Expertin: „Von einem Drogentrip wird man nicht sofort abhängig“

Der 18-jährigen Femke aus Aachen wurde auf einer Party übel mitgespielt. Jemand hatte dem Mädchen Speed ins Glas geschüttet. Carolin Scheliga von der ASL (Arbeitsgemeinschaft für Suchtvorbeugung und Lebensbewältigung) in Eupen rät: „Sofort sollte die oder der Betroffene einen Bluttest machen.“

„Am wichtigsten ist es, schnellstmöglich einen Drogentest durchzuführen. Die beste Möglichkeit, eine Einnahme von Drogen zu untersuchen ist die Blutuntersuchung und die kann nur in einem Krankenhaus, bei einem Arzt oder in einem Labor erfolgen“, so die Expertin. Manche Drogen seien nur im Blut nachweisbar. Scheliga: „Und gerade bei den gängigen Mitteln, die ins Glas geschüttet werden, wie GHB/ Liquid XTC/K.O.-Tropfen spielt der Zeitfaktor eine große Rolle, denn nach dem Rausch ist dieses Mittel beispielsweise kaum mehr nachweisbar.“

10637607_10204172162171489_1484764132_nAuf einer Party in Aachen wurde Femke (Name von der Redaktion geändert) Speed ins Glas geschüttet. Illustration: Klenkes

Unterdessen ist die Gefahr einer Abhängigkeit, wenn man einmal einen Drogentrip hatte, nicht sehr hoch. „Dennoch ist es erwiesen, dass gerade im jugendlichen Gehirn durch einen frühen Konsum das Gehirn insoweit beeinflusst wird, dass eine Abhängigkeitserkrankung wahrscheinlicher wird, als bei einem Jugendlichen, der in der Pubertät nichts konsumiert“, so die Expertin von der ALS: „Gerade in der Pubertät erfährt das Gehirn eine Entwicklung, in der es für Abhängigkeitserkrankungen besonders ‚empfänglich‘ ist.“ (mv)

Die ganze Geschichte von Femke lest ihr auf der letzten Seite der GrenzEcho-Dienstagsausgabe.

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„Speed“ – eine Doku über die Suche nach der Zeit

Speed

Gestern Abend lief mal wieder nichts Gescheites in der viereckigen Kiste. Auf RTL erdreistete sich der „Bachelor“, ins Bild zu huschen, während Sat1 das völlig verblödete Format „The Biggest Loser“ ausstrahlte, eine sogenannte „Abspeck-Soap“. Widerlich.

Da loben wir doch den TV-Sender „Arte“, der einem nicht selten bei der Programmwahl aus der Patsche hilft. Dort lief beim Einschalten bereits seit einigen Minuten der Dokumentarfilm „Speed – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Schnell hatte uns der preisgekrönte Macher des Films, Florian Opitz, auf seine Seite gezogen. Der junge Dokumentarfilmer hat versucht, dem Phänomen der „Beschleunigung“ auf der ganzen Welt auf die Spur zu kommen. Er reiste nach Bhutan, wo der König das „Bruttonationalglück“ in der Verfassung verankert hat. Er reiste nach Patagonien, wo Douglas Tompkins mit Millionen Euro ein Areal der Entschleunigung errichtet hat. Außerdem kommen in „Speed“ Professoren, Zeitforscher und sogar eine berühmte Unternehmensberaterin (allerdings nur ganz kurz, sie hatte keine „Zeit“) zu Wort, die einem interessante Aufschlüsse geben. Oder wie Opitz sagt: „Ein anderes Tempo ist möglich, wir müssen es nur wollen.“

Also nehmt euch bitte die ZEIT, ungefähr 100 Minuten. Es lohnt sich! Die Doku ist jetzt eine Woche lang online. Eine Wiederholung kommt am 11. Februar um 01.20 Uhr.

HIER LANG GEHT ES ZUM VIDEO.