„Kulturzentrum frei“ für Ostbelgiens junge Künstler

Junge Talente aufgepasst! Am 22. April findet im Alten Schlachthof erstmals das „Synergie Kunst Festival“ statt, bei dem sich alles – natürlich – um das Zusammenspiel dreht. An diesem Tag dürfen sich junge Talente jeden Genres in den Hallen und Räumen des Schlachthofes entfalten. Bis Freitag läuft die Bewerbungsfrist.

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„Wir sind sehr offen für alle Arten von Kunst – sei es Malerei, Video, Mode, Grafik, Tanz, Theater, Performance, Schriftstellerei, Fotografie oder etwas komplett anderes. Uns interessieren vor allem die jungen Talente zwischen 16 und 25 Jahren“, erklärt Christine Peterges, Projektleiterin bei Chudoscnik Sunergia. Andere Voraussetzungen müssten die Bewerber ihr zufolge auch nicht erfüllen: „Es sollen sich die Leute melden, die Lust auf eine Möglichkeit haben, ihre Werke in einem öffentlichen Raum und interessiertem Kunstpublikum zeigen zu können.“

„Es soll kein einmaliges Festival bleiben“, hofft Peterges. „Wir haben hier im Alten Schlachthof großartige Möglichkeiten, um jedes Werk zu zeigen.“ Vorbild für das Festival sind die sogenannten Happenings, die Chudoscnik Sunergia bis vor zehn Jahren noch regelmäßig in Eupen veranstaltete. „Wir wollen diese Happenings zwar nicht zurückholen, aber daran anknüpfen“, so die Projektleiterin, „und die verschiedenen Formen der Kunst miteinander vereinen.“ Ein Programm wird es an dem 22. April auch geben, damit Performance, Tanz oder Musik sich genügend entfalten können. „Videos beispielsweise können wir im Loop laufen lassen“, meint Peterges.

Auch acht weitere, bereits etablierte Künstler – das Alter: 30 Plus – aus Belgien und Deutschland werden Projekte zum Thema „Synergie“ ausstellen. „Sie haben speziell für das Festival an verschiedenen Kollaborationen gearbeitet. Die Projekte sind keineswegs fertig oder ausgereift“, möchte Peterges die Bewerber ermutigen. Sie betont, dass die Erfahrenen und die Neulinge keineswegs gegenüber, sondern nebeneinander vor das Publikum gestellt werden.

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Der Eupener Maler Mark Kirschvink macht zum Beispiel mit dem Kadrasonic Quartett (Piano, Saxophon, Drums und Kontrabass) gemeinsame Sache: „Wir arbeiten bereits seit letztem Jahr zusammen. Damals kam Christian Klinkenberg [Pianist und Komponist, Anm. d. R.] mit der Idee auf mich zu.“ Dass eine Synergie zwischen zwei so unterschiedlichen Kunstformen nicht von heute auf morgen entstehen kann, haben die Herren am eigenen Leib erfahren. Dennoch, sie sind an der Herausforderung gewachsen: „Anfangs habe ich versucht, grafische Elemente für die einzelnen Musiker festzulegen, aber das hat meine Arbeit in eine Art Korsett gezwängt. Das habe ich dann aufgegeben und male jetzt einfach, wie es mir gefällt. Das Quartett findet trotzdem immer einen Weg, mein Bild zu interpretieren“, erzählt Kirschvink.

Für junge Künstler hat der Maler eine Tipp-Reihenfolge parat: „Sein Talent erkennen, an sich glauben, authentisch sein, seinen eigenen Stil erarbeiten – und diesem treu bleiben, auch wenn es mal nicht so gut läuft.“ Auf dem Festival präsentieren Kirschvink und das Kadrasonic Quartett erstmals ihr PARTITUR-Projekt.

Weitere geladene Künstler sind Schneider TM (Elektro- und experimentelle Musik), die Berlinerin Tomoko Nakasato (Tanz), Takehito Koganezawa (Malerei, Zeichnung), die und Wahl-Eupenerin Tanja Mosblech (Malerei), die Cellistin Claire Goldfarb sowie die Musikerin Sonja Mischor.

Wenn du dich bewerben willst, sende deine Arbeit – als angehängte Datei oder Link – sowie eine kurze Beschreibung und ein Foto von dir bis zum 12. Februar (Freitag) per Mail an Christine Peterges: christine.peterges@sunergia.be.

Zu Hause bei Backfuchs Jasmin

Wenn Jasmin Heinen Torten mit pastellfarbenem Fondant, Zuckerperlen und Marzipan liebevoll bis ins kleinste Detail verziert, dann ist die 23-Jährige ganz in ihrem Element. Ihre große Leidenschaft, das Backen, teilt die Weywertzerin gerne mit anderen. Auf ihrer Facebook-Seite “Backfuchs Jasmin” stoßen ihre Kreationen immer wieder auf Bewunderung. Als Konkurrenz zu den Konditoren sieht sie sich aber nicht: „Es ist nur ein Hobby, das mir Spaß macht, mehr nicht.“

Von Allan Bastin

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Angefangen hat alles mit kleinen Cupcakes, die sie in ihrer Freizeit zubereitet hat. „Es machte mir immer schon Spaß, für mich oder meine Familie zu backen. Meine ersten Muffins waren noch sehr einfach gestaltet, doch mit der Zeit habe ich immer wieder Neues probiert, um sie farbiger und schöner zu gestalten“, erzählt Jasmin Heinen. Heute zaubert sie zum Beispiel einen Minion-Kuchen. “Das wird etwas schwieriger, da dieser sitzt und hoch gebaut werden muss”, erklärt die 23-Jährige. Bevor sie sich an solche Kuchen heranwagte, backte sie nur Cupcakes, die wesentlich einfacher zu gestalten waren. “Torten sind natürlich viel aufwendiger. Die Zubereitung nimmt doch einige Stunden in Anspruch. Sehr zum Leidwesen meiner Mutter, da ich die Küche immer wieder besudele und lange Zeit besetze“, lacht Jasmin. Da darf das richtige Zeitmanagement natürlich nicht fehlen. Deshalb entsteht der Teig meist schon am Tag zuvor. „So kann der Boden schon abkühlen“, erklärt Jasmin. Am Tag darauf widmet sie sich dann der Füllung, dem Inneren der Torte: „Mit den Cremes bilde ich verschiedene Schichten. Wichtig ist, dass ich den Kuchen dann wieder kalt stelle. Anschließend kommt rundherum erneut Creme zum Einsatz.“

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Anschließend beginnt die eigentliche Präzisionsarbeit, die auch am meisten Zeit in Anspruch nimmt: das Dekorieren der Torte. Hierfür benutzt sie Fondant. Das ist eine weiche, pastöse Zuckermasse, die zur Herstellung verschiedener Süßwaren verwendet wird. „Ganz billig ist der Fondant nicht. Ich bestelle ihn meist im Internet. Dort kostet er rund zehn Euro pro Kilo“, sagt Jasmin, die für große Torten bis zu einem halben Kilogramm Fondant verarbeitet. Sie kauft meist nur weiße und schwarze Masse: „Ich färbe die dann mit Lebensmittelfarben, aber das sieht nicht so schön aus. Mittlerweile bestelle ich auch oft roten und blauen Fondant.“ Mit kleinen Werkzeugen bearbeitet sie dann die ausgerollte Zuckermasse. Sie knetet, schnitzt, formt und färbt zuckersüße Minions, Autos, Meerjungfrauen, Schleifen, Buchstaben, Zahlen und vieles Mehr. Und das oft mehrere Stunden lang.

Hauptsächlich kreiert sie Torten zu besonderen Anlässen, wie Geburtstagen oder Taufen. Ihre Inspiration nimmt sie aus dem Internet. „Die Menschen kommen meist mit einer Idee oder einem Charakterzug zu mir. Sie sagen beispielsweise, dass das Geburtstagskind Bayern-Fan ist oder Minions mag. Bei der Umsetzung überlassen die meisten mir dann freie Hand. Bevor ich mit dem Kuchen loslege, habe ich schon klar vor Augen, wie er aussehen soll.“ Schmecken die Kuchen denn auch? „Ja“, sagt Jasmin, „das ist mir besonders wichtig.“ Manchmal sei die Torte auch zu schön, um sie überhaupt anzuschneiden, gesteht die 23-Jährige.

Auch wenn ihre Torten professionell aussehen, sieht sich Jasmin in keiner Weise als Konkurrenz zu den hiesigen Konditoren: „Es ist nur ein Hobby, mehr nicht. Ich habe bisher erst rund 20 Torten gemacht. Außerdem habe ich so etwas hier in der Region noch nie gesehen. Ich mache also keinem Konkurrenz. Sowieso mache ich die Kuchen in erster Linie für Personen, die ich kenne.“ Ihren Bekanntheitsgrad hat sie kürzlich durch ihre Facebook-Seite „Backfuchs Jasmin“, die über 700 Likes zählt, erhöht: „Ich wollte den Leuten einfach mal zeigen, was ich so mache. Dass so viel Lob und Likes hinzukommen, hätte ich niemals gedacht. Aber das freut mich total und motiviert mich bei meinem Hobby.“ Wenn Jasmin nicht bis zu den Ellenbogen in Kuchenteig steckt, hilft sie ihren Eltern beim Hähnchenverkauf auf dem Markt oder arbeitet in Weywertz in einer Fritüre. Auf die Frage, ob sie aus dem Hobby mal eines Tages ihren Beruf machen will, antwortet sie: „Früher wäre mir das nie in den Sinn gekommen, aber jetzt denke ich mir schon, dass das was für mich wäre. Aber alles zu seiner Zeit.“

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Techniker fordern Englisch

Alle reden vom internationalen Arbeitsmarkt — aber keiner beherrscht das dafür nötige Englisch. Am Robert-Schuman-Institut (RSI) fordern Schüler der technischen Abteilungen jetzt eine Änderung des Lehrplans. Sie wollen mehr Englischunterricht, um für Praktika, Studiengänge und den Einstieg in den Job fit zu werden. Die Lehrer ziehen am selben Strang.

Von Griseldis Cormann

„Englisch lernt sich einfacher als Mathematik “, ist Direktorin Brigitte Kocks überzeugt. Lange Zeit hat diese Aussage ausgereicht, Lehrer und Schüler der technischen Abteilungen in ihrer Forderung nach Englisch als Unterrichtsfach zu beschwichtigen. Nach wie vor kommt Englischunterricht im Stundenplan nicht vor. Das soll sich ändern, fordern sowohl Lehrer, als auch Schüler. „Die Meinung aller Lehrer und Schüler ist mir wichtig. Wir arbeiten hier demokratisch; ich freue mich, wenn die Schüler diskutieren und mir auch ihre Meinung mitteilen. Die Schule entwickelt sich in Kooperation mit der neuen Generation“, sagt Direktorin Kocks. In diesem Sinne diskutiert eine ganze Schule, wie sie im engen Zeitraster des technischen Unterrichts die einzige weltweit anerkannte Kommunikationssprache in ihren Alltag integrieren kann: Sollen Stunden anderer Fächer reduziert werden? Sollen bestimmte Fächer ganz gestrichen werden? Soll es mehr Wahlfreiheit für die Schüler in den nichtfachrichtungsbezogenen Fächern geben?

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Die englische Flagge. Foto: Photo News

Schüler, die sich für eine technische Abteilung entschieden haben, können ihre schulische Ausbildung nach sechs Jahren sowohl mit einem Abitur, als auch einer berufichen Qualifkation abschließen. Mit 36 Stunden Unterricht in der Woche sind die Schüler der technischen Abteilungen, wie zum Beispiel Mechaniker, Elektriker, Elektroniker und Elektromechaniker, voll ausgelastet. Der Unterricht setzt sich aus Allgemein- und Fachkunde zusammen. „Damit bleibt nur wenig Spielraum für Veränderungen“, erklärt Kocks. Das ist der Grund, warum sie begrüßt, dass man sich von den strikten Lehrprogrammen verabschiedet. Der Elektro-Lehrer Alain Quetsch sieht, dass der Beruf des Technikers in den vergangenen Jahren an Anerkennung, Attraktivität und Anforderungen gewonnen hat. Er selbst hat für ein amerikanisches Unternehmen gearbeitet und weiß, wie wichtig die Beherrschung des Englischen ist, vor allem weil viele Unternehmen weltweit agieren. Als Lehrer sieht er sich dagegen der Herausforderung gegenüber, Schüler mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Berufswünschen zu unterrichten: „Manche wollen direkt in den Beruf, andere wollen nach dem Abitur studieren. Für die einen müsste ich in den praktischen Arbeiten mehr in die Tiefe gehen — für die Studienkandidaten in der Theorie. Das Gleiche gilt für die Sprachfähigkeiten der Schüler“, erklärt er. „Wenn ich den Diskussionen freien Lauf lasse, dann ist schnell klar, dass Englisch von allen anerkannt wird. Danach scheiden sich die Geister“, schildert Quetsch.

Unterricht am Gymnasium

Illustrationsfoto: dpa

Einige können sich Englisch zusätzlich vorstellen, manche wollen es im technischen Unterricht integrieren, andere wieder wollen unliebsame Fächer ersetzen. Keiner will jedoch Abstriche bei den technischen Fächern. Ein zusätzlicher Unterricht ist bereits möglich. Die Abendschule bietet Sprachkurse an. Diesen sechs Stunden in der Woche können die Schüler kostenlos folgen. Zudem, so der Elektro-Lehrer, werde verstärkt fremdsprachiges Material in den Fachunterricht des sechsten Jahres einbezogen: „Wir dürfen nicht die Augen verschließen. Durch die Medialisierung sind Grundkenntnisse des Englischen vorhanden — auch wenn sie nicht aus der Schule kommen.“ Obschon Unternehmen in erster Linie darauf achten, dass ihre Mitarbeiter technisch gut ausgebildet sind, legen Arbeitgeber heutzutage auch großen Wert auf Englischkenntnisse. „Fast jedes Unternehmen erkundigt sich nach den Englischkenntnissen von Bewerbern“, erklärt der Lehrer. Einige Unternehmen bilden ihre Mitarbeiter selbst in Sprachen aus. Darauf wollen sich die Schüler aber nicht verlassen und sehen im fehlenden Englisch einen Wettbewerbsnachteil auf dem Arbeits- und Studienmarkt. Gerade diejenigen, die sich international orientieren wollen, sehen den Französischunterricht als Hindernis. Vor allem bedauern sie, auf einem zu hohen Niveau unterrichtet und mit Inhalten konfrontiert zu sein, die sie nicht unbedingt interessieren oder sie im Job nicht weiterbringen. Dementsprechend fordern sie nicht zwangsläufig die Reduzierung von Französisch, sondern eine größere Freiheit in der Sprachenwahl, je nachdem in welcher Region sie nach der Schule arbeiten wollen. Der Meinung ist auch Schulleiterin Kocks: „Es soll nicht mehr jeder das Gleiche machen.“ Transparenz und Flexibilität stehen im Mittelpunkt. Die Direktorin denkt darüber nach, in naher Zukunft Pilotphasen mit einstündigen Englischkursen anzubieten.

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Die RSI-Schüler Paul Schwier, Andy Reinartz, Ivan Gravilov, Mijo Ceslijc und Jacky Cormann (v.l.) äußerten sich zu dem fehlenden Englischunterricht. Foto: Griseldis Cormann

Paul Schwier (17), 4. Jahr, Elektrotechnik
Wenn man in die Industrie geht, braucht man immer Englisch. Die Unternehmen haben überall Standorte. Englisch ist die Grundlage für den Beruf. Ich weiß, der Stundenplan ist voll. Aber wenn wir schon nur noch eine Stunde statt zwei Religion hätten, dann wäre eine frei, um sich die Fachwörter im Englischen aneignen zu können.

Andy Reinartz (17), 6. Jahr, Informatik-Elektronik
Ich habe mich schon beworben und Englisch ist einfach ein Bewerbungskriterium, eine Vorbedingung. Immer werden technische Fähigkeit und gutes Englisch verlangt. Teilweise sind Bewerbungsgespräche in Englisch. Wenn ich ein Projekt zu Hause beginnen wollte, habe ich die Anleitungen im Internet nur in Englisch gefunden. Ich habe es mir mit Hilfe des Internets und vielen Übersetzungen beigebracht. Serien gucke ich auch in Englisch. Verstehen tue ich es, aber wann habe ich denn schonmal sprechen können?

Ivan Gravilov (19), 6. Jahr, Informatik-Elektronik
Ich bin vor vier Jahren aus Mazedonien gekommen. Dort habe ich acht Jahre Englisch gehabt. Für meinen Wunschberuf in der Elektronik habe ich vor, nach Großbritannien zu gehen. Es ist schade, dass wir hier kein Englisch haben.

Mijo Cesljic (16), 4. Jahr, Elektrotechnik
Es ist DIE Sprache. Man braucht es überall — international. Französisch ist nicht so wichtig, außerdem springen wir gerade von den Grundkenntnissen auf ein Niveau, wo wir gar nichts mehr verstehen.

Jacky Cormann (15), 4. Jahr, Elektrotechnik
Die Unternehmen sind in der Welt verteilt. Wenn ein Unternehmen im angelsächsischen Raum den Hauptsitz hat, dann wird es die Instruktionen für die anderen Sitze sicher nur in Englisch verschicken. Außerdem gibt es an den Universitäten viele Master nur noch auf Englisch, zum Beispiel in Maastricht und Löwen. Was bringt mir ein Abitur mit Französisch, wenn ich im Studium dann nicht weiter komme? Wenn wir die Abendschule machen, was ist dann mit Sport und Hobbys?

Ihr seid gefragt!

Wir interessieren uns auch für Deine Meinung: Sollte Englischunterricht verpflichtend im Stundenplan stehen? Würdet Ihr dafür auf ein anderes Fach verzichten? Diskutiert mit. Nutzt entweder hier die Kommentarfunktion oder schickt eine E-Mail an generation@grenzecho.be. Eure Meinungen und Anregungen werden in einer nächsten GEneration-Ausgabe veröffentlicht.

Ohne Jeans im Gepäck

Charline Catteeuw wollte was erleben. Deshalb ließ die 20-jährige Rechterin die Eifel hinter sich und ging für ein Praktikum nach Paris. Jetzt studiert sie in Finnland. Immer im Gepäck: ihren Modeblog – aber keine Jeans. Denn die kann Charline nicht leiden.

Von Sofia Hammes

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Charline öffnet die Haustüre. Gold glitzernder Pullover, Hose im Lederlook, dazu eine feine Kette mit bunten Glasperlen verziert. Ihr langes Haar hat sie zu einem Zopf gebunden. Ein wenig Rouge, ein dezenter Lidstrich. Man könnte sagen, es ist ein Rückkehrer-Outfit. Charline ist nämlich nur für zwei Wochen in ihr Heimatdorf Recht zurückgekommen, um die Festtage mit ihrer Familie zu verbringen. Momentan studiert die 20-Jährige in der finnischen Stadt Kuopio Hotelmanagement. Vorher hat sie ein dreimonatiges Praktikum in Paris gemacht. Doch die Studentin hat noch eine andere Leidenschaft als das Reisen. Ihr Modeblog ist ihr ständiger Reisebegleiter. Hier zeigt die Modebegeisterte ihre Lieblingsoutfits, erzählt von ihrer Reise und gibt ihren Followern Tipps, was in der Modewelt gerade angesagt ist. Mal im Pullover mit graphischem Design und streng gebundenen Haaren, mal im lila Tüllrock springend vor einem klassichen Pariser Gebäude – Charline liebt Details und Abwechslung. Auffallen? Für die Reiselustige kein Problem. „Ich möchte zeigen, dass man mit kleinen Handgriffen schöne Outfits zusammenstellen kann. Auch mit Studentenbudget. Manche Leute finden, dass man so was nicht tragen kann, aber das ist halt mein Stil“, meint Charline selbstbewusst. Damit sie mit ihren Artikel möglichst viele Menschen erreicht, schreibt Charline auf Englisch. Und es funktioniert: „Auf Facebook hatte ich vor ein paar Tagen den 1000. Like“, erzählt die Bloggerin stolz.

Begonnen hat alles in Paris. „Früher habe ich mir immer die Blogs von anderen angesehen. Ich dachte schon damals, dass ich sowas auch machen will, aber ich wusste nicht, wie“, erinnert sich Charline. In Paris wagt sie dann den Schritt in die Bloggerwelt. Anfangs noch unter dem Namen „Breakfast à Paris“, eine Anspielung auf „Breakfast at Tiffany’s“, Charlines Lieblingsfilm mit ihrem modischen Vorbild Audrey Hepburn. „Aber weil ich ja nicht ewig in Paris bleiben sollte, musste ein anderer Name her.“ Nun erzählt die Modebloggerin unter dem Künstlernamen Chayleen von ihrem Leben als Shoppingvictim fernab der Eifel. „Mir war es wichtig, dass der Name catchy klingt, aber auch etwa mit mir zu tun hat“, erklärt Charline. Und so ist es auch: In ihrem Blog stecken 100 Prozent Charline. Auch von ihrem Praktikum bei einer Hochzeitsagentur ist dort zu lesen. Dort konnte Charline ihre Liebe zu Mode und Lifestyle so richtig ausleben. „Bei der Planung zählte jedes Detail. Die Farbschemen und Stoffmuster wurden von vorne bis hinten durchgezogen“, erzählt die Studentin, die sogar ihre Schulausrüstung jedes Jahr farblich aufeinander abstimmt. Ihr absolutes Highlight als Hochzeitsplanerin: „Zum Ende meines Praktikums hatten wir eine Hochzeit, die fünf Tage lang gedauert hat. Die Kunden hatten ein Schloss in der Nähe von Paris gemietet und jeden Tag gab es ein anderes Event. Mal Casino Abend, mal Marie-Antoinette-Tea-Party. Das war wirklich eine stressige, aber coole Zeit“, erinnert sich die Bloggerin.

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Die Liebe zu Mode, die hat die Rechterin, die schon früher nie ohne neues Outfit zum ersten Schultag ging, in den Genen. Als Charlines Mutter reinkommt, denkt man sofort: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. „Gestern waren wir noch einkaufen, da standen wir da: Wer holt jetzt den Pullover? Ich oder du?“, erzählt die modebewusste Mama, während sie ihren langen Steppmantel ablegt. „Manchmal borge ich mir auch etwas von Mama aus“, verrät Charline. Wie Mütter und Töchter eben so sind.

Nach ihrem Praktikum in Paris ging es für die Studentin nach Kuopio, Finnland. Hier beendet sie gerade ihren Bachelor in Hotelmanagement. Warum die Bloggerin eigentlich kein Modedesign studiert? „Schon als Kind wollte ich immer reisen und in den Hotels, in denen wir Familienurlaub gemacht haben, arbeiten“, verrät Charline. Vom French Citylife à Paris nach Skandinavien, daran musste sich Charline erstmal gewöhnen. „Zwar ist Kuopio die achtgrößte Stadt in Finnland, doch hier ist ungefähr so viel los wie in St.Vith“, erzählt Charline mit einem Schmunzeln im Gesicht. Auch modetechnisch ist die Lage in Finnland etwas mau. „In Finnland gebe ich definitiv weniger Geld für Mode aus, obwohl die Skandinavier ja auch schöne Mode machen.“ In Paris war schon der Weg zur Arbeit eine Herausforderung. „Mein Arbeitsweg ging an einer der größten Shoppingmeilen vorbei. Da sah man eigentlich immer irgendwas cooles im Schaufenster liegen“, erinnert sich die brünette Eiflerin.

Wenn Charline der Modeversuchung mal nicht widerstehen kann, weiß sie sofort, welches Teil sie im nächsten Blog-Artikel unbedingt zeigen will. „Dann suche ich Kleidungsstücke und Accessoires, die gut dazu passen, und suche mit einer Freundin, die meine Fotos macht, nach einer coolen Location.“ Was ihr nie in die Shoppingbag kommt: Jeans. „Ich mag keine Jeans. Ich habe bestimmt seit drei Jahren keine Jeans mehr gehabt.“ Ob in Jeans oder nicht, Charline ist beim Modeln richtig routiniert. Schon nach 15 Minuten hat ihre Freundin ein gutes Foto im Kasten. In Finnland gestaltet sich das Shooting aber immer schwieriger. „Von Tag zu Tag wird es dunkler. Bald gibt es dann nur noch wenige Minuten richtiges Tageslicht. Da muss ich die Fotos schon immer überarbeiten“, beschreibt die Studentin die schwierigen Wetterverhältnisse.

Wenn sie nicht bloggt oder shoppt, verbringt Charline ihre Freizeit mit Sport. „Ich bin eine Sportskanone, was vielleicht so ein Kontrast zum Bloggen ist. Ich turne und tanze, seitdem ich klein bin.“ In Finnland hat Charline das Eiskunstlaufen für sich entdeckt. Bei einem Praktikum in Teneriffa stand Surfen auf dem Programm. „Ansonsten trällere ich eigentlich den ganzen Tag irgendwas vor mich hin“, erzählt Charline und lacht.

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Nach Finnland steht wieder ein dreimonatiges Praktikum auf dem Plan. Dann möchte Charline gerne raus aus Europa. Vielleicht auch etwas länger als geplant, „in die Karibik oder nach Australien“. Den Master – vielleicht in Modemanagement – will sie aber in Belgien machen. Dann hätte Charline schließlich die Möglichkeit, öfter nach Hause in die Eifel zu kommen. Die vermisst die Rechterin nämlich schon hin und wieder. Am meisten, dass jeder jeden kennt. „Als ich in Paris war, hab ich mich ab und zu ziemlich anonym gefühlt. Es ist schön, ständig neue Leute kennenzulernen, aber manchmal wünscht man sich einfach seine Leute zurück“, gibt Charline zu. Wie ihre Leidenschaft zum Modeblog mit ihrer Heimat zusammenpasst, wird die 20-Jährige jedoch schon vorher austesten. „In den zwei Wochen, die ich hier bin, schieße ich auf jeden Fall ein paar Fotos für meinen Blog!“ Die Liebe zur Mode macht nun mal keine Ferien.

Charlines Modeblog findet ihr unter chayleen.com.

Sänger und Actionstar Tom Beck singt in St.Vith

Die Actionserie „ALARM FÜR COBRA 11“ hat ihn bekannt gemacht: Fünf Jahre war Tom Beck als Hauptkomissar Ben Jäger im TV zu sehen. Nun steht er am Freitag im St.Vither Triangel auf der Bühne – mit der Gitarre in der Hand. Im Interview spricht er über seine “Cobra11”-Zeit, seinen Lebensstil, seine Musik und seine Vorlieben für Whisky, Schokolade und Bier. Stromae sagt ihm jedoch nichts.

VON ALLAN BASTIN

Tom Beck tritt im Hardrock Cafe in Berlin auf

Der Sänger und Schauspieler Tom Beck tritt am Freitag im St.Vither Triangel auf. Foto: dpa

Tom Beck, Sie werden am kommenden Freitag im St.Vither Triangel gastieren. Hätten Sie jemals erwartet, in Belgien aufzutreten mit Ihrer Musik?

Nicht wirklich, man fängt ja nicht mit Musik an, um mal -eines Tages in Belgien zu spielen (lacht). Aber durch die „Cobra 11“-Fanbase kommt man ein bisschen herum. Wir haben auch schon in Belgien gespielt. Aber es überrascht mich schon, dass wir in Belgien auftreten werden.

Sie haben für Alarm für „Cobra 11“ auch schon in Ostbelgien gedreht.

Ja, in der Tat. Das waren sehr aufregende Tage, als wir einmal an einem Stausee und auf einer Talsperre gedreht haben. Ich stand da auf der Staumauer und ein Helikopter raste an mir vorbei. Ich denke oft daran zurück. Das kommt auch öfter mal hoch, wenn ich im Bett liege. Da hätte einiges schief gehen können. Es war sicherlich einer meiner spektakulärsten Drehs.

2013 ging ihre Zeit bei „Cobra 11“ zu Ende. Die Zeit der Stunts und spektakulären Filmdrehs war vorbei. Stattdessen nahm die Musik einen größeren Stellenwert in Ihrem Leben ein. Kann man die Musik und die Schauspielerei einfach kombinieren?

In meinem Fall schon. Vielleicht würde die Musik mehr Früchte tragen, wenn ich keine Filme drehen würde. Aber ich will das nicht, da ich gerne Filme drehe und es ein schöner Ausgleich ist. Es ist immer etwas Neues. Wenn ich bei einem Dreh bin, freue ich mich auf die Musik. Und Umgekehrt ist es dasselbe. Ich bin dankbar, dass ich beides machen kann.

Spielplatz für große Jungs: 15 Jahre "Alarm für Cobra 11"

Tom Beck (r, als Ben Jäger) und Erdogan Atalay (als Semir Gerkan) posieren mit Pistolen bei Dreharbeiten der RTL-Ationserie “Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei “. Foto: dpa

Die meisten Menschen denken, dass die Musik bei Ihnen erst nach der Schauspielerei gekommen ist. Dabei war es genau andersherum.

Richtig. Musik mache ich, seitdem ich fünf bin. Ich habe Klavier Orgel, Akkordeon, Gitarre und ein bisschen Schlagzeug gespielt, dann Musical-Theater studiert. Und dann bin ich erst mit 21 Jahren zum Schauspiel gekommen. Meine erste Rolle hatte ich mit 23, also erst relativ spät. Jetzt muss ich mich dennoch meist bei den Leuten rechtfertigen, dass ich jetzt Musik mache, was völlig absurd ist. Aber so ist das halt.

Ihre Figur in „Cobra 11“, Ben Jäger, spielte auch in einer Band. War das nötig, damit Sie sich besser in die Rolle hineinversetzen können?

Es war eigentlich eher strategischer Natur. Es verbindet natürlich die Person mit mir. Ich wollte der Figur etwas Rock‘n‘Rolliges geben. Ben Jäger sollte kein spießiger Polizist sein. Ich hatte mir vorgestellt, dass er im Bandraum sitzen könnte und Joints raucht, aber wir haben das nie so erzählt, weil das RTL wohl zu krass war. Ich wollte was Kantiges an ihm sehen, dass er Dinge macht, die nicht legal sind.

Durch dieses Image hätten Sie bestimmt noch mehr Männerpublikum für sich begeistern können. Ihr aktuelles Publikum besteht sicher hauptsächlich aus Frauen, oder?

Vielleicht. Aber letztens bei einem Konzert in München waren auch viele Männer. Aber es stimmt schon, dass mein Publikum zu 80 Prozent aus Frauen besteht.

Was erwarten Sie vom belgischen Publikum?

Ich mache mir vor Konzerten nie Erwartungen, denn da wird man nur enttäuscht. Ich will in Belgien, wie bei jedem anderen Konzert auch, einfach einen schönen Abend erleben.

Was wissen Sie über die belgische Musikszene?

Wenn ich ehrlich bin, kenne ich keine belgischen Künstler. Milow, ist er Belgier oder Holländer?

Milow ist Belgier. Sagt Ihnen Stromae etwas?

Nein, leider nicht.

Welche Musik hören Sie privat?

Während des Schreibens höre ich oft meine eigenen Songs. Wenn das Produkt fertig ist, dann höre ich das einige Wochen im Auto. Zwischendurch mal zum Auffrischen auch vor dem Konzert, um nochmal rein zu hören. Es sind ja mittlerweile schon drei Alben. Aber privat höre ich andere Musik.

Sie haben zu Beginn auf Englisch gesungen. Das letzte Album war in deutscher Sprache. Werden Sie dabei bleiben?

Ja, ich bleibe bei Deutsch. Man muss sich einfach trauen. Auf Deutsch hat man einen ganz anderen Wortschatz, man kommt viel näher an sich ran. Aber ich hatte immer Angst, weil Deutsch schwierig ist und nicht viel verzeiht. Man muss sich da schon sehr konkret ausdrücken.

Haben Sie vor einem Konzert gewisse Rituale?

Mit meiner Band bilde ich hinter der Bühne immer einen Kreis, dann trinken wir einen Schluck Whisky und los geht‘s.

Ist Ihnen ein Auftritt besonders in Erinnerung geblieben?

(zögert) Ehrlich gesagt nicht. Unsere Gigs waren so verschieden. Riesige Bühnen, wie Rock am Ring, wo wir gespielt haben, können toll sein. Aber auch kleine Clubs vor 200 Leuten. Der allererste Gig mit meiner Band auf Sylt war natürlich sehr speziell. Wir waren total nervös.

Was unsere weiblichen Leser sicher interessieren wird: Haben Sie eine Freundin?

(lacht) Ja, ich habe eine Freundin. Aber Kinder haben wir keine.

Zum Abschluss noch eine Frage: Sie kommen nach Belgien, das Land des Bieres. Sind sie eher ein Bier- oder Weinfreund?

Zunächst einmal würde ich mich in Belgien für Schokolade entscheiden. Aber dann würde ich mir sicherlich auch ein Bier gönnen.

Wird für Sie in St.Vith Bier und Schokolade backstage bereitliegen?

Bier auf jeden Fall. Schokolade ist jetzt nicht geplant, aber das wäre doch eine tolle Sache.

Das Gamescom-Fazit

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Ende, aus, vorbei: Die Gamescom ist Schnee von gestern. Aber die letzten Stunden waren nochmal spannend und lehrreich. Für alle Lesefaulen hier ein Fazit im Video-Format:

Zuerst habe ich einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit unternommen. Die Gamescom hat ein kleines Spiele-Museum aufgebaut, in der alte Konsolen und Spiele ausgestellt und zum Großteil sogar spielbar sind.

IMG_4036Spielen wie damals ist auf der Gamescom ebenfalls möglich.

Im selben Abschnitt ist auch der Familien-Bereich der Gamescom untergebracht. Hier können die Sprösslinge kindgerechte Titel anzocken oder zum Beispiel ein Pacman-Brettspiel spielen.

IMG_4046Von wegen Pacman lässt Menschen vereinsamen! So werden Spiele kindgerecht verarbeitet.

Auch zwei Spiele konnte ich noch antesten. Da wäre einmal Verge. In dem Spiel schlüpft der Spieler in die Rolle eines Koma-Patienten, der in seinem Kopf verschiedene Rätsel meistern muss. Dafür kann er an bestimmten Punkten einen Alter Ego erschaffen und  in dessen Rolle schlüpfen. Dadurch hat Verge leichte Anleihen zu Portal oder The Swapper. In jedem Fall macht das Spiel in seinem düsteren Schwarz-Weiß-Look schon jetzt überaus Laune. Zumal das Artdesign nicht zu verachten ist: “Mit der Zeit werden die Räume immer konkreter, Ziegelsteine und anderes wird sichtbar”, erzählt Qualitäts-Tester Patrick Buss von FDG Entertainment. Unter anderem mit diesem Spiel will die Firma den Sprung von den iOS- und Android-Geräten zum PC schaffen.

Auch Dennis Witte aus Erfort hat große Pläne. Er entwickelt gerade sein Spiel Windscape. Auf der Messe konnten die Besucher das Rollenspiel in der frühen Alpha anzocken. Kurzerhand habe ich mir den Macher des Ein-Mann-Projekts gekrallt und ein paar Fragen gestellt:

Ich: Hey Dennis, das Spiel erinnert mich ein wenig an die Mischung aus Rollenspiel und Minecraft, war das die Inspiration?

Dennis: Den Gedanken haben viele. Tatsächlich habe ich mich von Zelda, Secret of Mana und Monster Hunter inspirieren lassen.

Ich: Magst du vielleicht ein wenig über den Inhalt von Windscape erzählen?

Dennis: Die Spielwelt besteht aus vielen verschiedenen schwebenden Inseln. Am Ende des Tutorials bekommt der Spieler ein Luftschiff, mit dem er die verschiedenen Inseln erreichen kann. Es gibt keine übergreifende Geschichte wie bei Zelda, sondern jede Insel hat ihre eigene Geschichte. Es gibt kein Aufleveln und oder Skills. Besser machen einen den Spieler die verschiedenen Ausrüstungen und Waffen.

Ich: Beim Anspielen sah das Spiel für mich mehr nach einem ganz klassischen Rollenspiel aus. Ist das so?

Dennis: Ich wollte bewusst ein gewohntes Feeling bieten. Ich muss das Rad ja nicht neu erfinden. Ich will das Spiel machen, dass ich als Kind gerne gespielt hätte.

Ich: Machst du das in Vollzeit?

Dennis: Nein. An zwei Tagen arbeite ich, um über die Runden zu kommen, und an den fünf anderen Tagen arbeite ich am Spiel.

Ich: Wie lange soll das Spiel denn werden?

Dennis: Das kommt vollkommen auf den Spieler an, ob er nur der Hauptstory folgt oder viel erforscht. Ich hoffe, dass das Spiel am Ende durchschnittlich 10, vielleicht auch 15 Stunden Spielzeit bietet. Aber man kann auch länger Spaß am Spiel haben, oder auch schneller durch sein.

Ich: Wann wird das Spiel denn erscheinen?

Dennis: Ich hoffe Ende Februar, Anfang März 2016. Aber ich kann nichts versprechen, ich arbeite ja alleine daran.

Ich: Und für welche Plattformen?

Dennis: Zuerst für PC, Linux und Mac, später dann auch wahrscheinlich für die Playstation 4, Xbox und die Wii U

Ich: Vielen lieben Dank!

Gestern hatte ich euch im Video versprochen, auch mal den Merchandise-Trick zu versuchen. Mir wurde von einem der Besucher gesagt, dass die Stände kurz vor Ende die richtigen teuren Artikel verschenken. Das stimmt tatsächlich. Zum Beispiel verschenken die Hardware-Stände auch ihre Mäuse, Tastaturen und Kopfhörer. Aber ein Metal-Konzert ist nichts gegen den Mob, der um diese Stände tobt. Leute, die auf den Boden gezerrt werden, inbegriffen. Ich habe wenigstens ein T-Shirt bekommen. Ist ja fast ein Keyboard…

Mit diesen weisen Worten verabschiede ich mich. Es war harte Tage, verdammt harte. Aber es war auch eine Erfahrung! Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht. Über Rückmeldung in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen!

Wir lesen uns!

IMG_4050Aus die Maus – hier zockt keiner mehr. Bis zum nächsten Jahr.

Diese Indie-Games sind einen Blick wert

Auch heute morgen habe ich wieder ein paar Schätze der Spielewelt abseits der großen Hallen gefunden: Ich habe mich ein wenig im Indie-Bereich umgeschaut. “Because life is too short to wait in line”,so ist das Motto dieses Bereichs. Diesem Leitsatz werden die Entwickler hier vollkommen gerecht. Wer sucht, der findet hier immer einen Computer, der gerade frei ist. Und anders als bei den großen Publishern, bei denen das Anspielen mehr einer Massenabfertigung ähnelt, nehmen sich die Entwickler hier wirklich Zeit für jeden Spieler. Wer Fragen hat, bekommt sie aus erster Hand beantwortet. Mehr noch, ich habe beim Testen die Freude der Entwickler darüber, dass ich Zeit mit ihrem Spiel verbringe, richtig spüren können.

Und es gibt in dieser Ecke der Gamescom wirklich gute Spiele. Natürlich reichen diese Kleinode in Puncto Grafik nicht an ihre großen Geschwister heran. Natürlich muss hier mit weniger Mitteln gearbeitet werden, fehlt doch oft ein großer Publisher. Der Qualität der Spiele tut das aber nicht wirklich keinen Abbruch.

Von der Idee her höchst interessant fand ich zum Beispiel “Infinite Scuba”, eine Taucher-Simulation. Die Entwickler legen hier großen Wert auf Realismus. Zum Beispiel kann der Spieler in tatsächlich existierende Wracks erkunden und Auszeichnungen erhalten, die es auch bei der wirklichen Tauchausbildung gibt. “Im Grunde ist das die Simulation von einer echten Welt an einem guten Tag”, so Kathie Flood. Extremfälle werden also außen vor gelassen. Neben dem spielerischen soll das Spiel auch einen erzieherischen Aspekt bieten. Zum Beispiel gibt es für alle Orte und Fische, die im Spiel vorkommen, ein kleines Lexikon. Eventuell soll das Spiel schlussendlich sogar für Lehrer kostenfrei zur Verfügung stehen. “Infinite Scuba” hat also definitiv den richtigen Ansatz. Um das Spiel wirklich lieben lernen zu können, braucht der Spieler wahrscheinlich aber viel Zeit. Ein schnelllebiges Hobby ist das Tauchen nunmal nicht.

IMG_4029Kathie Flood und Russ Glaeser entwickeln “Infinite Scuba”.

Wirklich gut gefallen hat mir auch “The Flock”. Dieses Spiel hat ein wenig Ähnlichkeit zu Evolve. Vier Spieler spielen gegeneinander. Anfangs sind sie alle das gleiche Monster, das namensgebende Flock. Doch sobald einer einen Lichtkegel gefunden hat, mutiert er. Da dieser Lichtkegel die spielentscheidenden Punkte aufs Konto des Spielers zieht, wird der Spieler, der ihn gerade besitzt, von den anderen gejagt. Beim ersten Anspielen war das Spiel für mich noch ein wenig unzugänglich. Zwei der Mitspieler hatten das Spielprinzip leider nicht verstanden (konnten die Entwickler es doch nur auf englisch erklären). So wollte irgendwie keine Stimmung aufkommen. Doch in der zweiten Runde konnte ich mit den Entwicklern spielen, die das Spiel bereits kannten, der Spielspaß stieg schlagartig. Wer also erstmal warmgeworden ist mit der Technik, wird dieses düstere Game lieben! Erscheinen soll das “The Flock” erst für den PC, später dann für Linux und Mac und schließlich für die Konsolen.

IMG_4033In “The Flock” kämpfen vier Spieler gegeneinander.

Noch einen kleinen Tipp möchte ich hier geben, und das nicht nur, weil der Entwickler kostenfrei Steam-Keys für sein Game verteilt. Metrico+ ist zwar wieder ein schwereres Spiel, dafür macht es aber wirklich Spaß. Ein wenig Ähnlichkeit hat es durchaus mit Antichamber, was nach den Entwickler auch eine Inspirationsquelle war. In einer sehr abstrakt gehaltenen Welt muss der Spieler Rätsel lösen. Soweit ist das noch nichts Besonderes. Allerdings muten die Rätsel fast schon mathematisch an, die Laufrichtung und Sprünge regulieren Ebenen in ihrer Höhe, so kann der Spieler Hindernisse überwinden. Was anfangs noch mit ein paar Sprüngen getan ist, endet in anspruchsvoller Knobelei. Spannend ist dabei die Musik, die ebenfalls Antichamber ähnelt: Mit der Zeit kommen immer mehr Instrumente zu den anfänglichen Tönen hinzu, der Spielfortschritt wird also hörbar. Metrico+ erscheint Anfang des nächsten Jahres für den PC.

Ebenfalls super waren zum Beispiel Tricky Towers (wie Tetris, nur ganz anders) und Hero Defense. Vielleicht kann ich dem später ein paar Worte widmen.

Und natürlich gab es auch ein, zwei Spiele, die mein Herz nicht ganz erobern konnten. Zum Beispiel Son of Nor. Die Idee, als Maya mit Telekinese die Umgebung zu verändern, ist zwar durchaus gut. Für ein bereits erschienenes Spiel ist die Steuerung allerdings zu hakelig, die Animationen weit hinter dem heutigen Standard, die Atmosphäre beim Anspielen Durchschnitt. Wem das nichts ausmacht, der bekommt hier sicher trotz allem ein paar spaßige Spielstunden.

Wirklich beeindruckend am Indie-Bereich: Hier bekommen die Besucher schneller die Spiele in Form von Steam-Keys nachgeschmissen, als sie “Promo” sagen können. Während man bei den meisten großen Entwicklern nur mit Glück mit einem T-Shirt rechnen kann, kriegt man bei den Indies gleich das ganze Game – super Service.

Das extremste Cosplay der Convention

Hier noch ein abschließendes Video zum Tag, in dem ich kurz über die Cosplays und Black – The Fall spreche:

Und noch ein letztes Cosplay habe ich hier für euch. Ein Herr, der sich als Big Daddy aus Bioshock verkleidet hat. Ein halbes Jahr hat der Maler und Lackierer für das Outfit gebraucht. Angesteckt dazu hat ihn seine Tochter. Das Kostüm braucht sogar einen eigenen Hänger, um transportiert zu werden. Damit ihm nicht zu warm wird, hat der Big Daddy im Innenraum Ventilatoren angebracht.

gamescom (5)

Abseits der Wege auf der Gamescom

Auch, wer die Hauptwege der Gamescom verlässt und sich in den anderen Hallen umsieht, kriegt einiges geboten. Merchandise, Innovationen und Indie-Games, hier gibt es alles mögliche.

Als erstes habe ich heute Nachmittag einen Blick auf die Merchandise-Halle gewagt. Eine Leserin fragte, wie groß hier wohl die Relevanz für die Gamescom sei. Das kann ich natürlich objektiv nicht beurteilen. Der Menge der Leute nach, die sich hier tummeln, ist der Merchandise für die Gamescom aber durchaus wichtig. Einfacher wie hier geht es eben nirgends, eine Figur von seinem Lieblings-Protagonisten zu erstehen. Alles mögliche rund um die Themen Manga, Comic und Spiele wird hier verkauft, besonders oft gibt es kleine Aufstell-Figuren und T-Shirts zu erstehen.

In der Halle 10, die ebenfalls eher am Rande liegt, kriegt der Besucher auch nicht wenig zu sehen. Hier wird zum Beispiel alles vorgestellt, was über die Software hinaus geht. Beispielsweise werden hier extra Spiele-Sessel ausgestellt. Aber natürlich gibt es auch Soundsysteme und High-End-PCs zu begutachten. Außerdem sind hier auch kleine Organisationen wie die Gamechurch zu finden. Diese Gruppe verbindet Christentum mit Gamertum und verteilt Bibeln mit Gamer-Zitaten.

Innovationen finden sich in der Halle 10 ebenfalls zu Hauf. So werden zum Beispiel die VR-Brillen (ich berichtete bereits) hier mit einer Art Laufband verbunden,sodass die Laufwege der Spielers ins Spiel umgesetzt werden.

IMG_3995Dieses Gerät setzt die Fußbewegungen ins Spiel um.

Immer wichtiger werden auf der Gamescom auch die Let’s Player, also Menschen, die auf Videoplattformen (Twitch, Youtube) ihre Spielesessions übertragen. Viele der Let’s Player sind mittlerweile Berühmtheiten, dementsprechend groß sind die Schlangen für ein Autogramm. Auch in Halle 10 kann man die Sternchen persönlich treffen.

IMG_4002In der Halle 10 können Interessierte ihre Let’s Play-Sternchen treffen.

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Worte über ein Indie-Spiele verlieren, dass ich in der Halle 10 anzocken durfte. Black – The Fall heißt es und stammt vom Sand Sailor Studio aus Rumänien. Das Spiel soll die kommunistische Vergangenheit Rumäniens künstlerisch umsetzen. In einer Schwarz-Weiß-Optik à la Limbo, die nur durch ein, zwei Farbtupfer durchbrochen wird, muss sich der Spieler durch bedrückende Level schleichen, den Tod stets im Nacken. Denn die Sicherheitssysteme lauern überall, haben sie einem im Blick, ist das Leben kurz. In der Mitte der Demo erhält der Spieler eine Art Laserpointer, genannt “Designator”. Mit diesem kann er andere Levelbewohner gefügig machen und ihnen beispielsweise befehlen, ein Tor zu öffnen. Das Spiel gestaltet sich als eine Mischung aus Shooter und Puzzle. Und ist dabei bockschwer. Das mag teils an der Steuerung liegen, teils aber auch daran, dass der Spieler ohne viele Erklärungen seitens des Spiels auskommen muss. “Nur fünf bis zehn Leute schaffen die Demo pro Tag”,so Programmierer Razvan Dumitrache. Ich habe es geschafft und als Belohnung einen Laserpointer bekommen – jetzt bin ich mächtig stolz. Black – The Fall soll übrigens Frühling nächsten Jahres erscheinen.

Diese Cosplays machen die Gamescom bunter!

Der vierte Gamescom-Tag ist angebrochen, und wieder ziehe ich durch die Messehallen auf der Suche nach schönen Themen für euch. Dieses Mal bin ich bei den Cosplayern fündig geworden. Cosplayer gewanden und Schminken sich nach Vorbildern aus Computerspielen, Mangas oder Animes. In wochenlanger Arbeit entstehen unglaublich eindrucksvolle Kostüme. Auf der Gamescom laufen viele dieser Cosplayer herum, es gibt sogar ein eigenes “Cosplay Village”. Auf meiner Suche nach besonders schönen Kostümen bin ich einigen faszinierenden Geschichten begegnet. Zum Beispiel ist ein Paar im Hochzeits-Outfit gekommen, außerdem habe ich eine ganze Familie getroffen, die gewandet war. Aber seht selbst:

Cosplay (7)Andrea (24) und Marlen (25) haben sich von der Assassin’s Creed-Reihe inspirieren lassen. Auf der Gamescom laufen tatsächlich äußerst viele Ezios und andere Assassinen herum.

 

Cosplay (8)Tim (19) und Peter (20) haben sich ihren ganz eigenen Pip-Boy zusammengebaut. Das Besondere: Der Display ist ihr Handy. Die kommende Pip-Boy-Edition von Fallout 4 brauchen sie also gar nicht. Bestellt haben sie sie trotz allem.

 

Cosplay (9)Die 15-jährige Ann-Sophie hat sich in ein Black-Butler-Outfit geschmissen. Amüsant: Sie ist mit ihrer Mutter Petra (50) auf der Gamescom. Und Petra spielt tatsächlich ebenfalls, sogar fast noch mehr als ihre Tochter. Zur Zeit hat Guild Wars 2 ihr Herz gewonnen.

 

Cosplay (10)Julia (21) und Katharina (18) haben sich von Wolrd of Warcraft inspirieren lassen und wollen mit ihren Outfit auch den Kostümwettbewerb gewinnen.

 

Cosplay (11)Die 18-jährige Toffy stellt Caitlyn aus League of Legends dar.

 

Cosplay (12)Roxana (21) und Max (22) haben drei Wochen lang fast jeden Tag fünf Stunden für ihr Battleborn-Kostüm gearbeitet.

 

Cosplay (13)Luca (19) hat sich in ein Watch-Dogs-Outfit geschmissen und Vincent (ebenfalls 19) läuft im Stile von Hatsune Miku gekleidet auf der Gamescom herum.

 

Cosplay (14)Saskia (21) uns Jeremy (23) bleiben Pokémon treu.

 

IMG_3898Hier ist auch Team Rocket noch einmal dazugekommen.

 

Cosplay (15)Patricia (22) ist ein großer WoW-Fan.

 

Cosplay (1)Dannej (19) hat sich ebenfalls sehr viel Mühe mit seinem Kostüm gegeben.

 

Cosplay (2)Vanessa (23) und Jerry (24) sind den alten Batman-Comics schwer ergeben. Begleitet werden sie von Vanessas Familie, die dem Spiel Halo mit ihren Kostümen huldigt.

Cosplay (3)Cosplay (4)Derderia (20) und Julian (22) haben sich vor drei Jahren auf der Gamescom kennen gelernt. Letzten Monat haben sie sich das Ja-Wort gegeben. Ihre Kostüme sind gleichzeitig auch ihre Hochzeits-Outfits. Das ist wahre Gamer-Liebe!

 

Cosplay (5)Mark (23) verkörpert den Pyramide Head aus Silent Hill.

 

Cosplay (6)Und zu guter Letzt noch Diana (19). Sie hat sich gar keine spezielle Vorlage für ihr Cosplay genommen, sondern einfach ihrer Fantasie freien Lauf gelassen.

Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Herzblut die Cosplayer in ihre Kostüme stecken!

Ich werde jetzt weiterziehen. Eine Leserin hat sich gewünscht, dass ich doch auch mal in der Merchandise-Ecke vorbeischaue. Das werde ich gerne tun. Ich melde mich wieder!