GEneration und die EUROjuka verlosen einen Tag auf der Gamescom!

https://i0.wp.com/www.jugendbuero.be/wp-content/uploads/2015/06/gamescom_website_header_klein_974x180.gif.pngGEneration berichtet live von der Gamescom 2015, die vom 5. bis zum 9. August in Köln stattfindet.

Begleite einen Tag den Reporter der GEneration auf der interaktiven Spielemesse, teste die neuen Games, stelle Deine Tops und Flops zusammen und berichte auf Facebook, grenzecho.net und dem GEneration-Blog!

Also liebe Gamer und Gamerinnen, bis zum 15. Juli würden wir gerne wissen, warum gerade Du zur Gamescom fahren und über Deine Erfahrungen dort berichten solltest!

Wenn Du zwischen 18 und 30 Jahre alt bist und gerne über die neuesten Trends und Spiele berichten würdest, bewerbe Dich über info@eurojuka.be.

Zusätzlich gibt es für den Gewinner oder die Gewinnerin eine EUROjuka für ein Jahr gratis!

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Kim Braun: Von der KTSV Eupen in die Bundesliga

„Ich lebe für den Handball“, sagt Kim Braun. Seit zwei Jahren spielt die 18-jährige Eupenerin beim Bundesligisten Bayer Leverkusen in der A-Jugend. Seitdem Braun dabei ist, hat die Mannschaft zwei Mal die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Im Bundesliga-Team kam sie auch schon zum Einsatz.

Von Mario Vondegracht

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Foto: Marco Schulz

Brauns Traum ist es, einmal für die deutsche Handball-Nationalmannschaft zu spielen. Dafür muss die junge Handballerin aber erst einmal die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen, die sie nach drei Jahren Aufenthalt in Leverkusen auch beantragen möchte. Die Frage, ob sie für Deutschland oder Belgien spielen möchte, stellte sich der 18-Jährigen überhaupt nicht. „Die deutsche Nationalmannschaft ist schon prestigereicher und vor allem viel professioneller“, sagt die junge Eupenerin. Doch der Weg dorthin ist sehr schwierig, das weiß auch Braun: „Mein erstes Ziel lautet jetzt, mit der A-Jugendmannschaft wieder die Meisterschaft zu holen und so oft wie möglich in das Bundesliga-Team berufen zu werden.“ In dieser Saison spielte die Eupenerin, die sowohl im Rückraum als auch als Linksaußen spielt, in den letzten fünf Spielen mit den „Großen“ mit und wusste zu überzeugen. Das Resultat ist nun, dass Braun in der kommenden Spielzeit zwei Mal in der ­Woche mit dem Bundesliga-Team, das am Ende dieser Saison auf Platz sechs der Tabelle stand, trainieren wird. Der Trainer der „Werkselfen“ (so lautet der Spitzname des Teams) will die Leistungsträgerin des A-Jugendteams, die im Finale 2014 zur besten Spielerin gekürt wurde, kontinuierlich aufbauen.
„Kim ist wohl so etwas wie eine Straßenhandballerin“, sagte ihr A-Jugendtrainer Christian Hentschel in einem Interview mit handball-world.com: „Sie liebt es zu ‚zocken‘, das 1:1-Duell – sowohl gegen die Feldspielerinnen als auch gegen die Torhüterin. Kim ist für die verrückten und unerwarteten Momente in einem Spiel zuständig und bewegt sich am liebsten im freien Spiel. Unbändiger Ehrgeiz und Kampfeswillen zeichnen sie im Spiel aus.“ Doch Brauns Leben besteht natürlich nicht nur aus Trainingsstunden und Spielen. Die Eupenerin absolviert im nächsten Jahr ihr Abitur. Außerdem lebt sie mit einigen Mannschaftskolleginnen in einem Sportinternat in Dormagen. „Am Anfang war das natürlich schwer, weil ich eigentlich ein Familienmensch bin“, sagt die Handballerin: „Aber mittlerweile geht das, außerdem ist die Heimat ja nicht allzu weit entfernt.“
Ihre Handballkarriere begann Kim Braun mit sechs Jahren bei der KTSV Eupen. Dort lernte sie unter Trainer Philippe ­Reinertz das Einmaleins des Handball­sportes. Wovon Braun noch heute zehrt, ist die Tatsache, dass sie in ihren Anfangsjahren mit den Jungs spielte und trainierte, weil es in diesem Alter noch keine Damenmannschaft beim Eupener Verein gibt. Im Alter von 15 Jahren, im Jahr 2012, wechselte Braun dann von den KTSV-Frauen, die in der 2. Division spielten, zum Konkurrenten aus Eynatten. „Der HCER spielte damals in der 1. Division, was ich für meine Entwicklung natürlich viel interessanter fand“, so Braun. In Eynatten feilte Braun weiter an ihren Fertigkeiten. Gleichzeitig nahm sie unter der Führung ihres alten Trainers Philippe Reinertz, „dem ich viel zu verdanken habe“, an Sichtungen des Handballverbandes Mittelrhein (HVM) teil. Bei der Länderpokalvorrunde im Jahr 2013, als Braun mit der HVM-Auswahl beeindruckende Leistungen zeigte, wurde die Geschäftsführerin des Leverkusener Handballvereins, Renate Wolf, auf die Ostbelgierin aufmerksam. „Am Tag selbst habe ich nichts gehört, aber ein paar Wochen später erhielt mein Vater einen Anruf“, so Braun: „Bayer wollte wissen, ob meine Eltern und ich uns vorstellen könnten, dass ich in ein Sportinternat wechseln und bei Bayer 04 Leverkusen spielen möchte.“ Die Antwort war schnell klar. Nach einem Gespräch vor Ort brach Braun, deren höchstes Ziel es eigentlich war, in der 1. Liga Belgiens zu spielen, vor zwei Jahren ihre Zelte in Eupen ab und zog ins Internat nach Dormagen. Kim Braun lebt eben für den Handball.

Justin Emontspool ist ein Meister der rollenden Netzwerke

Fast steril wirkt die Werkstatt, in der Justin Emontspool an einem Audi A5 arbeitet. Das klassische Bild von Autowerkstätten, in denen sich Ölwanne an ­Ölwanne reiht und Schraubenzieher, Schlüssel und Zangen ganze Werkbänke füllen, ist längst nicht mehr aktuell.
Von Mike Notermans
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Foto: Helmut Thönnissen

„Den klassischen Mechaniker wird es in Bezug auf moderne Autos nicht mehr lange geben“, erzählt Justin. Der heute 21-Jährige wurde praktisch in die Autoszene hineingeboren. Vater José Emontspool und Mutter Gaby betreiben seit mehr als 20 Jahren mehrere Autohäuser in der Region. „Im Laufe der Jahre habe ich dann in Form von Ferienjobs immer wieder in die verschiedenen Bereiche des Unternehmens hineingeschnuppert. Schlussendlich habe ich mich dann für den Beruf des Mechatronikers entschieden“, erzählt er. Ein Beruf ganz ohne Autos und Motoren sei für den Eupener nie in Frage gekommen, betont er. „Ich war mir schon immer sicher, dass ich an Autos arbeiten möchte.“
Bevor er die Fehlersuche an modernen Automobilen, die Justin als fahrende Netzwerke bezeichnet, zu seinem Beruf machte, besuchte der Autofan die Pater-Damian-Schule, wo er sein Abitur im Wahlfach „Sprachen“ absolvierte. Sofort im Anschluss startet der Eupener eine Ausbildung in der KFZ-Abteilung des ZAWM Eupen, das in Bezug auf die Ausbildung von Mechanikern zu den führenden Institutionen auf nationaler Ebene gehört und die ersten fünf Plätze in der belgischen „WM-Ausscheidung“ belegt. „Dort bin ich wirklich mehr als gut aufgehoben. Auch wegen meinem Lehrer Gino Decoster.“ Dieser brachte Justin , damals im ersten Lehrjahr, auch auf die Idee, an einem ersten Vorentscheid zu den „Euroskills“ in Lille teilzunehmen. „Damals konnte ich mich nicht für die nächste Runde qualifizieren“, blickt er zurück, während sein Vater José sich in das Gespräch einklinkt. Dass Vater und Sohn unter einem Dach arbeiten, stört keinen der beiden. Im Gegenteil. „Es gibt näturlich Diskussionen. Aber insgesamt herrscht ein reger und interessanter Austausch zwischen uns. Das Schöne an der Arbeit mit jungen Leuten oder speziell mit Justin ist, dass sie die Welt mit anderen Augen sehen. So kann jeder etwas von dem anderen lernen“, erklärt José Emontspool. Sein Sprössling, der täglich mit acht weiteren Kollegen in der Werkstatt steht, schließt sich den Worten seines Vaters an. „Er hat eben viele Kenntnisse, die ich mir erst noch erarbeiten muss.“

DSC_3829Auf dem Weg dorthin hilft dem künftigen Mechatroniker und Diagnosespezialisten sicher die Teilnahme an der „WorldSkills“ in Sao Paolo, wenn Justin Belgien bei dem Wettbewerb vertritt, der mit der Weltmeisterschaft im Fußball zu vergleichen ist. Der Weg dorthin war lang. „Nach einem erfolgreichen Vorentscheid in Lüttich konnte ich die zweite Ausscheidungsrunde der U23-Kategorie in Brüssel für mich entscheiden. Und irgendwann hat dann mein Handy geklingelt und mir wurde mitgeteilt, dass ich nach Brasilien reisen darf“, erzählt er stolz und gibt zu, dass die Entscheidung „sehr, sehr knapp“ gewesen ist.
Am 7. August hebt Justin dann mit seinen Mitstreitern und Betreuern von „Skills Belgium“, deren Organisation sämtliche Anreise- und Unterhaltskosten übernimmt, nach Sao Paolo ab. „Wir werden auf dem riesigen Veranstaltungsgelände in einem Hotel untergebracht und können uns so perfekt auf den Wettkampf vorbereiten.“
Durchzechte Nächte und wilde Partys wird es für die insgesamt Teilnehmer aus insgesamt 63 verschiedenen Nationen jedoch nicht geben. „Die Regeln des Veranstalters sind streng und das vollkommen zu Recht“, weiß auch der 22-Jährige. Fünf Tage nach der Anreise beginnt der eigentliche Wettkampf. Dann müssen die Kontrahenten unter der ständigen Beobachtung von zigtausenden Zuschauern Messungen vornehmen, Getriebe wechseln, Bremsen kontrollieren, Fehler finden. „Ich denke, die größte Herausforderung wird das richtige Stress- und Zeitmanagement werden“, glaubt Justin, der auf Autos der Marke Audi spezialisiert ist, in Brasilien aber an vollkommen anderen Marken und Modellen arbeiten wird.
„Das Prinzip des Systems bleibt gleich. Aber ähnlich wie bei Apple und Windows gibt es Unterschiede in der Ausführung“, erklärt Justin. Vor ihm liegen nun anstrengende Monate, die mit Vorbereitungskursen, Schulungen und Seminaren vollgepackt sind.
Abschneiden möchte der Eupener „natürlich so gut wie möglich.“ Um einen größtmöglichen Preis geht es ihm aber nicht. „Das ist nebensächlich. An solchen Veranstaltungen nimmt man nur einmal in seinem Leben Teil und kann unglaublich viele Dinge für die Zukunft lernen“, gibt sich der Eupener bescheiden. In erster Linie sei er stolz, sagt er zum Ende des Gesprächs. Stolz darauf, Belgien bei einer Weltmeisterschaft zu vertreten.

Wie ihr besser lernt

Keiner hat Bock auf Prüfungen, doch leider sind sie unvermeidlich. Damit die Prüfungszeit für euch so angenehm wie möglich verläuft, haben wir fünf Tipps zum richtigen Lernen zusammengestellt.

Foto: Reporters

Von Mike Notermans und Mario Vondegracht
Sucht euch die richtige Umgebung!
Entscheidend für gutes Lernen ist euer Umfeld. Im besten Falle ist ein ruhiges Zimmer der ideale Lernort. Ausreichend Platz sollte auch da sein, nicht für eure Gedanken, sondern auch für euer Schulmaterial. Ein Radio oder ein Fernseher sind da nur Störfaktoren (auch wenn manche bei Musik scheinbar gut lernen können). In jedem Falle muss eine für euch angenehme Atmosphäre herrschen. Verkriecht euch keinesfalls in ein fensterloses Kämmerchen. Macht es euch gemütlich – mit eurer Lieblingsdecke, eurem Lieblingsgetränk und eurer Lieblingssitzposition.
Macht euch ­einen Zeitplan!
Jeder kennt das Gefühl, wenn man beim Lernen nicht mehr weiß, wo hinten und vorne ist. Häufige Fragen, die sich einem stellen, sind: „Wie viel Stoff habe ich eigentlich noch vor mir?“ und „Ob ich das noch alles bis morgen früh schaffe?“ Um solche Angstzustände zu vermeiden, hilft es, einen Lernplan aufzustellen. Und das im Idealfall schon zwei Wochen vor den Prüfungen. Darin hält man dann folgendes fest:
– Wann sind die einzelnen Prüfungen?
– Wann ordne ich meinen Unterricht?
– Wann ist die Wiederholungswoche und welche Unterrichte muss ich dazu wann durchlesen und Fragen vorbereiten?
– Wann kommen die richtig schweren Tests und wie viel Zeit brauche ich dafür zum lernen? Kleiner Tipp: Hebe dir die schwierigen Sachen nicht immer bis zum Ende auf.
– Wann nehme ich mir einfach die Freizeit, mich abzulenken und den Kopf frei zu bekommen? (Im Idealfall beim Sport)
– Wann gönne ich mir eine Belohnung für meine Mühen?
Ihr seht: Es stellen sich viele Fragen, die geordnet werden müssen. Der Zeit- und Lernplan ist natürlich nicht in Stein gemeißelt. Er wird ständig angepasst, praktisch täglich. Neben der guten Organisation hat der Plan eine positive Nebenwirkung: Er beruhigt und steigert die Lernmotivation – weil man schwarz auf weiß sieht, was man schon erreicht hat.
Nutzt die Wiederholungswoche!
Um das Angebot der Lehrer nutzen zu können, sollte man seinen Unterricht schon vor der Wiederholungswoche in Ordnung gebracht haben. Während der einzelnen Stunden, die praktisch als kostenlose Nachhilfestunde genutzt werden können, braucht ihr keine Angst davor zu haben, eine „blöde“ Frage zu stellen. Zudem ist es wichtig, die Wiederholungsübungen selbstständig und gewissenhaft zu lösen und nicht einfach von den „Strebern“ abzuschreiben. Viele der Übungen wiederholen sich in der späteren Prüfung. Außerdem werden durch das Lösen der Übungen eventuelle Schwachstellen, gleichzeitig aber auch Stärken, aufgedeckt.
Kleiner Tipp: Das Nummerieren der einzelnen Blätter erleichtert die Ordnung. So vermeidet ihr, dass unnötige Zeit verloren geht. Auch Zusammenfassungen können helfen. So wird aus einem Blätterberg ein übersichtliches Lernpaket.
Betreibt gesundes Doping!
Ungesunde Ernährung wirkt sich negativ auf die Konzentration aus. Sobald diese einmal weg ist, verschwindet auch die Motivation und das Lernen wird zur Qual. Doch keine Panik: Mit dem richtigen Nervenfutter lässt sich die Aufmerksamkeit langfristig hochhalten.
Viel trinken: Zwei bis drei Liter Wasser am Tag sorgen dafür, dass ein guter Informationsfluss zwischen Zellen und Synapsen vorhanden ist. Außerdem wird durch die Aufnahme von Flüssigkeit die Sauerstoffversorgung des Gehirns gewährleistet.
Vitamine: Apfel, Gurke oder Paprika lassen sich schnell schneiden, sind voll mit Vitaminen und eignen sich deshalb hervorragend als Snack für Zwischendurch. Obst versorgt das Gehirn zudem mit wichtigem Zucker. Denn das Gehirn ist das Organ im Körper, das am meisten Energie benötigt.
Foto: Reporters

Foto: Reporters

Aminosäuren: Die kleinen Helferchen verstecken sich in vielen Hülsenfrüchten wie Linsen oder Bohnen. Auch Fleisch und Fisch in den richtigen Mengen versorgen den Körper mit der nötigen Menge an Eiweiß.
Süßigkeiten: Das Lernen kann auch langweilig werden. Schnell wird aus Langeweile in die Haribo-Tüte gegriffen. Doch aufgepasst: Zu viel Zucker auf einmal lähmt das Gehirn regelrecht.

Bewahrt die Ruhe während der Prüfung!
Am Abend vor der Prüfung sitzt der Stoff. Auch kurz vor der Prüfung ist alles noch im Kopf. Und dann: Blackout – der Albtraum aller Schüler. Folge Tipps helfen euch dabei, Ruhe zu bewahren:
Genaues Lesen: Bevor die Frage verzweifelt als „unmöglich“ bezeichnet wird, kann es genügen, sie mehrmals zu lesen. So können keine Einzelheiten oder wichtige Details übersehen werden. Beginne anschließend mit den Fragen, die du auf Anhieb lösen kannst. So gehst du mit einem Erfolgserlebnis in die Prüfung.
Fragen stellen: Kein Angst vor Fragen. Eine kurze Erklärung des Lehrers kann aus einer scheinbar unmöglichen Frage ein Kinderspiel machen.
Schöne Gedanken: Der Gedanke an etwas Schönes lenkt für einen kurzen Moment von der Prüfung ab. Danach fällt dir vielleicht alles wieder ein.
Pausen: Auch wenn die angesetzte Prüfungszeit oft knapp bemessen ist. Mache zwischen den Fragen immer eine kurze Pause und greif beispielsweise zur Wasserflasche. So lässt sich die Konzentration leichter hochhalten.

„Heul nicht, sondern lauf!“

Man nennt ihn die „Mutter aller Hindernisläufe“: der Fisherman’s Friend StrongmanRun. Die 24 km lange Strecke, die zahlreiche Hindernisse wie Wasserbecken, Schlammgruben und Kletternetze zählt, verlangt dem Läufer alles ab. Und das soll mit Spaß verbunden sein? „Ja!“, sagen fünf junge Ostbelgier, die am kommenden Samstag erstmals antreten.
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Foto: Veranstalter

Von Allan Bastin

Am Nürburgring, dort wo sonst Formel-1-Stars wie Sebastian Vettel oder Lewis Hamilton die Ziellinie mit ihren Boliden überqueren, werden am kommenden Samstag 13.500 erlebnis­durstige Läufer den laut Veranstalter „weltgrößten Hindernislauf“ angehen. Was 2007 noch mit 1.600 Angemeldeten auf einem Truppenübungsplatz im deutschen Münster begann, hat sich mittlerweile zu einem Event mit Kultstatus entwickelt. Nicht ohne Respekt gehen die Teilnehmer an den Start des Laufs, bei dem es ganze 34 Hindernisse zu bewältigen gilt. Bei einem werden selbst Stromschläge zum Einsatz kommen. „Heul nicht – lauf!“, lautet gar ein ehemaliger Slogan der Veranstaltung, der den Kraftakt wohl am besten symbolisiert. Dass es sich hierbei um kein normales Sportereignis handelt, erkennt man gleich beim Start. Zwischen den oft schlicht gehaltenen T-Shirts, sieht man Läufer, die beispielsweise als Borat, Superman oder Affe verkleidet sind. Beim StrongmanRun gehört diese Tatsache der Normalität an und macht auch das Besondere an diesem Rennen aus, wo sich Athleten und Freizeitsportler messen können. Mitten im Getümmel werden am Samstag auch einige junge Ostbelgier sein, darunter Kelly Lentz, Christoph Klinkenberg (beide aus Eupen), David Jost (aus Hünningen), Dany Dederichs (aus St.Vith) und Michael Huppertz (aus Medell). Allesamt treten zum ersten Mal an. Da stellt sich natürlich sofort eine Frage: Warum tut ein Mensch sich so etwas an?

MOTIVATION
„Warum auch nicht?“, dachte sich David, als ihn ein Bekannter auf den StrongmanRun ansprach. „Der Lauf ist eine tolle Gelegenheit, um dem Körper seine Grenzen aufzuweisen“, so der 25-jährige Hünninger, der seine drei ersten Studienjahre bei der Armee absolvierte. „Damals habe ich an einem 12 km langen Militär-Hindernislauf teilgenommen. Obwohl ich mich damals als fit bezeichnete, war mein Körper am Ende seiner Kräfte. Deshalb bin ich mal gespannt, wie es am Samstag wird.“ Während es für Dany aus St.Vith ein sportliches Ziel zur Verbesserung der allgemeinen Fitness nach dem Studium war, so war es für die Eupener Lauffreunde Kelly und Christoph ein zusätzlicher Trainingsansporn: „Nach mehreren Halbmarathons und dem 10 km langen Hindernislauf ‚Race against Nature‘ waren wir auf der Suche nach einer neuen Herausforderung, die wir im StrongmanRun gefunden haben.“ Doch eines sollte, wie Michael treffend ergänzt, bei all der körperlichen Anstrengung und Qual nicht vergessen werden: „Der Spaß! Denn dafür sind wir ja alle da.“

VORBEREITUNG
Für Dany ging die Vorbereitung schon im vergangenen August los, nachdem sein Studium doch „Spuren hinterlassen hatte“. Dany: „Ich habe mit einem achtwöchigen ‚Start-to-run‘-Programm begonnen und habe im Laufe der Zeit meine Einheiten progressiv erhöht. Zudem habe ich gezieltes Krafttraining betrieben. Ärgerlich war nur die Knieverletzung, die ich mir während des Trainierens zugezogen habe.“ Von solchen Verletzungen können Michael, dessen Vorbereitung dadurch ebenfalls gestört wurde, und vor allem David ein Liedchen singen. Letzterer zog sich im letzten Jahr einen zweiten Kreuzbandriss zu. Nach seiner OP im September standen also zunächst Kiné-Besuche und Muskelaufbau auf dem Programm.
Erst dann konnte er wieder die Laufschuhe schnüren. Kelly und Christoph
blieben einigermaßen vom Verletzungspech verschont. Während Kelly sich im Training immer mehr  der 20-km-Marke nähert, so ist Christophs Trainingspensum aktuell etwas geringer, da es in seinem Studium auf den Endspurt zugeht. Die Strapazen dürften dem 21-Jährigen jedoch kein Abbruch tun, da dieser sowohl im Leichtathletikclub als auch im Fußballverein aktiv ist.

ZIELSETZUNG
„Dabei sein ist alles“: Dieses olympische Leitmotiv zieht bei den jungen ostbelgischen Teilnehmern überhaupt nicht. „Wir wollen ankommen“, so das klare Ziel der fünf StrongmanRun-Neulinge. Ein Zeitlimit hat sich keiner gesetzt. „Ich bin noch nie zuvor eine Distanz über 24 km gelaufen, geschweige denn mit Hindernissen, also lasse ich mich einfach mal überraschen“, erzählt Christoph. Die schnellsten Athleten des Feldes werden die Strecke in weniger als zwei Stunden absolvieren. Um gewertet zu werden und als „Finisher“ zu gelten, darf man die Vier-Stunden-Grenze nicht überschreiten. Um sich das Leben nicht unnötig zu erschweren, werden die Fünf auch auf eine Verkleidung verzichten: „Das kostet nur zusätzliche Energie, erst recht wenn das Kostüm sich mit Wasser vollsaugt“, so Davids Meinung, die Christoph teilt. Dennoch zollt Letzterer den Verkleideten großen Respekt: „Die Hindernisse erfordern sowohl laufen, springen, kriechen als auch schwimmen und klettern. Dabei wird es sehr schwierig, wenn man nicht das passende Laufequipment an hat.“

ANGST
Auf die Frage, ob sie Angst hat, antwortet Kelly genau wie Christoph und David mit einem deutlichen „Nein“. „Ich würde es eher Respekt bezeichnen. Der einzige Moment, wo es mir jedoch etwas mulmig zu Mute werden könnte, ist bei den Hindernissen, wo man klettern muss. Denn ich habe ein wenig Höhenangst“, so die 23-jährige Eupenerin, die diese Angst wohl oder übel überwinden muss, da es auf den veröffentlichten Skizzen der Hindernisse das eine oder andere Mal hoch hinaus geht. Bei Michael hingegen steigt die Vorfreude von Tag zu Tag: „Ich freue mich besonders auf die Hindernisse 9 und 17, wo Klettergeschick benötigt wird.“ Christoph geht hingegen ganz pragmatisch an die Herausforderungen: „Ich schau mir die Hindernisse einfach nicht an und lasse mich überraschen.“
Die Hindernisse machen Kelly Angst. Foto: Veranstalter

Die Hindernisse machen Kelly Angst. Foto: Veranstalter

NÜRBURGRING, ein MYTHOS?
Zu guter Letzt muss natürlich die Besonderheit des Ortes angesprochen werden. Christoph weiß den Nürburgring mit seiner legendären Nordschleife zu schätzen: „Es ist natürlich ein ganz besonderer Rahmen, in dem der Fisherman‘s StrongmanRun ausgetragen wird. Zu wissen, dass man auf den Grund läuft, wo in der Vergangenheit schon eine Vielzahl von F1-Boliden ihre Runden gedreht haben, ist natürlich beeindruckend.“ Während der Ort auf Kelly, Dany und Michael recht wenig Einfluss hat, so ist auch David fasziniert. Er findet zum Abschluss die wohl besten Worte: „Ich finde es klasse, da ich den Ort eigentlich nur aus dem Motorsport kenne und er dort unter dem Namen ‚grüne Hölle‘ bekannt ist. Daher passt der Austragungsort perfekt, da wir während des StrongmanRuns wohl auch durch die Hölle gehen werden.“

Mythos Nürburgring. Foto: Veranstalter

Mythos Nürburgring. Foto: Veranstalter

Hintergrund: Die Kirmes-Wette
Eigentlich sollten Alkohol und extremer Ausdauersport getrennte Wege gehen. Doch in diesem Fall führte das eine zum anderen. Wir schreiben den 1. Juni 2014. Die Medeller Kirmes ist in vollem Gange. „Nach ein paar Bierchen kamen wir zwischendurch mal auf das Thema StrongmanRun, an dem schon einige Medeller teilgenommen haben“, erzählt Daniel Reuter, ehemaliger Vize-Präsident des Medeller Junggesellenvereins. „Ja und plötzlich lag ein Papier vor mir, auf dem man unterschreiben sollte, falls man sich traut, an diesem harten Lauf teilzunehmen. Ich habe schon einmal daran teilgenommen, also dachte ich, warum nicht. Vor allem freue ich mich, die anderen leiden zu sehen“, lacht der 28-Jährige, der sich auf das gemeinsame Erlebnis mit den anderen freut. So kam also dieser Bierdeckelvertrag (Foto rechts) zu Stande, dessen Unterzeichnende zwischen 18 und 40 Jahre alt sind. Den Vertrag einhalten werden sie jedoch nicht alle, sei es aus zeitlichen oder körperlichen Gründen. „Für die Drückeberger lassen wir uns auf der diesjährigen Kirmes was Besonderes einfallen“, grinst Daniel.

Dirigent mit 17

2013 gründete Simen Van Meensel mit 16 Jahren das Ensemble Eastbelgica. Seine Idee war es, alle Streichinstrumente in einem einzigen Orchester zu vereinen, um diesen mehr Spielpraxis zu ermöglichen. Das Ensemble hat am vergangenen Sonntag erstmals an der Einstufung der Deutschsprachigen Gemeinschaft teilgenommen. Dirigent Simen Van Meensel steht gleichzeitig kurz vor dem Abitur. Ein Gespräch über die Rolle der Musik in seinem Leben.
Text und Fotos: Griseldis Cormann
Simen Van Meensel.

Simen Van Meensel.

Im Dezember hat ein von Dir organisiertes Benefizkonzert in der neuen Aula der Eupener Pater-Damian-Schule stattgefunden. Das von Dir dirigierte Eastbelgica Ensemble hat dabei durch den Abend geführt und die anderen Aufführungen in besonderer Weise gerahmt. Wie wichtig war Dir und Deinem Ensemble dieser Abend?
Seit Juli 2014 hatte ich darauf hingearbeitet. Er war bis dahin die größte Sache, die ich je organisiert habe. Dem Ensemble hat es, denke ich, auch viel bedeutet. Es war etwas ganz anderes, als in Kirchen zu spielen. Es war eine abwechslungsreiche Produktion, mit Solisten und Sängerinnen. Es war auch das erste Mal für die Musiker, dass ein Abend im Zeichen moderner und aktueller Lieder stand. Etwas ungewöhnlich, aber ich glaube, es war gut, um unseren Horizont zu erweitern.

Du bist der Gründer dieses Ensembles und sein Dirigent, aber gerade einmal 17 Jahre alt. Du selbst spielst Violine. Wie bist Du zum Dirigenten geworden?
Das war nicht geplant. An der Musikakademie habe ich fünf Jahre Notenlehre gelernt. Danach folgen stets zwei Wahljahre. Ich hatte das Glück, dass mein Bruder Joannes gerade mit der Harmonielehre begann. Davor kannte ich diesen Unterricht nicht und wusste auch nicht so ganz, was mir das bringen soll. Bei Gerhard Sporken bin ich in beides parallel eingestiegen. Ich habe lange gezweifelt, ob es richtig ist. Aus heutiger Sicht war das unbegründet, denn erst nach zwei Jahren Harmonielehre kann man die Dirigentenausbildung anfangen, was ich auch getan habe.

Welche Rolle hat denn Dein Bruder ansonsten bei der Entscheidung gespielt, unbedingt beiden Ausbildungen parallel zu folgen?
Außer, dass mein Bruder mit der Harmonielehre begonnen hatte und ich erst so auf die Idee gekommen bin, beides zu absolvieren, herrscht im musikalischen Bereich wenig Interaktion zwischen uns. Wir folgen zusammen der Dirigentenausbildung. Er studiert zudem noch Musik in Brüssel.

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Simen bei einer Probe seines Ensembles.

Du besuchst das Abiturjahr an der Pater-Damian-Schule und stehst im Sommer vor der Entscheidung, welches Studium bzw. welchen Beruf Du in Zukunft ausüben möchtest. Welche Rolle spielt dabei die Musik und das Dirigieren?
Eine sehr wichtige. Das Dirigieren ist eine Sache. Es ist viel zu organisieren, und ich höre mir die Aufnahmen der Proben zu Hause an. Mein neuester Traum ist, das Ensemble für einen Abend im Oktober zu einem Sinfonieorchester umzufunktionieren und ein Klavierkonzert von Beethoven aufzuführen. Was ich studieren will, weiß ich noch nicht genau. Aktuell würde ich gerne Jura wählen. Ich sehe dort eher eine Zukunft. Als Kind wollte ich immer die Musik zu meinem Beruf machen, aber jetzt ist die Musik das Hobby, das ich nie aufgeben werde.

Aber Du bist doch talentiert und könntest Dein Hobby zum Beruf machen.
Es gibt verschiedene Gründe, warum ich das nicht möchte. Erst einmal gibt es insgesamt wenig Musikerstellen. Um Kindern die Musik beizubringen, fehlt mir die Geduld. Außerdem werden viele Orchester gestrichen. Wobei in der DG die Kultur super gefördert wird. Woanders hätten wir keine Unterstützung von 1.000 Euro erhalten, um ein Ensemble aufzubauen. Leider gibt es in der DG aber kein Geld für Berufsmusiker. Selbst die Stadt Aachen kämpft finanziell um ihr Sinfonieorchester. Jedes Orchester hat mehrere Dirigenten, Repititoren und weitere Personen, die musikalisch verantwortlich sind. Es gibt aber dennoch nur wenige Plätze für viele Dirigenten. Das ist der Grund, warum die Orchester nur die Allerbesten der Besten einstellen.

Es müssten also mehr Stellen für Berufsmusiker geschaffen werden?
Genau. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass mehr Geld in die Kultur fließt. Meine Erfahrungen mit Berufsmusikern lässt zudem Wünsche offen. Ich finde es schade, dass viele die Musik nur noch als Broterwerb sehen. Sie sind nicht mehr mit Herz dabei, es ist ein großer Konkurrenzkampf geworden. Einer der einzigen Berufsmusiker, die ich kenne, der nicht unter dieses Klischee fällt, ist Herbert Christoph. Er spielt Bratsche bei uns und ist Berufsmusiker am Sinfonieorchester Aachen. Er gibt uns gute Tipps im Vorstand, spielt bei den Proben immer mit und gibt Kritik nur im Sinne der Verbesserung, nicht von oben herab.

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Simen leitet mit 17 Jahren ein eigenes Orchester.

Wie möchtest Du dich denn neben deinem Studium und später im Beruf musikalisch weiterbilden?
Als Hobby mache ich es auf jeden Fall weiter, auch weil es der perfekte Ausgleich ist. Die Ziele müssen sich herausstellen. Neben der Schule ist es ja recht einfach zu vereinbaren. Das Orchester ist das allerletzte, was ich fallen lassen würde.

Wie steht es um die Zukunft des Ensemble Eastbelgica?
Das Ensemble Eastbelgica bleibt bestehen. Ich sehe vor allem zwei Ziele. Dass der Spaß an der Musik im Vordergrund steht, und dass alle auch weiterhin Freunde bleiben. Obwohl wir eine Altersspanne von 12 bis 60 Jahren haben, verstehen sich alle ziemlich gut.

Die Musiker wertschätzen vor allem Deine geradlinige Art und der korrekte Umgang.
Eigentlich denke ich darüber gar nicht nach. Ich bin genauso zufrieden wie die Musiker. Das Schöne ist, dass vom Berufsmusiker bis zum Anfänger zwar große Niveau-Unterschiede bestehen, aber jeder, inklusive Dirigent und unabhängig von seinem Niveau, ein Teil der Gemeinschaft ist.

Steckbrief
Name: Simen Van Meensel
Geburtstag: 8. Juli 1997
Wohnort: Eupen
Geschwister: drei BrüderSchule: PDS Eupen
Lieblingsfächer: keines, themenabhängig
Hobbys: neben der Musik die Politik und die Hilfsorganisation Bana Kelasi VoG
Lieblingsmusik: alles, was die natürlichen klassischen Instrumente nutzt, von Beethoven bis Coldplay
Traumberuf: keinen („Denke das entwickelt sich während des Studiums“)

Zufluchtsort Friseursalon

Seit drei Jahren ist Murat* in Belgien. Der 18-Jährige ist mit seinen Eltern aus der Türkei geflüchtet. Momentan besucht Murat den Teilzeitunterricht des Robert-Schuman-Instituts in Eupen, um seinem großen Traum einen Schritt näher zu kommen: ein eigener Friseursalon. Doch dem ­fleißigen Jugendlichen werden Steine in den Weg gelegt.
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Text: Mario Vondegracht
Foto: David Hagemann
Murats ­Eltern stammen aus dem Libanon. Im Laufe des Bürgerkriegs, der von 1975 bis 1990 das Land verwüstet, flüchten die Familie in die Türkei, wo sie die türkische Staatsangehörigkeit annehmen. Doch das Land ist nur eine Durchgangsstation für die Großfamilie. Irgendwann landen sie in Steinfurt (Deutschland), wo Murats Vater anschließend einen Autohandel betreibt. Murat ist acht Jahre alt, als die Eltern im Jahr 2005 beschließen, von Steinfurt wieder in die Türkei zurückzukehren. Die Familie, mittlerweile sechsköpfig, will dort ein neues Leben beginnen.
Doch nach sieben Jahren Aufenthalt unweit der syrischen Grenze läuft irgendetwas schief. 2012 flüchtet die Familie wieder, diesmal mit dem Ziel Belgien. „Über diese Reise will ich nicht reden“, sagt Murat, der seit wenigen ­Wochen 18 Jahre alt ist. In Brüssel stellt die Familie, die zwischenzeitlich Nachwuchs erhalten hat, einen Asylantrag. Das Verfahren läuft immer noch und hält die ganze Familie tagein tagaus in Atem. Die drei großen Schwestern sind verheiratet. Ihre Zukunft ist genauso gesichert wie jene des großen Bruders, der die deutsche Staatsangehörigeit annehmen konnte. Murat und sein elfjähriger Bruder, der in Lontzen zur Schule geht, wohnen mit ihren Eltern nach der Ankunft in Brüssel zunächst in einem Asylbewerberheim des Roten Kreuzes. Die Familie bezieht ein einziges Zimmer. „Immer noch besser als ein Einzelzimmer“, sagt Murat: „Man weiß nie, was da in einem Heim für Personen herumlaufen.“ Sechs Monate vergehen, bis die Asylbewerberbehörde der Familie eine kleine Wohnung in der Nähe von ­Lüttich zur Verfügung stellt. Schön ist es dort aber nicht. Murat geht dort zur Schule, doch er versteht kein Wort. Murat kann Türkisch und Deutsch, Französisch ist ihm aber völlig fremd. Als die Familie nach Herve umzieht, besteht Murat darauf, in Eupen zur Schule zu gehen. Er entscheidet sich für den Teilzeitunterricht am Robert-Schuman-Institut. „Ich wollte arbeiten“, so der junge Türke: „Mein Traum? Ich möchte Friseur werden und einen eigenen Salon haben.“ Dafür absolviert Murat jede zweite Woche sein Praktikum bei einem Friseur in der DG.
Abends kommt Murat erst gegen neun Uhr in sein neues Zuhause. Die Sozialwohnung, in der ein Gemisch aus Arabisch, Türkisch und Deutsch gesprochen wird, hat die Migranten-­Familie vor einigen Wochen in ­Herbesthal bezogen. „Ich treffe mich beispielsweise noch abends mit einem Freund und wir gehen etwas spazieren“, sagt der Praktikant, der in diesem Land noch nicht ganz angekommen ist. Aufgrund seines Status‘ darf er zum Beispiel keinen Führerschein machen. Ob er nach dem Sommer, wenn seine schulische Laufbahn endet, eine Ausbildung ­beginnen darf, ist unklar. Das gilt auch für seine Eltern, die derzeit ebenfalls nicht arbeiten (dürfen). „Falls das Unaussprechliche  eintreffe, dann weiß ich nicht, was ich tun soll“, sagt Murat. In Belgien gefällt es ihm auf jeden Fall sehr gut. Murat, der abends gerne Fernsehen schaut und nicht so oft auf Facebook abhängt („Zeitverschwendung“), sagt: „Ich habe mich an mein Leben hier gewöhnt.“
„Murat ist ein fleißiger Junge, der respektvoll und freundlich mit den Kunden ist“, sagt der Inhaber des Friseursalons, in dem Murat seit fast anderthalb Jahren Praktikant ist. „Als wir der Lehrerin gesagt haben, dass wir gerne einen Schüler aufnehmen, wussten wir nicht, dass Murat dieser Junge ist und dass er Türkisch spricht“, so der Friseur. Mittlerweile sei er wie ein „Bruder“, ein Teil der Familie.
Murat kommt derweil im Gespräch mit Kunden mit vielen Lebensweisheiten um die Ecke. Sie lauten: „Du brauchst nur einen guten Freund und nicht hundert Bekannte“ oder „Das Leben besitzt keine Garantie“. Wenn man Murat zuhört, merkt man, dass er viel durchgemacht haben muss. Er wirkt reifer, er könnte locker 25 Jahre alt sein. Ob ihm das nun weiterhilft, steht in den Sternen. Oder in einem von Paragraphen überhäuften Papier in einem tristen Büro der Brüsseler Asylbehörde.

*Der Name wurde von der Redaktion ­geändert

Jana Laschet: Von der Schulbühne ins Tonstudio

Mit elf Jahren hat Jana Laschet zum ersten Mal vor größerem Publikum gesungen, bei der Talentshow in ihrer Schule. Lehrerin und Mitschüler waren begeistert. Mittlerweile nimmt die 14-jährige Eupenerin seit drei Jahren Gesangsunterricht bei Sängerin Jennifer McCray. Sogar eine professionelle CD nimmt sie bald auf.

Von Griseldis Cormann

IMG_9318Wie hat sich deine Gesangskarriere nach der Talentshow entwickelt?
Im ersten Sekundarschuljahr habe ich bei dem Casting für den Schulchor „PDS-Voices“ vorgesungen und wurde sofort genommen. Im Rahmen der Projekttage durfte ich dann auch direkt mein erstes Solo singen. Das habe ich letztes Jahr wieder gemacht, und in diesem Jahr singe ich auch. Im ersten Sekundarschuljahr habe ich auch angefangen, Gesangsunterricht an der Popakademie in Eupen zu nehmen, in der Gruppe der Sängerinnen Krystell Mandy und später bei Jennifer McCray. Seit diesem Jahr habe ich auch Einz­elunterricht. Zum Geburtstag hatte ich mir ein Mikro gewünscht und eine CD-Aufnahme in einem Studio. In den Osterferien nehme ich drei bis vier Lieder auf.

Wir läuft der Gesangsunterricht ab?
Der Unterricht findet einmal in der Woche in der Gruppe statt. Wir machen verschiedene Übungen: den Kiefer entspannen, meistens zu Beginn einen Ton vom Keyboard nachsingen, auf den Boden legen, Atemübungen. Anschließend singen wir, manchmal auch in der Gruppe. Wenn wir vorsingen, wird uns dann gesagt, was wir noch verbessern können und ob der Ausdruck und die Gefühle stimmen. Es macht echt Spaß.

Gibt es Übungen, die du gar nicht magst?
Übungen, die doof aussehen, wie zum Beispiel den Kiefer zu lockern, mag ich nicht. Das war mir am Anfang etwas unangenehm. Auch Situps müssen wir zu Hause machen. Beim Singen geht es ja vor allem um die Atmung. Der Bauch geht nach vorne wie ein Luftballon. Um die Luft dort zu halten, braucht man Bauchmuskeln.
Möchtest du das Singen irgendwann zum Beruf machen?
Das kann ich mir gut vorstellen, vielleicht auch Musik zu studieren.

Jana trat bei "Modern Times" auf.

Jana trat bei “Modern Times” auf.

Oper, Musical, Chor oder Rock – In welchem Genre würdest du dich am wohlsten fühlen?
Im ersten Jahr der Projekttage habe ich ein Stück aus „Phantom der Oper“ gesungen. Ich hatte dort am Ende einen hohen Ton, von dem ich niemals gedachte hätte, dass ich ihn halte. Doch ich hab es hinbekommen. Im letzten Jahr habe ich „Arielle“ gesungen. In diesem Jahr ist die Fernsehserie „Glee“ das Thema. Es sind alles Coversongs. Eine bestimmte Richtung bevorzuge ich momentan nicht.

Bei dem Benefizkonzert für Bana Kelasi VoG in der PDS-Aula im vergangenen Dezember bist du durch deinen Gesang aufgefallen. Hast Du sonst schon vor Publikum gesungen?
Jeden ersten Freitag im Monat findet im Camping Hertogenwald eine Jam-Session statt. Da singe ich gerne. Ansonsten, wie gesagt, in der Grundschule, bei den PDS-Projekttagen, das Benefizkonzert, auf der Silberhochzeit meiner Eltern und bei einer Veranstaltung von Chudoscnik Sunergia.

Hast du schon mal einen eigenen Songtext geschrieben?
Ja. Mir gefallen sie, aber ich weiß nicht, ob andere die Texte auch toll finden. Ich habe Phantasie. Meistens schreibe ich Texte, wenn ich einen Traum gehabt habe, auch Alltags- oder Tagträume. Die sind schon ziemlich verrückt.

Unterstützen deine Eltern Dich?
Ja, ich brauche auch viel Unterstützung. Vor allem, wenn man ans Finanzielle denkt. Auch bei den Auftritten. Ich bin immer nervös. Es beruhigt schon sehr, wenn jemand im Publikum sitzt, den man kennt. Manchmal singe ich auch meinem Vater vor. Ich will dann wissen, was er davon hält. Und natürlich Jennifer McCray. Sie ist ja professionelle Sängerin. Sie bleibt immer kritisch und sagt, wenn es nicht gut ist oder es ihr nicht gefällt.

Was hältst du von Eltern, die ihre Kinder schon früh „pushen“, zum Beispiel mit Gesangsunterricht?
Wenn man sechs Jahre alt ist und Spaß am Singen hat, muss man nicht sofort zum Unterricht. Für mich ist es wichtig, sich selbst im Singen wiederzufinden. Es ist gut zu wissen, dass man gerne singt. Und wenn andere es dann auch gut finden, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, auch mal über Unterricht nachzudenken. Ich halte nichts von Eltern, die schon bei ihren kleinen Sechsjährigen überall rumerzählen, wie begabt sie sind.

Wie soll es für dich nach der CD-Aufnahme weitergehen?
Ich wollte mich schon immer selbst begleiten können. Ich lerne aktuell Keyboard bei Philippe Reul an der Popakademie.  Ich möchte immer etwas Neues lernen, später könnte ich mir vorstellen, auch noch Gitarre zu lernen, dann könnte ich mich auch gut beim Singen begleiten.

 
INFO:POPAKADEMIE
Im Oktober 2012 gründete der Musiker und Musikpädagoge Philippe Reul in Zusammenarbeit mit der Raupe VoE die erste Popakademie in Eupen. Zunächst wurden Kurse für Keyboard, Gitarre und Bass zur Begleitung von Pop- und Jazz-Songs angeboten. Aktuell kann neben dem Gesangsunterricht auch Songwriting und Bandcoaching gebucht werden. Anders als bei herkömmlichem Musikunterricht wird keine Notenschrift erworben, im Mittelpunkt steht die Verknüpfung von Wissen, Hören und rhythmischem Erleben.

Nirgendwo angekommen

Sie wurden aus ihrer Heimat vertrieben, mussten flüchten und haben in Belgien und Umgebung eine neue Bleibe gefunden. Im Jugendtreff X-Dream in Eupen sind Raschid (23), Benjamin (22) und Lena (22) mittlerweile Stammgäste. Dort haben sie uns erzählt, wie sie sich in ihrer neuen ­Heimat ­Belgien fühlen, und was sie noch mit ihrem Geburtsland verbindet.
Text und Fotos: Nathanael Ullmann
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Die Flucht in ein neues Land kann verwirrend sein. Raschid (23) weiß das nur zu gut.

Raschid, Benjamin und Lena sind Kriegsflüchtlinge aus Tschetschenien, Serbien oder Bosnien. Um die Jahrtausendwende kamen die drei nach Belgien. Während Benjamin erst ein Jahr und drei Monate alt war, als seine Eltern aus der Heimat flüchteten, lebte Lena bis zu ihrem achten Lebensjahr in Bosnien. Sie erinnert sich noch gut an die Flucht, vor allem aber an die Verständigungsschwierigkeiten im Flüchtlingslager in Xanten: „Ich kannte damals auf französisch nur ‚oui‘ und ‚non‘. Als man mich auf Französisch fragte, wie ich heiße, habe ich immer nur ‚non‘ geantwortet.“ Jeden Tag habe sie gebetet, dass das alles nur ein Traum sei und sie wieder Zuhause aufwache. Über Umwege kam sie dann nach Eupen, musste die deutsche Sprache lernen. „Mittlerweile kann ich mich sogar besser auf Deutsch verständigen“, sagt die 22-Jährige. Zuhause unterhalten sich die Jugendlichen aber nach wie vor in ihrer Muttersprache. „Aber manchmal haben wir dann doch ein paar deutsche Worte dazwischen, weil uns die anderen nicht mehr einfallen“, sagt Raschid.
Die Frage nach ihrer wahren Heimat beantworten die Jugendlichen ganz unterschiedlich. Lena fühlt sich immer noch als Bosnierin und nicht, wie es in ihrem Pass steht, als Belgierin. Zuhause sei da, wo die Mutter sei, hat Raschid einen anderen Blick auf die Dinge. Und Benjamin ist irgendwie beides: Er sei Bosnier, aber mit belgischer Nationalität. Doch insgesamt, da sind sich die Jugendlichen einig, sind sie immer irgendwo dazwischen: „Hier wird man als Ausländer beschimpft, drüben in der Heimat sind wir Touristen“, bringt es Benjamin auf den Punkt. Er fährt jedes Jahr in seine Heimat nach Serbien, hat nach wie vor Familie dort. Allgemein haben die drei Jugendlichen noch regelmäßig Kontakt zu ihrem Geburtsland. Sei es über Freunde oder Facebook: Auf dem neusten Stand, was in ihrem alten Zuhause vor sich geht, sind sie immer. Aber leben wollen sie dort nicht mehr. Sei es wegen der Sprache oder wegen des zu geringen Einkommens, ihr Wunschwohnort ist und bleibt die Region: „Was das Arbeitslosengeld  und die Sozialhilfe anbelangt, ist Belgien einfach sehr gut“, so Lena.

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Die Jugendlichen im Jugendheim gehen mit den Vorurteilen zum Teil ironisch um, wie dieses T-Shirt zeigt.

Mit krassen Anfeindungen haben sie hier auch immer seltener zu kämpfen. Früher sei das etwas anderes gewesen, da wurde „einem des öfteren etwas hinterher gerufen“. Doch mittlerweile hat sich das geändert. „Vielleicht“, so vermutet es Raschid, „ist es mittlerweile eben normal, dass Muslime dazugehören“. Doch wenn die drei jungen Erwachsenen manche rassistischen Anfeindungen in hiesigen Online-Foren lesen, schürt das doch eine gewisse Wut: „Ich bin das beste Beispiel, dass es nicht so ist, wie man es den Muslimen nachsagt“, sagt Lena selbstbewusst. Tatsächlich zeigt sie äußerst viel Engagement, arbeitet im Jugendheim selbst mit und will später Erzieherin werden.
Jugendzentrums-Leiterin Marie-Claire Hellmann kann die positive Einstellung der Jugendlichen nur bestätigen. „Familiärer als zur Zeit habe ich es hier noch nie gehabt. Alle Nationalitäten treffen hier aufeinander und kommen gut miteinander aus“, so Hellmann. Nur die belgischen Jugendlichen blieben dem Jugendzentrum in letzter Zeit fern – leider.

Der Landwirt, der keiner sein wollte

Text von Mike Notermans
Fotos von David Hagemann

20150306_hagemann_0069Pascal Niessen aus Deidenberg sitzt in seinem kleinen Büro. An der Wand hängt ein Bild aus ­alten Tagen, das ihn gemeinsam mit seinem Vater Edgar zeigt. Durch zwei kleine Fenster kann der 25-Jährige direkt in den weiträumigen Laufstall seiner 120 Milchkühe blicken, die gerade insgesamt fast ein halbe Tonne Futter verspeisen. Aus der Silage steigt Dampf auf, der für die Landwirtschaft typische Geruch liegt in der Luft.
An seinem Rechner kontrolliert der Landwirt, ob jede seiner Holstein-Kühe auch gefressen und die nötige Menge an Milch abgegeben hat – modernste Melk- und Futtertechnik macht dies möglich. „Ohne wäre es nicht möglich, die vielen Arbeiten an nur einem Tag zu bewältigen oder Termine einzuhalten“, sagt Pascal Niessen.
Während er sich durch den Zahlen-Dschungel kämpft, hat Pascal bereits einige Stunden Arbeit hinter sich. Um 5.30 Uhr klingelt jeden Tag der Wecker. Dann einfach im Bett zu bleiben oder zu trödeln, kann sich der junge Landwirt nicht leisten. Ob er müde ist oder einfach keine Lust hat, interessiert die mehr als 300 Milch- und Fleischkühe, die schon darauf warten, gefüttert und gemolken zu werden, nicht. In Zeiten, in denen immer mehr Bauernhöfe geschlossen werden müssen, weil sich unter anderem kein passender Nachfolger finden lässt, hat sich der 25-Jährige ganz bewusst für den Beruf des Landwirts entschieden und stellt so eine Seltenheit dar. Dass er mit 25 Jahren selbstständig einen landwirtschaftlichen Betrieb führt, war für Pascal Niessen lange Zeit schlichtweg undenkbar. „Die Arbeit auf dem Hof meines Vaters hat mir immer viel Spaß gemacht. Trotzdem wollte ich früher alles andere als Landwirt werden und habe beispielsweise recht oft über einen Beruf im Bankwesen nachgedacht.“

20150306_hagemann_0061Der Tod seines Großvaters löste bei dem Schüler allerdings ein Umdenken aus. „Weil gerade in der Landwirtschaft Hand in Hand gearbeitet werden muss und das Verhältnis zwischen Vater und Sohn gerade deshalb eine große und immens wichtige Rolle spielt, hat mein Vater sehr mit diesem Verlust gekämpft und wollte die Milchwirtschaft komplett aufgeben“, erzählte der Junglandwirt.
Damit es nicht so weit kommt, schlug Niessen einen anderen Berufsweg ein. Weg vom Schreibtisch, raus aus den mausgrauen Büros und rein in den Betrieb seines Vaters. Mit dem neuen Ziel vor Augen, absolvierte Niessen sein Abitur an der Agronomie-Abteilung der Bischöflichen Schule in St.Vith. Im Anschluss arbeitete er für ein halbes Jahr im Außendienst eines Unternehmens aus Luxemburg. „Danach war mir endgültig klar, dass ich eine Arbeit will, bei der mir niemand meinen Tagesablauf vorschreibt“, so Niessen.
Ganz weg vom richtigen und gekonnten Spiel mit Zahlen, Statistiken oder Quoten ist der Landwirt aber auch nach seiner beruflichen Umorientierung nicht. Dass moderne Landwirte in gewisser Weise auch Manager sind, bestätigt das Beispiel von Pascal Niessen. Die immer wieder schwankenden Milchpreise bereiten dem Deidenberger Kopfzerbrechen – wie vielen anderen auch. „Ich muss alles ganz genau berechnen, nötige Investitionen richtig einschätzen und über alles nachdenken. Aber ich mag Herausforderungen“, sagt er.

20150306_hagemann_0030Neben seinen Eltern, die ihren Sohn unterstützen, wo sie nur können, spielt Pascals Freundin Nathalie eine wichtige Rolle im Leben des Hobbyfußballers im Dienste des KFC Amel. Als Pascal seine künftige Freundin kennenlernte, verschwieg er ihr seinen ungewöhnlichen Beruf. „An dem Wort ‚Landwirt‘ haften eben sehr viele Vorurteile. Das liegt wahrscheinlich an der Tatsache, dass viele Menschen einfach kein Verständnis mehr für den Beruf haben und sich nicht dafür interessieren, wo unsere Nahrung eigentlich her kommt“, so Niessen. „Deshalb habe ich mich erstmal als Schreiner ausgegeben“, erzählt er mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht. Durch eine Bekannte erfuhr seine jetzige Freundin von dem tatsächlichen Beruf des leidenschaftlichen Karnevalisten „Ich muss schon sagen, dass ich wirklich eine tolle Freundin habe. Obwohl sie wegen meiner Arbeit oft zurückstecken muss, akzeptiert sie mich und meinen Beruf.“
Der größte Nachteil an dem Beruf des Landwirten sei die Tatsache, dass man ständig an Zeiten gebunden ist, erzählt Pascal. „Wenn meine Freunde im Sommer am See ‚chillen‘, muss ich zum Melken zurück auf den Hof. Aber wenn man einmal mit der Arbeit begonnen hat, denkt man nicht mehr an die negativen Seiten. Ich finde ohnehin, dass die positiven Seiten deutlich überwiegen.“
Während er über seinen Hof spaziert, sieht man dem Landwirt an, dass er stolz auf das Erreichte und glücklich darüber ist, es allen Skeptikern, Kritikern und vielleicht auch alle Neidern gezeigt zu haben. „Heute“, sagt er, „würde ich alles wieder genau so machen.“

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