Der Landwirt, der keiner sein wollte

Text von Mike Notermans
Fotos von David Hagemann

20150306_hagemann_0069Pascal Niessen aus Deidenberg sitzt in seinem kleinen Büro. An der Wand hängt ein Bild aus ­alten Tagen, das ihn gemeinsam mit seinem Vater Edgar zeigt. Durch zwei kleine Fenster kann der 25-Jährige direkt in den weiträumigen Laufstall seiner 120 Milchkühe blicken, die gerade insgesamt fast ein halbe Tonne Futter verspeisen. Aus der Silage steigt Dampf auf, der für die Landwirtschaft typische Geruch liegt in der Luft.
An seinem Rechner kontrolliert der Landwirt, ob jede seiner Holstein-Kühe auch gefressen und die nötige Menge an Milch abgegeben hat – modernste Melk- und Futtertechnik macht dies möglich. „Ohne wäre es nicht möglich, die vielen Arbeiten an nur einem Tag zu bewältigen oder Termine einzuhalten“, sagt Pascal Niessen.
Während er sich durch den Zahlen-Dschungel kämpft, hat Pascal bereits einige Stunden Arbeit hinter sich. Um 5.30 Uhr klingelt jeden Tag der Wecker. Dann einfach im Bett zu bleiben oder zu trödeln, kann sich der junge Landwirt nicht leisten. Ob er müde ist oder einfach keine Lust hat, interessiert die mehr als 300 Milch- und Fleischkühe, die schon darauf warten, gefüttert und gemolken zu werden, nicht. In Zeiten, in denen immer mehr Bauernhöfe geschlossen werden müssen, weil sich unter anderem kein passender Nachfolger finden lässt, hat sich der 25-Jährige ganz bewusst für den Beruf des Landwirts entschieden und stellt so eine Seltenheit dar. Dass er mit 25 Jahren selbstständig einen landwirtschaftlichen Betrieb führt, war für Pascal Niessen lange Zeit schlichtweg undenkbar. „Die Arbeit auf dem Hof meines Vaters hat mir immer viel Spaß gemacht. Trotzdem wollte ich früher alles andere als Landwirt werden und habe beispielsweise recht oft über einen Beruf im Bankwesen nachgedacht.“

20150306_hagemann_0061Der Tod seines Großvaters löste bei dem Schüler allerdings ein Umdenken aus. „Weil gerade in der Landwirtschaft Hand in Hand gearbeitet werden muss und das Verhältnis zwischen Vater und Sohn gerade deshalb eine große und immens wichtige Rolle spielt, hat mein Vater sehr mit diesem Verlust gekämpft und wollte die Milchwirtschaft komplett aufgeben“, erzählte der Junglandwirt.
Damit es nicht so weit kommt, schlug Niessen einen anderen Berufsweg ein. Weg vom Schreibtisch, raus aus den mausgrauen Büros und rein in den Betrieb seines Vaters. Mit dem neuen Ziel vor Augen, absolvierte Niessen sein Abitur an der Agronomie-Abteilung der Bischöflichen Schule in St.Vith. Im Anschluss arbeitete er für ein halbes Jahr im Außendienst eines Unternehmens aus Luxemburg. „Danach war mir endgültig klar, dass ich eine Arbeit will, bei der mir niemand meinen Tagesablauf vorschreibt“, so Niessen.
Ganz weg vom richtigen und gekonnten Spiel mit Zahlen, Statistiken oder Quoten ist der Landwirt aber auch nach seiner beruflichen Umorientierung nicht. Dass moderne Landwirte in gewisser Weise auch Manager sind, bestätigt das Beispiel von Pascal Niessen. Die immer wieder schwankenden Milchpreise bereiten dem Deidenberger Kopfzerbrechen – wie vielen anderen auch. „Ich muss alles ganz genau berechnen, nötige Investitionen richtig einschätzen und über alles nachdenken. Aber ich mag Herausforderungen“, sagt er.

20150306_hagemann_0030Neben seinen Eltern, die ihren Sohn unterstützen, wo sie nur können, spielt Pascals Freundin Nathalie eine wichtige Rolle im Leben des Hobbyfußballers im Dienste des KFC Amel. Als Pascal seine künftige Freundin kennenlernte, verschwieg er ihr seinen ungewöhnlichen Beruf. „An dem Wort ‚Landwirt‘ haften eben sehr viele Vorurteile. Das liegt wahrscheinlich an der Tatsache, dass viele Menschen einfach kein Verständnis mehr für den Beruf haben und sich nicht dafür interessieren, wo unsere Nahrung eigentlich her kommt“, so Niessen. „Deshalb habe ich mich erstmal als Schreiner ausgegeben“, erzählt er mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht. Durch eine Bekannte erfuhr seine jetzige Freundin von dem tatsächlichen Beruf des leidenschaftlichen Karnevalisten „Ich muss schon sagen, dass ich wirklich eine tolle Freundin habe. Obwohl sie wegen meiner Arbeit oft zurückstecken muss, akzeptiert sie mich und meinen Beruf.“
Der größte Nachteil an dem Beruf des Landwirten sei die Tatsache, dass man ständig an Zeiten gebunden ist, erzählt Pascal. „Wenn meine Freunde im Sommer am See ‚chillen‘, muss ich zum Melken zurück auf den Hof. Aber wenn man einmal mit der Arbeit begonnen hat, denkt man nicht mehr an die negativen Seiten. Ich finde ohnehin, dass die positiven Seiten deutlich überwiegen.“
Während er über seinen Hof spaziert, sieht man dem Landwirt an, dass er stolz auf das Erreichte und glücklich darüber ist, es allen Skeptikern, Kritikern und vielleicht auch alle Neidern gezeigt zu haben. „Heute“, sagt er, „würde ich alles wieder genau so machen.“

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Nachgefragt bei “Monster-“Darstellern

Die Schülerinnen Saskia Roder („Alex“) und Sally Erkens („Jackie“) stehen nach „Knastkinder“ zum zweiten Mal auf der Bühne, für Louisa Thielen in einer Nebenrolle hingegen stellt „Monster“ eine Premiere dar. GEneration fragte nach, wie es ist, eine Jungschauspielerin zu sein.

Saskia, Louisa und Sally (v.l.n.r.)

Saskia, Louisa und Sally (v.l.n.r.)

Hat euch der Erfolg von „Knastkinder“ überrascht?
Sally Erkens: „Absolut. Wir hätten nicht gedacht, dass gleich unser erstes Stück so gute Resonanzen beim Publikum hervorruft und wir vor so vielen Menschen auftreten dürfen. Das hat uns natürlich sehr gefreut.“

Welche Erfahrungen habt ihr in eurer Zeit in der Jugendtheatergruppe gemacht?
Louisa Thielen: „Wir spielen nicht einfach drauf los. Jörg Lentzen gibt darauf Acht, dass wir auch lernen, durch Aussprache, Sprechlautstärke, Gestik, Mimik oder Rollenverständnis darstellerisch Akzente zu setzen.
Es ist beispielsweise nicht für jeden Darsteller selbstverständlich, Charakterzüge wie Hinterlist oder Heimtücke glaubwürdig darzustellen. Das muss man erst lernen.“

Wie viel Zeit nimmt die Teilnahme in einer Theatergruppe in Anspruch?
Saskia Roder: „Gar nicht mal so viel, wie man eigentlich meinen sollte. Für ‚Monster‘ proben wir seit Oktober jeden Freitagabend zirka zwei Stunden. Zudem haben wir am Wochenende des 7. und 8. Februar einen Theaterworkshop in Worriken in Bütgenbach absolviert. Hinzu kommt natürlich noch die persönliche Vorbereitung, die aus Einlesen ins Drehbuch und Lernen der Texte besteht.“

Wie sieht es mit der Aufregung aus? Steigt das Lampenfieber?
Saskia Roder: „Einige von uns sind schon ganz schön nervös. Ich persönlich jedoch bin in meiner Rolle in „Knastkinder“ derart aufgegangen, dass ich das Publikum gar nicht mehr bemerkt habe.“

Junge „Monster“ liefern starkes Stück

Am Freitag um 20 Uhr präsentiert Chudoscnik Sunergia in Eupen die Premiere der Jugendtheateraufführung „Monster“ im Rahmen des scenario Festival 2015. „Monster“ ist die zweite, mit Spannung erwartete Produktion der  Theatergruppe des Jugendtreff Inside Eynatten, die im vergangenen Jahr mit „Knastkinder“ einen Überraschungserfolg landete.

 

Von Björn Marx

150310_Szene_5Zwischen Lampenfieber und Scheinwerferlicht: Bei Sally Erkens, Saskia Roder, Bálász Zsido, Céline Gils, Julien Robinet, Delia Kalff und vielen weiteren Darstellern steigen die Erwartungen an den 20. März, wenn sie ihr neues Stück „Monster“ im Rahmen des scenario Festival 2015 uraufführen werden. Die 14- bis 25-jährigen Jungdarsteller der Theatergruppe des Jugendtreff Inside Eynatten werden jedoch nicht zum ersten Mal auf einer Bühne stehen, war ihre erste Zusammenarbeit mit dem Theaterpädagogen Jörg Lentzen im letzten Jahr doch ein Überraschungserfolg.

Das Stück „Knastkinder“ wurde insgesamt acht Mal vor größtenteils ausverkauften Sälen aufgeführt, darunter zwei Mal im Eupener Hotel Bosten, und vom Publikum stets begeistert beklatscht. Nun steht mit „Monster“ die nächste Produktion auf dem Programm, die die jungen Darsteller nicht nur ins Jünglingshaus nach Eupen, sondern später auch nach Aachen, ins flämische Maasmechelen, in die niederländischen Städte Heerlen und Sittard und schließlich in den heimischen Bergscheider Hof in Raeren führen wird. „Monster“ ist ein Drehbuch des deutschen Autoren Christian Ulmcke und wurde von den Darstellern sorgfältig aus mehreren Vorlagen ausgewählt.

Plakat Monster DEEs handelt sich um ein Stück, das die negativen Aspekte des heutigen Alltags an Schulen aufgreift. So heißt es im Ankündigungstext: „Die Schule, ein Ort des Lernens, der Freude und der Freundschaft? Falsch. Wohl eher ein grausamer Ort voll von Mobbing, Ausgrenzung, Gewalt, Drogen und falscher Freunde. Ihr glaubt mir nicht? Da wart Ihr wohl noch nie in einer Schule – zumindest nicht in unserer Schule. Denn das wichtigste, was wir hier lernen, ist, dass es überhaupt keine Rolle spielt, wie viel schlauer und netter und aufgeweckter du bist. Das Einzige, was zählt, ist die Fähigkeit, andere fertig zu machen.“ Das ist die harte Wirklichkeit in „Monster“, mit der die Protagonisten Sophie, Jonny, Ben, Jackie und Alex konfrontiert werden. Ob „Hübsche“, „Macho“, „Streberin“, „Kiffer“ oder „Emo“: Die Schüler einer Oberstufenklasse sind sich untereinander herzlich gleichgültig oder verachten sich sogar gegenseitig. In „Monster“ wird also die teils harsche Realität des Schulalltags thematisiert – „Heile-Welt“-Theater sieht anders aus. Auch die Kulissen sind spartanisch auf das Wesentliche reduziert: Vor weißem Hintergrund treffen maximal drei Schauspieler gleichzeitig aufeinander, sodass sie selbst und auch das Publikum auf die Darstellung fokussiert sind. Gerade dieser Wirklichkeitsbezug ist es, welcher der Theatergruppe des Jugendtreff Inside Eynatten seit ihrer Gründung im Jahre 2012 regen Zulauf beschert. „Während der schon damals florierenden Bandworkshops im Jugendtreff stellten einige Teilnehmer fest, dass auch Bühnenpräsenz professioneller Ausbildung bedarf“, so Werner Kalff, hauptamtlicher Leiter des Jugendtreffs Inside Eynatten. Daraus sei die Idee einer eigenen Jugendtheatergruppe geboren.

150310_EnsembleFür „Monster“ begeben sich seit Oktober jeden Freitag 16 Darsteller zur Probe unter Anleitung von Jörg Lentzen. Zwei Ensembles werden das Stück aufführen, einige Schauspieler übernehmen sowohl in der ersten wie auch in der zweiten Besetzung eine Rolle. Warum begeistern sich Jugendliche in einer Welt, die von Smartphones, Videogames und Social Media bestimmt wird, für eine traditionelle Kunstform wie das Theater? Theaterpädagoge Jörg Lentzen findet darauf sich ergänzende Antworten: „Theater ist Selbsterfahrung, bietet kreativen Spielraum und ist somit eine Schule fürs Leben. Genaues Zuhören, Neugierde, Spieltrieb und Zusammenarbeit sind wichtige soziale Kompetenzen, die die jungen Darsteller in der Zusammenarbeit untereinander und mit dem Theaterpädagogen verinnerlichen.“ Demnach biete Theater den Darstellern die Möglichkeit, sich selbst ernst zu nehmen und ernst genommen zu werden: von den Mitspielern, vom Publikum. Die Theatergruppe des Jugendtreff Inside Eynatten hat mit „Knastkinder“ und nun auch mit „Monster“ ein Vorurteil widerlegt, das Jugend­theater auf reinen Zeitvertreib für Jugendliche und damit auf mangelnde Ernsthaftigkeit reduziert. Sie haben bewiesen, dass auch junge Darsteller zu ernsten Themen Zugang finden. Wer diese Eindrücke nachempfinden und die jungen „Monster“ live erleben möchte, lässt sich die Premiere am 20. März um 20 Uhr im Jünglingshaus, Neu­straße 86 in Eupen keinesfalls entgehen. (bm)

DJ Kelly: Eine Frau dreht an den Reglern

Kelly Comté aus Stavelot hat als DJane in der von Männern dominierten Szene einen schweren Stand. Doch die 19-Jährige hat bewiesen,
was sie kann und sich als DJ Kelly einen Namen gemacht – auch wenn das einigen männlichen Kollegen nicht gefällt.

Von Allan Bastin

Kelly Comté aus Stavelot legt als DJ Kelly in der Region auf. Foto: Cedrik Fortemps

Kelly Comté aus Stavelot legt als DJ Kelly in der Region auf. Foto: Cedrik Fortemps

Fast 3.500 Likes verbucht DJ Kelly auf ihrer Facebook-Fanseite. Für eine Künstlerin aus der regionalen DJ-Szene ist das eine ansehnliche Hausnummer. „Und es sind nicht nur Belgier dabei, sondern auch Deutsche, Luxemburger, Franzosen und sogar Leute aus Kanada und Polen. Das macht einem fast schon Angst“, lacht DJ Kelly, die eigentlich Kelly Comté heißt und Kommunikation studiert.
Dabei war der Erfolg anfangs nicht vorauszusehen. Auch ihre Eltern hatten zunächst Bedenken, die 19-Jährige könnte ihr Kommunikationsstudium vernachlässigen. „Alles hat mit 14 Jahren in meinem Schlafzimmer angefangen. Mein Vater war damals selbst DJ und stellte mir sein Material zur Verfügung.“ Was anfangs nur pure Neugier und Spaß war, entwickelte sich schnell zu einer Leidenschaft: „Es wurde quasi zur Gewohnheit, dass ich bei meiner Rückkehr aus der Schule zum Mischpult ging.“
Ihr komplettes Know-how hat sie sich selbst angeeignet. Nach einigen Monaten nahm sie ihre ersten Sets auf und stellte diese ins Netz. Mit Erfolg, denn sie bekam sehr viel positives Feedback. „Dennoch fühlte ich mich zu Beginn als Mädchen ein wenig belächelt. Keiner nahm mich wirklich ernst“, erzählt Kelly. Dann ging aber alles sehr schnell: Erste Anfragen für Geburtstagsfeiern trudelten ein. Schließlich durfte sie auf einer kleinen Bühne der Francofolies in Spa auflegen – mit gerade mal 15 Jahren. Schon ein Jahr später kamen erste Anfragen von Lütticher Discotheken, um dort das Publikum im Vorprogramm in Stimmung zu bringen. Auch auf Bällen in der Region legte sie auf. „Das ging alles viel schneller, als ich mir es jemals erträumt hätte. Ich verstand anfangs nicht so recht, wie mir geschah. Vor allem war ich damals noch wirklich ein schüchternes Mädchen“, erinnert sich Kelly. Zwischen den damaligen und den heutigen Bühnenperformances liegen Welten: „Ich habe gelernt, das Mikro und meine Stimme richtig zu benutzen, um den Leuten einzuheizen. Zudem passe ich mich auch dem Event an.
Auf einer Disco Deluxe spielst du andere Musik als beispielsweise auf einem Abi-Ball in Malmedy. Ich schaue auch auf die Reaktion der Leute. Während ich anfangs ausschließlich Electro und House spielte, spiele ich jetzt je nach Abend auch komplett andere Musikrichtungen.“ Eine fixe Playlist hat sie nicht, wenn sie auf einer Veranstaltung ankommt: „In der Woche vor der Veranstaltung suche ich alle Neuheiten heraus. Ich überlege mir schon ein bisschen, was ich spielen werde. Es grenzt aber oft an Improvisation, denn in meinen Augen macht gerade das den DJ-Job so aufregend.“ Kellys Lieblings-DJs sind unter anderem Nikki Romero, Afrojack, Olivier oder auch DJ Coone, der der Hardstyle-Szene angehört. Den weniger bekannten belgischen DJ Dimitri Wouters mag sie ebenfalls. Ein Künstler hat es ihr allerdings ganz besonders angetan: DJ Tiësto. „Ich muss schon sagen, dass ich ihn ein wenig bewundere. Ich habe ihn vor fast vier Jahren live in Malmedy gesehen.
Dieser Auftritt hat mich wirklich geprägt.“ Dass Kelly genauso erfolgreich wird wie ihre Vorbilder, glaubt die junge Frau nicht: „Mein Ziel ist es, die Leute zum Tanzen zu bringen und ihnen dabei zu helfen, ihre Probleme für einen Abend zu vergessen. Alles andere ist Bonus.“ Auf ostbelgischen Bühnen fühlt sie sich besonders wohl. „Die Leute kommen irgendwie netter rüber und zeigen sich meiner Musik gegenüber sehr offen. Das hat wohl mit der Mentalität zu tun. Aber die Unterschiede zum Rest der Wallonie sind minimal, denn Party machen kann man überall.“ Mittlerweile ist Kelly auch Stamm-DJane für das Konzept „Oh My House“ in der Lütticher Diskothek Metropolis. Hier wird den DJs einiges mehr abverlangt als auf regionalen Veranstaltungen. „Auf einem Ball möchten sich die Leute einfach mit Freunden amüsieren und dabei was trinken. Natürlich ist die Leistung des DJs dabei auch wichtig, aber weniger als in einer Diskothek, wo die Menschen mehr auf die Musik achten und diese genießen wollen.“ Eine Gemeinsamkeit gibt es dennoch: Sie ist fast immer das einzige Mädchen an den Turntables. Ob das für sie nicht ein komisches Gefühl ist? „Absolut nicht. Ich denke, dass es für die Männer komischer sein muss. Es gibt sogar Kerle, denen das gar nicht passt. Aber das ist mir egal. Ich bin stolz darauf, als Mädchen in dieser Szene aktiv zu sein. Denn Frauen haben dort genauso ihren Platz wie Männer.“

Kommentar zu Tinder: “Wisch und weg!”

Von Annick Meys

Ich muss vorwegnehmen: Ich bin vergeben. Aus Neugierde, und um mitreden zu können, lade ich die Tinder-App trotzdem auf mein Smartphone. Das Anmelden geht über den Facebook-Account ratzfatz. Das Prinzip ist selbsterklärend: Gefällt einem ein Bild, schiebt man es nach rechts. Ein Wisch nach links und das Profil kommt einem nie wieder unter. Da ich aber offenbar zu wählerisch bin, generiere ich zunächst keine einzige Übereinstimmung und darauf kommt es schließlich an. Ohne Match kein Chat. Ich fahre also meine Ansprüche herunter – mit Erfolg. „You‘ve got a match“ zeigt die App an. Was dann folgt, ist allerdings sehr ernüchternd. „Na süsse, was machst du den?“, schreibt Frank. Na toll! Ich weiß nicht, was schlimmer ist – die Ansprache oder seine Rechtschreibung. Der zweite Match fällt direkt mit der Tür ins Haus: „Schickst du mir Nacktbilder?“, fragt mich einer, auf dessen Anzeigebild zwei süße Katzenbabys zu sehen sind. Deswegen vermute ich auch, dass Paul, der sich angeblich 65 Kilometer von mir entfernt befindet, entweder gar nicht mal so gut aussieht, oder vergeben ist, womöglich verheiratet und hier nicht erkannt werden möchte. Ich finde Paul ganz schön dreist und schicke ihm ein höfliches Nein. Er antwortet, indem er mich aus dem Chat kickt. Die folgenden Kontakte sind zunächst ganz in Ordnung. Viele fragen, was ich hier suche. Auf die gleiche Gegenfrage lautet die Antwort meist: „Was sich eben ergibt“. Dann folgt langweiliger Smalltalk, der nicht über Job und Hobbys hinauskommt. Schließlich läuft es aber doch meistens auf dieselbe anzügliche Leier hinaus. Sicher sind nicht alle so, bestimmt habe ich einfach nur falsch gewischt. Eine neue Nachricht kündigt sich an: „How are you?“, „Fine, and you?“, „Do you wanna f***?“, „No“, „Ok, bye“. Ich melde mich ab und lösche die App schnell wieder. Ich bezweifle, dass hier irgendjemand die große Liebe findet. Genausowenig glaube ich aber, dass jemand ernsthaft bei Tinder danach sucht. Unterhaltsam ist die App trotz alledem.

App zum Date

Partnersuche via Smartphone? Das galt lange Zeit als schmuddelig und verrucht. Doch nach vielen Versuchen scheint sich nun eine Dating-App durchgesetzt zu haben. Die Rede ist von Tinder. Auch Christian aus Berlin ist Fan der Anwendung. Seine Traumfrau glaubt er aber nicht damit zu finden.
Von Gregory Wintgens

 

App Tinder15 Jahre ist es mittlerweile her, seit die zwei jungen Berkeley-Absolventen James Hong und Jim Young ihr Projekt hotornot.com starteten. Ihre Namen kennen heute nur noch Silicon-Valley-Interessierte. Auch ihre Bedeutung als Grundsteinleger für das, woraus andere kluge Köpfe ein paar Jahre später Facebook und YouTube machten, erschließt sich erst bei genauerer Beobachtung. Dass ihre Vorarbeit der heutigen Nummer eins unter den Dating-Apps einiges erleichtert hat, ist wiederum offensichtlich.
Tinder besteht wie die meisten Internet-Startup-Geschichten seit dem Start des aktuellen Jahrtausends. Es ist 2012, als drei befreundete Studenten, in diesem Fall von der renommierten University of Southern California in Los Angeles, eine App veröffentlichten, die vorübergehend vor allem auf dem Campus genutzt wird. Während Mark Zuckerberg knapp acht Jahre vorher sein ursprünglich zu Dating-Zwecken geplantes Facebook langsam um weitere Funktionen erweitert und damit heute ein Milliarden schweres Imperium erschaffen hat, konzentrieren sich die Tinder-Gründer Rad, Mateen und Badeen aufs Wesentliche. Finden, Entscheiden, Treffen – drei Schritte zum theoretischen Glück. In der Praxis meldet sich der Tinder-Nutzer mit seinem Facebook-Profil in der App an und wählt sein Profilbild aus. Unmittelbar danach kann es auch schon losgehen – mittels GPS-Lokalisierung zeigt Tinder dem Nutzer andere Personen in seinem aktuellen Umkreis an, die die App kürzlich genutzt haben. Neben dem Profilfoto werden außerdem noch der Vorname und das Alter angezeigt. Wer auf innere Werte setzt, ist bei Tinder fehl am Platz. Hier geht es knallhart um optische Vorlieben, ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein sollte man idealerweise also mitbringen. Gefällt einem, was man sieht, wischt man auf dem Smartphone nach rechts und signalisiert damit Interesse. Ein Wisch nach links lässt sich höflich als „Nein, danke“ interpretieren. Alles anonym versteht sich. Wirklich spannend wird es erst, wenn der/die UserIn gegenüber nun ebenfalls nach rechts wischt und somit also ein beiderseitiges Interesse bekundet wird. Dies schaltet die App in die zweite Phase, in der die beiden Nutzer sich gegenseitig direkte Nachrichten schicken können, um mehr übereinander zu erfahren oder ein Treffen zu vereinbaren.
Hört sich recht simpel an. Es hat, was die Vorlieben einer ganzen Generation angeht, aber auf eindrucksvolle Weise ins Schwarze getroffen. Heute nutzen ungefähr 25 Millionen Nutzer die App, die mittlerweile in 24 Sprachen erhältlich ist. Während Tinder bis vor kurzem in erster Linie nur in englischsprachigen Ländern wie den USA, Australien und Großbritannien genutzt wurde, ist das Programm seit einem großen Medienecho im vergangenen Jahr mittlerweile auch in Westeuropa angekommen. „Das Wichtigste ist, dass man realistisch an die Sache rangeht und ehrlich ist mit anderen Nutzern im Bezug darauf, worum es einem selber geht“, sagt Christian (24) aus Berlin. Als begeisterter Tinder-User weiß Christian seit einem halben Jahr sehr genau, was er von Tinder erwartet: unkomplizierten und schnellen Kontakt zu hübschen, jungen Frauen. Dass er ein Faible für englischsprachige Damen hat, hilft ihm. In der deutschen Hauptstadt lassen sich über Tinder nach wie vor mehr kürzlich zugezogene amerikanische, britische und australische Nutzer und Nutzerinnen finden. „Ich will nicht sagen, dass es unmöglich ist, die Frau fürs Leben mit Tinder zu finden. Für sehr realistisch halte ich es aber gleichzeitig auch nicht“, ergänzt Christian.
Alternativen mit diversen Vor- und Nachteilen bzw. zusätzlichen Features für die etwas konkretere Partnersuche gibt es wie Sand am Meer. Ganz vorne mit dabei das deutsche Lovoo, das sogar älter als Tinder ist und, entsprechend der Herkunft hauptsächlich von deutschen Nutzern gebraucht wird. Super spannend und deutlich indirekter ist auch Snoopet, das voll auf den Hund als Flirthelfer setzt. Vor dem Gassigehen können HundeführerInnen einchecken, populäre Strecken in der Umgebung suchen und sehen, wer auf diesen unterwegs ist. „Rein zufällige Treffen“ lassen sich so wunderbar inszenieren.
Wer für Tinder selber keine Verwendung hat, kann sich dennoch vom Produkt unterhalten lassen, beispielsweise durch zahlreiche amüsante YouTube-Videos zum Thema. Unsere persönliche Empfehlung: „Grandfather goes on Tinder dates.“ Und falls es mal wieder nicht hat sein sollen mit der Beziehung, hilft die App Killswitch dabei, alle Spuren der/des Ex auf dem eigenen Facebook-Profil in kürzester Zeit verschwinden zu lassen.

 

Von J1T zum GE-Reporter

Jeder Sportinteressierte dürfte schon einen Artikel von Mike ­Notermans im GrenzEcho gelesen haben. Den ersten schrieb der Eupener vor knapp zwei Jahren, denn 2013 machte Mike bei der GrenzEcho- und BRF-Aktion „Journalist für einen Tag“ (J1T) mit. Jetzt sitzt er täglich in den Räumen der Redaktion am Eupener Marktplatz, als fester GE-Reporter.
Von Mario Vondegracht
mike

Mike Notermans vor zwei Jahren im Gespräch mit Fußballprofis der AS Eupen. Sein Artikel zum Projekt der “Aspire Academy” landete schließlich sogar auf Seite 1 der GE-Tagesausgabe. Archivfoto: David Hagemann

Alles hatte damit angefangen, dass Mikes Lehrer im Abi­turjahr des Königlichen Athenäums Eupen sich wieder für die J1T-Woche beworben hatten. „Ich war gespannt darauf, den Alltag einer Redaktion kennenzulernen“, erinnert sich Mike heute. Damals wurde ihm und seinem Kumpel Pierre Nyssen die Rolle des Chefredakteurs zugeteilt. „Im Nachhinein“, so der 22-Jährige, „war das ein sehr stressiger Job“. Und dabei haben die Schüler an einem Arbeitstag nur einen recht kleinen Teil der Zeitung füllen müssen. „Viele der Artikel, die am nächsten Tag erscheinen sollten, wurden erst im späten Nachmittag fertig“, weiß Mike noch gut. Der Jungjournalist lacht, als er erzählt, dass die schwierigste Aufgabe gewesen sei, die Texte der eigenen Freunde zu streichen bzw. jene den ganzen Tag herum zu kommandieren, „ohne dabei gleich einen Streit vom Zaun zu brechen“. Mike hat allerdings auch selber Texte für die vier Seiten starke Mini-Zeitung geschrieben, die im Innenteil des normalen GrenzEcho erschien. „Ich habe mich im Zuge meiner Endarbeit über das katarische Projekt ‚Aspire Football Dreams‘ mit zwei Fußballprofis der AS Eupen getroffen und ihre Geschichte erzählt. Die Story muss ganz gut angekommen sein und landete am nächsten Tag als Aufhänger auf Seite 1 der Tagesausgabe“, sagt Mike nicht ohne Stolz. Der Job des Journalisten reizt Mike schon lange. Vor allem Sportthemen liegen dem Eupener. „Im Laufe meiner Schulzeit habe ich gemerkt, dass mir das Schreiben ganz gut liegt und vor allem Spaß macht.“ Mit seinem besten Freund Jens Leys („der als Fanbeauftragter der AS Eupen übrigens eine hervorragende Arbeit verrichtet“) hat Mike im Alter von 17 Jahren eine Internetseite für AS-Fans ins Leben gerufen. Dadurch wurde die damalige Vereinsführung der AS unter Ingo Klein auf Mike und seinen Kumpel aufmerksam. Mike erinnert sich: „Während beinahe zwei Spielzeiten durften wir die Mannschaft dann begleiten und haben für die AS-Webseite geschrieben. Insbesondere die Auswärtsfahrten, bei denen wir wegen unseren fehlenden Akkreditierungen nie wussten, ob wir ins Stadion kommen oder nicht, waren immer lustig.“ Doch wie führte sein Weg nach der Teilnahme an J1T zum GrenzEcho? „Ich hatte eigentlich nach dem Abitur geplant, eine Ausbildung als Medienkaufmann zu starten. Da ich aber im Endeffekt keine passende Stelle gefunden habe, habe ich mich ein Jahr lang als freier Mitarbeiter durchgeschlagen und eine Lehre im Baubetrieb meines Vaters angefangen“, schildert Mike seinen beruflichen Werdegang. Vor allem die Zeit als freier Mitarbeiter hat ihm die Türe zum Grenz­Echo geöffnet. Nach „Journalist für einen Tag“ ist er mit der GE-Redaktion in Kontakt geblieben. „Irgendwann hatte ich mich dann als freier Mitarbeiter beworben und wurde relativ schnell ins Boot geholt“, so Mike. Durch eine freie Stelle aufgrund einer Schwangerschaftsvertretung ist Notermans jetzt seit Anfang des Jahres als Redakteur beim GrenzEcho fest angestellt. Doch was ist eigentlich so spannend an dem Beruf? Mike antwortet: „Die Tatsache, dass man oft neue Sachen sieht und kennenlernt. An viele Personen oder Informationen würde man ja sonst überhaupt nicht herankommen.“
Zur Info: Wer Fragen an Mike hat, kann sich jederzeit (Mail: mnotermans@grenzecho.be) bei ihm melden.

Hintergrund Was ist J1T?

● Die Aktion „Journalist für einen Tag“ (J1T) knüpft an eine gleichnamige internationale Veranstaltungsreihe an, die einst sehr erfolgreich landes- und europaweit Schüler für einen Tag an den Beruf des Journalisten herangeführt hat.
● Seit 2009 lassen das GrenzEcho und der BRF diese Reihe in der D­G wieder aufleben.
● Während einer Woche schlüpfen die Schüler aus fünf Schulen an jeweils einem Tag in die Rolle eines Journalisten, Redakteurs, Fotografen, Kameramanns …
● Die Schüler recherchieren die Themen selbst, sie berichten über das, was sie bewegt und interessiert. Aufwändigere Recherchen oder Interviews werden im Vorfeld erledigt.
● Am Tag selbst produzieren die Schüler, behalten die aktuellen Geschehnisse im Blick, gehen zu Pressekonferenzen und vieles mehr. Dabei werden sie von Journalisten und anderen Fachkräften begleitet.
● Am Abend stellt jedes Team den Kollegen die Arbeit vor. Gemeinsam werfen die J1Tler einen Blick ins GrenzEcho von morgen, sehen den Bericht im BRF-Blickpunkt, hören die Beiträge in BRF-Aktuell und blicken mit der Internetredaktion (www.j1t.be) auf den Tag zurück.
● Eine der spannendsten Aufgaben ist, die vier Medien unter einen Hut zu bringen: Gegenseitige Werbung und Hinweise auf die ergänzenden/anderen Informationen im TV, Radio, Internet und der Zeitung.
Die Aktionswoche startet am 2. und dauert bis zum 6. März.

Was bei übermäßigem Alkoholkonsum auf dem Spiel steht

Gerade zu Karneval ist gegen ein paar Gläser Bier wohl nichts einzuwenden. Damit der Abend aber nicht mit einem Besuch in der Notaufnahme endet, sollte einiges beachtet werden. Guido Klinkenberg, Chefarzt am St.Nikolaus-Hospital in Eupen, erklärt, was in Sachen Alkohol geht und was bei übermäßigem Konsum auf dem Spiel steht.

 

Von Annick Meys

 

Ab wie viel Promille spricht man von einer Alkoholvergiftung und ab wann wird es lebensbedrohlich?
Das ist von Person zu Person unterschiedlich. Es spielen verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel Alter, Körpergewicht und Trinkgewohnheiten, eine Rolle. Bei Jugendlichen ist man bei zwei Promille sicherlich in einem sehr ungesunden Bereich. Ab drei Promille kann man von einem lebensbedrohlichen Zustand sprechen.
Welche Menge Alkohol muss ein durchschnittlicher Mann getrunken haben, um diesen Zustand zu erreichen?
Das ist auch wieder sehr abhängig von den Trinkgewohnheiten, von der körperlichen Verfassung, Körpergewicht usw. Es hängt auch davon ab, ob man Bier trinkt, oder Hochprozentiges. Ein wichtiger Aspekt ist auf jeden Fall der Zeitfaktor. Wenn ein Jugendlicher über den Tag verteilt sechs Biere trinkt, wird er das wohl verkraften. Trinkt er sie innerhalb von zwei Stunden, wird das deutlich mehr Effekt haben. Der Alkohol kann so schnell vom Körper nicht abgebaut werden. Je mehr Menge in einem kurzen Zeitfenster getrunken wird, je mehr Effekt wird es haben. Das ist auch das Problem bei Jugendlichen, die trinken schnell große Mengen und hohe Dosierungen. Das kann schnell böse enden.
Karneval herrscht in der Notaufnahme sicher Hochkonjunktur, oder?
Die stressigen Tage sind für uns die Altweibernacht und der Karnevalssamstag. Es ist aber schon ruhiger geworden. Ich erinnere mich an ein Jahr, da war es ganz schlimm. Die Stadt hatte die ganz schlechte Idee, in einem Zelt auf dem Werthplatz Freibier zu verteilen. Das haben die Jugendlichen ausgenutzt und wurden reihenweise bei uns eingeliefert. Das ist dann zum Glück nicht mehr gemacht worden.
In welchem Zustand befinden sich die Patienten, die Karneval wegen Alkohol in der Notaufnahme landen?
In der Notaufnahme landet niemand, der einfach nur betrunken ist. Zu uns kommen die Leute, die vom Rettungsdienst öffentlich aufgelesen werden, die zusammengebrochen sind und sichtlich nicht mehr gehfähig und ansprechbar sind und deren Zustand offensichtlich lebensbedrohlich ist.
Wie wirkt der Alkohol im Körper?
Der Alkohol greift mehrere Organe an. Am schnellsten betroffen ist das Nervensystem, also das Gehirn. Zuerst lässt die Koordination, die Feinmotorik nach. Je mehr Alkohol man dem Gehirn in kürzester Zeit zumutet, je weniger leistungsstärker wird es. Die normalen neurologischen Mechanismen verlassen uns: Wir sprechen undeutlich, können nicht mehr klar denken, sind nicht mehr sicher auf den Beinen, wir fallen hin, wir verlieren das Bewusstsein und die Erinnerung. Im schlimmsten Fall kann das zu einer Herzschwäche und einer nicht mehr ausreichenden Atmung führen. Dadurch bestehen dann auch nicht mehr die Schutzreflexe, sodass man, wenn man sich erbricht, das Erbrochene unter Umständen wieder einatmet. Das hat dann immer eine lebensbedrohliche Situation zur Folge.
Wie wird der Patient dann behandelt?
Er wird zuerst neurologisch untersucht. Wir wissen ja nicht, ob der Patient nur im Alkoholrausch ist, und deswegen nicht ansprechbar, oder ob er möglicherweise gestürzt ist und innere Verletzungen hat. Und dann bekommt er Infusionen angelegt, um das Blut zu verdünnen. Wenn der Zustand es erfordert, muss der Patient intensiv überwacht werden, bis hin zur künstlichen Beatmung.
Wird auch der Magen ausgepumpt?
Das ist keine klassische Maßnahme bei übermäßigem Alkoholkonsum, sondern eher bei Medikamentenkonsum. Wenn jemand bereits komatös ist, dann ist das ja schon die Auswirkung des Alkohols, das im Blut ist. Dadurch kann man das ja nicht wieder herausfiltern.
In welchem Alter sind die Patienten?
Das reicht von 13 bis 83 Jahren.
Also nicht auffällig viele Jugendliche?
Nein.
Was kostet der Aufenthalt in der Notaufnahme?
Das hängt davon ab, was gemacht wurde. Im teuersten Fall kann das die Krankenkasse ein paar 1.000 Euro kosten.
Wie viele Gehirnzellen riskiert man bei einem Vollrausch?
Da man nicht genau weiß, wie viele Gehirnzellen ein Mensch überhaupt hat, – Es sind ein paar Millionen – kann man auch nicht messen, wie viele er bei einem Vollrausch verliert. Sicher ist aber, dass das Hirn nach einmaligem Rausch keine schlimmeren Schäden davonträgt. Es wird erst zum Problem, wenn es regelmäßig passiert.
Wie lange dauert es, bis der Körper sich von einem Vollrausch erholt hat?
Das braucht schon etwa acht Stunden.
Stimmt es, dass frische Luft die Wirkung von Alkohol noch verstärkt?
Nein, das ist ein Mythos. Es ist eher so, dass die Leute nach draußen gehen, sobald sie merken, dass es ihnen schlechter geht.
Was sollten Jugendliche beim Trinken beachten?
Es geht darum, dass man sich Zeit nimmt beim Trinken. Schnelles Trinken ist extrem gefährlich. Auf jeden Fall sollte auf Hochprozentiges verzichtet werden.
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Leonard Emonts-pohl aus Raeren mit „Taschengeld“-Endarbeit an der Eupener PDS

Mehr als zwei Millionen Euro ist eine beträchtliche Zahl.  So viel Geld stand hochgerechnet allen Schülern der Sekundarabteilung der Eupener Pater-Damian-­Schule innerhalb eines Jahres zur freien Verfügung. Woher man diese Zahl kennt? Das ist Leonard Emonts-pohl aus Raeren zu verdanken. Der 19-Jährige hat in seiner Abiturendarbeit das Thema Taschengeld ­behandelt und dazu 510 Schüler befragt.
GEneration 27_01_2015.inddVon Mario Vondegracht
„Zu Beginn waren die Lehrer und mein Freundeskreis skeptisch und sagten: ‚Taschengeld, das ist aber ein langweiliges Thema‘“, sagt Emonts-pohl heute: „Doch als ich erst einmal die Umfrage durchgeführt und ausgewertet hatte, staunten nicht wenige angesichts der Summen, die ich herausgefunden habe. Da habe ich mir wirklich Respekt erarbeitet.“
So stehen 85 Prozent der Befragten (die Zielgruppe der Umfrage beschränkte sich auf Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren) im Durchschnitt rund 30 Euro im Monat an Taschengeld zur Verfügung. Der Raerener, unternahm die Umfragen in rund 30 Klassen (stets zwischen zehn und 15 Minuten) noch vor den Winterprüfungen im letzten Schuljahr, um im Anschluss die Ergebnisse wissenschaftlich auswerten zu können. Er ist der Meinung, dass diese Zahl „angemessen“ sei. Ganz im Gegenteil zu den Empfehlungen, die vor allem von deutschen Stellen bei ihm eingetrudelt waren. Belgische Institutionen (wie eine Bank oder der Jugendhilfedienst der DG) hatten kein statistisches Material und keine Empfehlungsbroschüren zur Hand, um den Abiturienten bei seiner Endarbeit behilflich zu sein. Dabei wollte der Schüler der Pater-Damian-Schule, der sich nach einem abgebrochenen Jura-Studium in Münster derzeit auf eine längere Reise nach Südostasien vorbereitet, anfangs über ein ganz anderes Thema schreiben. Doch „die Enthüllungen des Edward Snowden“ erschienen schließlich Begleitlehrer Colin Kraft und dem Schüler selbst als zu umfangreich. So brachte Kraft ihn auf das „Taschengeld“ der Schüler. Mit Erfolg. Emonts-pohl bestand mit 98 Prozent. Einige Ergebnisse bestätigten seine Beobachtungen: So fand der Raerener heraus, dass das Taschengeld pro Jahr kontinuierlich steigt. Am Ende einer Schulkarriere hat ein Abiturient rund 36 Euro im Monat zur Verfügung. Außerdem bestätigt sich das Klischee, dass Einzelkinder mehr erhalten als Jugendliche mit Geschwistern. Die Schüler des ersten und des zweiten Sekundarschuljahres geben indes am meisten Geld für (Video-)Spiele und Elektronik aus. Leonard Emonts-pohl hat seine Ergebnisse auch mit einer deutschlandweiten Studie verglichen. Die Zahlen sind praktisch deckungsgleich.
GEneration 27_01_2015.inddEin interessanter Aspekt der Umfrageergebnisse Emonts-pohls ist, dass nicht etwa das letzte Jahr am meisten Geld  zur Verfügung hat, sondern das fünfte Sekundarschuljahr (3.661 Euro pro Jahr!). Das hängt von den verschiedenen Einnahmequellen ab, die Emonts-pohl untersuchte. Denn neben dem Taschengeld gibt es noch zweckgebundenes Geld der Eltern (Essen, Kleidung etc.), Geld aus Nebentätigkeiten und Studentenjobs sowie Geldgeschenke. In diesem Zusammenhang ist auch ein Nebenprodukt der Endarbeit des Raereners interessant, der nicht erst seit der Endarbeit eine Vorliebe für Statistik hat. So ermittelte Emonts-pohl, dass im Durchschnitt über die Hälfte (58 Prozent) der PDS-Schüler einer bezahlten Nebentätigkeit nachgehen bzw. ihr Taschengeld durch kleinere Arbeiten aufbessern. „Ich möchte das nicht bewerten, aber ich persönlich habe mit meinem Nebenjob während der Schulzeit mit Sicherheit keine schlechte Erfahrung gemacht – im Gegenteil.“ Ein besseres Gefühl für Geld habe er dadurch erhalten. Schade findet der zukünftige BWL-Student, dass manche Schüler dieses Gefühl nicht besitzen. „Einige denken wirklich nicht daran, dass das Geld der Eltern hart erarbeitet werden muss und nicht einfach so aus dem Geldautomaten geflogen kommt.“ Immerhin haben 60 Prozent aller Abiturienten einen Nebenjob.
Lehrer Colin Kraft ist jedenfalls begeistert von der Arbeit des Raerener Zahlenfreunds („Bei Zahlen hat man etwas in der Hand“). Kraft: „In meinen sechs Jahren als Lehrer durfte ich noch nie solche eine gute Endarbeit begleiten. Sie ist großartig und preisverdächtig. Sie beweist, welch starker Kunde die Jugendlichen für die Eupener Innen­stadt sind.“ Kraft bewundert auch das Vorgehen des Schülers, der eine aussagekräftige und repräsentative Umfrage gemacht habe, die auch an Universitäten Bestand gehabt hätte und für die Regionalwirtschaft eine interessante Arbeit sei. Deren Ergebnisse  könnten stellvertretend für den Norden der Deutschsprachigen Gemeinschaft angesehen werden, so Emonts-pohl am Ende des GEneration-Gesprächs – auch wenn das natürlich nicht empirisch untersucht wurde.

5 Don’ts beim ersten Date

1. Im Vorfeld zu viele Nachrichten ­austauschen

WhatsApp

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Sei es über Facebook, über Whatsapp oder per SMS. Schreibt nicht zu viel mit der Person, die euch interessiert. Gebt ihr zu viel preis, habt ihr später kaum noch Gesprächsthemen. Außerdem kommt ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit im wahren Leben nicht so rüber, wie ihr es via Textnachrichten tut.

 

2. Die falsche Location

Silvesterfeier in M¸nchen

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Vermeidet auf jeden Fall beim ersten Date einen Ort, der zu laut, zu schräg oder zu intim ist. Ihr wollt euch doch entspannt unterhalten und kennenlernen und nicht in der Disko oder bei einem Konzert anschreien müssen. Außerdem sind keine geeigneten Verabredungsorte: die Sauna (zu krass, sich direkt beim ersten Mal nackig gegenüber zu sitzen), das Kino (der Film ist vielleicht spannend, aber kennenlernen ist nicht) und die Lieblingskneipe (sonst hängt ihr mehr mit euren Freunden zusammen als mit dem Date). Unser Vorschlag: Ein langer Spaziergang, ein nettes kleines Restaurant, ein Café in einer anderen Stadt, ein Zoobesuch oder im Sommer ein Picknick im Park oder eine gemeinsame Fahrradtour. Übrigens: Falls es am Ende eine Rechnung gibt, teilt sie euch. Oder der Herr übernimmt als Gentleman die Spesen.

3. Die falschen Themen

Absolutes NoGo ist, wenn ihr über euren Ex-Partner sprecht. Es ist sogar die Goldene Dating-Regel. Es schreckt einfach den anderen ab und lässt euer Gegenüber vielleicht denken, dass ihr über euren Ex noch gar nicht hinweg seid. Und bitte vergesst, euren Dating-Partner ständig zu korrigieren und alles besser zu wissen. Und lasst euch nicht alles aus der Nase ziehen. Zu viel reden ist allerdings auch nicht gut. Wie immer gilt: das gesunde Mittelmaß finden und vor allem entspannt und authentisch sein. Außerdem: Antwortet nicht mit „ja“ oder nein“! Auf kurz oder lang herrscht irgendwann „peinliches Schweigen“. Und das Date ist gelaufen.

 

4. Der falsche Körpergeruch

Foto: Reporters

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Unangenehmes Thema, aber es muss angesprochen werden. Sorgt dafür, dass ihr gut riecht und nicht gerade vom Fitnesscenter zum Lieblingsitaliener eilt. Außerdem: Gebt bitte acht, dass ihr keine Kleider anzieht, wo man die Schweißflecken auf Anhieb sieht. Schlechte Karten haben auch diejenigen, die zuvor Knoblauch gegessen haben. Wir fassen also zusammen: Duschen, Waschen, Deo und kein Knoblauch. Parfum ist okay, allerdings auf keinen Fall zu dick auftragen.

5. Nervendes Handyklingeln

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Eurem Gegenüber soll die ungeteilte Aufmerksamkeit gehören. Also: Handy aus. Foto: Reporters

Beim ersten Date solltet ihr euer Handy unbedingt dabei haben, falls es zu Missverständnissen bei der Vereinbarung des Treffpunkts gekommen ist, und ihr euch nicht auf Anhieb findet. Danach sollte es aber auf lautlos gestellt und für die Dauer des Treffens nicht aus der Tasche geholt werden (es sei denn, es geht um Leben und Tod). Eurem Gegenüber soll die ungeteilte Aufmerksamkeit gehören. (mv/am)