Wer ist eigentlich Uwe?

Uwe. Das klingt so retro, irgendwie auf dem Boden geblieben, auf schräge Weise hip. In den 1920er Jahren hießen Männer Uwe. Heute nennt sich das im Juli 2015 gegründete Modelabel von Stolbergerin Dori Kleinen (24) und Kelmiser Olli Bütz (23) UWE Apparel. Der Name hätte treffender nicht sein können.

Von Laura Knechtel

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Dori und Olli haben UWE Apparel gemeinsam im Juli 2015 gegründet. Fotos: Mirko Nyssen

„Uwe ist kurz, knackig und leicht zu merken. Wir sind durch den Namen nicht eingeschränkt“, erklärt Dori. Beim Treffen mit GEneration ist die Geografie-Studentin natürlich in UWE gekleidet. Ihr Lieblingsteil: Die „Malades College-Jacke“ in schwarz. Das Modelabel entstand nämlich aus genau diesem Grund: Dori und Olli – seit einem Jahr ein Paar – hatten Lust auf eigene Klamotten. Batik gefiel ihnen gut, also schnappten sie sich anfangs einfach ein paar T-Shirts, die passenden Farben und schon gab es die ersten UWE-Einzelstücke. Die Idee kam nicht nur bei den Designern gut an, sondern auch bei Freunden, und so sollte ein Modelabel entstehen. Das nötige Know-How dafür hatte Olli. Er musste zur selben Zeit als Endarbeit seiner Grafiker-Ausbildung auch ein Label gründen. Heute, nach seinem Abschluss, arbeitet er beim Kreativbureau in Eupen und nebenher eben als Besitzer eins Modelabels. Und auch die Namensgebung ist dem Grafiker zuzuschreiben. Denn er nannte Doris Hund Balu immer Uwe – einfach, weil er es witzig fand. Damit blieb der Name haften.

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Doris Hund Balu darf auf den Bildern natürlich auch nicht fehlen. Er ist von Anfang an Teil der UWE-Family.

Der gebürtige Kelmiser ist außerdem für die Umsetzung der vielen Designideen zuständig. Am Logo hat er beispielsweise fünf Monate gesessen. „Es war ein langer Prozess und irgendwann musste ich auch mal sagen: jetzt ist Schluss“, so Olli. „Er ist wirklich ein Perfektionist“, findet Dori. „Aber wir sind bei UWE überall mit Herzblut dabei. Und das muss auch so sein.“ Sie stellt ihre Wohnung in Aachen als Hauptquartier von UWE Apparel zur Verfügung, noch gibt es UWE nämlich nur online zu kaufen. Dort näht sie in Handarbeit die Etiketten auf alle Mützen, Hoodies, Sweater, Jutebeutel, College-Jacken sowie T-Shirts und pflegt den Kundenkontakt. Sie ist der „Schlüssel zu den Kunden“, findet Olli. Und das ist ein 24-Stunden-Job. Denn Bestellungen können jederzeit eintrudeln. „Hauptsächlich versenden wir innerhalb Deutschlands und auch nach Ostbelgien. Aber wir haben auch schon Bestellungen aus Australien, Österreich, Algerien, Schweden und Slowenien erhalten“, erzählt die 24-Jährige. So läuft eine Kundenanfrage dann auch gerne mal nachts um zwei Uhr ein. „Ich versuche trotzdem, auf alle Anfragen schnell zu reagieren. Wir sind selber sehr ungeduldige Menschen, was Online-Bestellungen betrifft, deshalb wollen wir unsere Kunden auch nicht warten lassen“, lacht Dori.

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Pizza ist nicht nur Doris und Ollis Lieblingsessen, sondern kommt auch als Kleidung (Pizza-Beanie) hervorragend bei den Kunden an.

Darüber hinaus ist UWE auch bei Instagram, der hauseigenen „Werbeplattform“, wie Dori es beschreibt. Hier postet die Stolbergerin regelmäßig Bilder von neuen Kollektionen oder auch mal von Pizza. Denn dieses Gericht kommt bei den Kunden besonders gut an: „Unser Pizza-Beanie verkauft sich mit am besten. Ebenso wie das T-Shirt Banana Leaf“, weiß Olli. Mit dem Social-Media-Kanal hat das Paar auch anderweitig sehr gute Erfahrungen gemacht, denn dort haben sich Dori und Olli kennen gelernt. „Olli hat mich eines Tages einfach angeschrieben“, erzählt die Blondine mit dem Nasenpiercing. Das war ungefähr vor einem Jahr. Dass die beiden nur wenige Monate später zudem Geschäftspartner sein würden, hätten sie damals wohl nicht geahnt. „Wir sind ein gutes Zwei-Mann-Unternehmen“, so die Studentin. Es sei sogar von Vorteil, dass die beiden ein Paar sind, meint Olli: „Wir müssen zum Beispiel keine Meetings vereinbaren. Klar, es kommt schon mal vor, dass wir eigentlich einen ruhigen Abend geplant haben, mit der Pizza vorm Fernseher sitzen und dann trotzdem über UWE sprechen. Aber das hat bisher noch nie gestört.

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Obwohl UWE täglich Zeit in Anspruch nimmt, ist das Modelabel bislang nur ein Nebenjob für die beiden. „UWE ist für uns nicht Plan A, da machen wir uns nichts vor“, ist Dori realistisch. Dennoch, das Label trägt sich mittlerweile von selbst. „Wenn wieder Geld auf dem Konto landet, freuen wir uns, dass wir neue Produkte für UWE herstellen können“, sagt Olli. So kann sich das Unternehmer-Pärchen auch Fair-Trade-Kleidung leisten. Einen richtigen Fünf-Jahres-Plan gibt es vorerst aber nicht. „Wir haben so viele Ideen, von denen 90 Prozent meistens sofort wieder in der Tonne landen. Aber cool wäre es, wenn wir uns irgendwann komplett in UWE einkleiden könnten“, sagt der 23-Jährige. „Im Moment arbeiten wir fleißig an den Sommersachen und ab April sollen ganz neu Pins, also Anstecker, dazu kommen.“

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