeit vor. Gemeinsam werfen die J1Tler einen Blick ins GrenzEcho von morgen, sehen den Bericht im BRF-Blickpunkt, hören die Beiträge in BRF-Aktuell und blicken mit der Internetredaktion (www.j1t.be) auf den Tag zurück.
● Eine der spannendsten Aufgaben ist, die vier Medien unter einen Hut zu bringen: Gegenseitige Werbung und Hinweise auf die ergänzenden/anderen Informationen im TV, Radio, Internet und der Zeitung.
Die Aktionswoche startet am 2. und dauert bis zum 6. März.

[Video] Zu Besuch im Nightshop

Ramazan Turgut kommt aus der Türkei. Seit 2002 ist der Kurde in Ostbelgien. Derzeit betreibt der Vater von zwei Kindern einen Nightshop in der Eupener Klosterstraße.

Turgut hat ein bewegtes Leben hinter sich. Aufgrund der politischen Verhältnisse floh er aus dem Osten der Türkei, um zunächst in Deutschland einen Dönerladen zu betreiben. Anschließend zog es ihn nach Ostbelgien, wo ihm das Leben gut gefällt. Der Nightshop-Besitzer beklagt sich allerdings über die zunehmende Konkurrenz in Eupen. Außerdem schließt er sein Geschäft nicht mehr mitten in der Nacht, weil er die Erfahrung gemacht hat, dass „Eupen eben doch noch ein kleines Dorf ist“.

Wir lassen Turgut in folgendem Video zu Wort kommen. Die vollständige Geschichte lest ihr auf der letzten Seite der Dienstagsausgabe des GrenzEcho.

„Da hat sich jemand Gedanken gemacht“

Hallo Leute!

Tolle Neuigkeiten haben wir zu verkünden: Das GrenzEcho wurde von der Jury des European Newspaper Award in den Kategorien „Fotografie allgemein“ und „Beilage“ ausgezeichnet.

Am Samstag machte die Nachricht unter den Redakteuren dieser Zeitung schnell die Runde: Das GrenzEcho erhält gleich zwei Auszeichnungen von der Jury des größten europäischen Zeitungswettbewerbs.

Die beiden „Awards“ verdankt das GrenzEcho dabei maßgeblich seinem Fotografen David Hagemann. In der Kategorie „Fotografie allgemein“ wurden Hagemanns Porträtaufnahmen des scheidenden Bischofs Aloys Jousten auf der Titelseite und auf Seite Vier vom 12. Januar dieses Jahres prämiert. In der Kategorie „Beilage“ erhielt seine Bilderserie über den Eishockey-Spieler Christian Hamacher die Auszeichnung. Diese Bilder wurden im November 2012 im Jugendmagazin „GEneration“ veröffentlicht.

Der European Newspaper Award wird seit 1999 von dem Zeitungsdesigner Norbert Küpper und der Fachzeitschrift medium magazin verliehen.

Norbert Küpper würdigte in einer ersten Stellungnahme das hohe Niveau des GrenzEcho-Fotografen: „Die Bilder zeigen, dass sich da jemand wirklich Gedanken über die Erzählweise gemacht hat.“

Bei der Reportage über Christian Hamacher von GrenzEcho-Redakteur Mario Vondegracht beeindruckte die Jury die technische Brillanz der Fotos sowie das Bildkonzept von Titel- und Innenseiten. „Wir freuen uns, dass unsere Bemühungen in Sachen Foto und Design auf dem internationalen Parkett anerkannt werden“, kommentiert Redaktionsleiter Heinz Gensterblum den Gewinn der „Oscars der Zeitungsbranche“.

David Hagemann nimmt die Auszeichnungen sportlich: „Das freut mich natürlich sehr und macht mich ein bisschen stolz. Es ist sehr motivierend.“

Die Session auf dem Eis hat mich besonders angespornt, weil ich mal als Teamfotograf der Hamburg Freezers gearbeitet habe. Einen Spieler im Stoppen zu fotografieren, wenn das Eis hochspritzt, das wollte ich schon immer machen.“ Gemeinsam mit dem GrenzEcho wurden in den jeweiligen Kategorien u. a. die FAZ, die Basler Zeitung, das Hamburger Abendblatt, die dänische Zeitung Politiken und Het Belang van Limburg ausgezeichnet. 2002 hatte das GrenzEcho einen „Award“ für sein Wochenend-Magazin erhalten.HamiDiese  Geschichte erschien am 28. November in GEneration, das junge Magazin des GrenzEcho. Bei der Reportage über Christian Hamacher von Redakteur Mario Vondegracht hob die Jury die technische Brillanz der Fotos sowie das Bildkonzept von Titel- und Innenseiten hervor.

In unserem Archiv könnt ihr die ganze Geschichte lesen. Oder klickt einfach hier.