Das Gamescom-Fazit

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Ende, aus, vorbei: Die Gamescom ist Schnee von gestern. Aber die letzten Stunden waren nochmal spannend und lehrreich. Für alle Lesefaulen hier ein Fazit im Video-Format:

Zuerst habe ich einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit unternommen. Die Gamescom hat ein kleines Spiele-Museum aufgebaut, in der alte Konsolen und Spiele ausgestellt und zum Großteil sogar spielbar sind.

IMG_4036Spielen wie damals ist auf der Gamescom ebenfalls möglich.

Im selben Abschnitt ist auch der Familien-Bereich der Gamescom untergebracht. Hier können die Sprösslinge kindgerechte Titel anzocken oder zum Beispiel ein Pacman-Brettspiel spielen.

IMG_4046Von wegen Pacman lässt Menschen vereinsamen! So werden Spiele kindgerecht verarbeitet.

Auch zwei Spiele konnte ich noch antesten. Da wäre einmal Verge. In dem Spiel schlüpft der Spieler in die Rolle eines Koma-Patienten, der in seinem Kopf verschiedene Rätsel meistern muss. Dafür kann er an bestimmten Punkten einen Alter Ego erschaffen und  in dessen Rolle schlüpfen. Dadurch hat Verge leichte Anleihen zu Portal oder The Swapper. In jedem Fall macht das Spiel in seinem düsteren Schwarz-Weiß-Look schon jetzt überaus Laune. Zumal das Artdesign nicht zu verachten ist: “Mit der Zeit werden die Räume immer konkreter, Ziegelsteine und anderes wird sichtbar”, erzählt Qualitäts-Tester Patrick Buss von FDG Entertainment. Unter anderem mit diesem Spiel will die Firma den Sprung von den iOS- und Android-Geräten zum PC schaffen.

Auch Dennis Witte aus Erfort hat große Pläne. Er entwickelt gerade sein Spiel Windscape. Auf der Messe konnten die Besucher das Rollenspiel in der frühen Alpha anzocken. Kurzerhand habe ich mir den Macher des Ein-Mann-Projekts gekrallt und ein paar Fragen gestellt:

Ich: Hey Dennis, das Spiel erinnert mich ein wenig an die Mischung aus Rollenspiel und Minecraft, war das die Inspiration?

Dennis: Den Gedanken haben viele. Tatsächlich habe ich mich von Zelda, Secret of Mana und Monster Hunter inspirieren lassen.

Ich: Magst du vielleicht ein wenig über den Inhalt von Windscape erzählen?

Dennis: Die Spielwelt besteht aus vielen verschiedenen schwebenden Inseln. Am Ende des Tutorials bekommt der Spieler ein Luftschiff, mit dem er die verschiedenen Inseln erreichen kann. Es gibt keine übergreifende Geschichte wie bei Zelda, sondern jede Insel hat ihre eigene Geschichte. Es gibt kein Aufleveln und oder Skills. Besser machen einen den Spieler die verschiedenen Ausrüstungen und Waffen.

Ich: Beim Anspielen sah das Spiel für mich mehr nach einem ganz klassischen Rollenspiel aus. Ist das so?

Dennis: Ich wollte bewusst ein gewohntes Feeling bieten. Ich muss das Rad ja nicht neu erfinden. Ich will das Spiel machen, dass ich als Kind gerne gespielt hätte.

Ich: Machst du das in Vollzeit?

Dennis: Nein. An zwei Tagen arbeite ich, um über die Runden zu kommen, und an den fünf anderen Tagen arbeite ich am Spiel.

Ich: Wie lange soll das Spiel denn werden?

Dennis: Das kommt vollkommen auf den Spieler an, ob er nur der Hauptstory folgt oder viel erforscht. Ich hoffe, dass das Spiel am Ende durchschnittlich 10, vielleicht auch 15 Stunden Spielzeit bietet. Aber man kann auch länger Spaß am Spiel haben, oder auch schneller durch sein.

Ich: Wann wird das Spiel denn erscheinen?

Dennis: Ich hoffe Ende Februar, Anfang März 2016. Aber ich kann nichts versprechen, ich arbeite ja alleine daran.

Ich: Und für welche Plattformen?

Dennis: Zuerst für PC, Linux und Mac, später dann auch wahrscheinlich für die Playstation 4, Xbox und die Wii U

Ich: Vielen lieben Dank!

Gestern hatte ich euch im Video versprochen, auch mal den Merchandise-Trick zu versuchen. Mir wurde von einem der Besucher gesagt, dass die Stände kurz vor Ende die richtigen teuren Artikel verschenken. Das stimmt tatsächlich. Zum Beispiel verschenken die Hardware-Stände auch ihre Mäuse, Tastaturen und Kopfhörer. Aber ein Metal-Konzert ist nichts gegen den Mob, der um diese Stände tobt. Leute, die auf den Boden gezerrt werden, inbegriffen. Ich habe wenigstens ein T-Shirt bekommen. Ist ja fast ein Keyboard…

Mit diesen weisen Worten verabschiede ich mich. Es war harte Tage, verdammt harte. Aber es war auch eine Erfahrung! Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht. Über Rückmeldung in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen!

Wir lesen uns!

IMG_4050Aus die Maus – hier zockt keiner mehr. Bis zum nächsten Jahr.

Diese Indie-Games sind einen Blick wert

Auch heute morgen habe ich wieder ein paar Schätze der Spielewelt abseits der großen Hallen gefunden: Ich habe mich ein wenig im Indie-Bereich umgeschaut. “Because life is too short to wait in line”,so ist das Motto dieses Bereichs. Diesem Leitsatz werden die Entwickler hier vollkommen gerecht. Wer sucht, der findet hier immer einen Computer, der gerade frei ist. Und anders als bei den großen Publishern, bei denen das Anspielen mehr einer Massenabfertigung ähnelt, nehmen sich die Entwickler hier wirklich Zeit für jeden Spieler. Wer Fragen hat, bekommt sie aus erster Hand beantwortet. Mehr noch, ich habe beim Testen die Freude der Entwickler darüber, dass ich Zeit mit ihrem Spiel verbringe, richtig spüren können.

Und es gibt in dieser Ecke der Gamescom wirklich gute Spiele. Natürlich reichen diese Kleinode in Puncto Grafik nicht an ihre großen Geschwister heran. Natürlich muss hier mit weniger Mitteln gearbeitet werden, fehlt doch oft ein großer Publisher. Der Qualität der Spiele tut das aber nicht wirklich keinen Abbruch.

Von der Idee her höchst interessant fand ich zum Beispiel “Infinite Scuba”, eine Taucher-Simulation. Die Entwickler legen hier großen Wert auf Realismus. Zum Beispiel kann der Spieler in tatsächlich existierende Wracks erkunden und Auszeichnungen erhalten, die es auch bei der wirklichen Tauchausbildung gibt. “Im Grunde ist das die Simulation von einer echten Welt an einem guten Tag”, so Kathie Flood. Extremfälle werden also außen vor gelassen. Neben dem spielerischen soll das Spiel auch einen erzieherischen Aspekt bieten. Zum Beispiel gibt es für alle Orte und Fische, die im Spiel vorkommen, ein kleines Lexikon. Eventuell soll das Spiel schlussendlich sogar für Lehrer kostenfrei zur Verfügung stehen. “Infinite Scuba” hat also definitiv den richtigen Ansatz. Um das Spiel wirklich lieben lernen zu können, braucht der Spieler wahrscheinlich aber viel Zeit. Ein schnelllebiges Hobby ist das Tauchen nunmal nicht.

IMG_4029Kathie Flood und Russ Glaeser entwickeln “Infinite Scuba”.

Wirklich gut gefallen hat mir auch “The Flock”. Dieses Spiel hat ein wenig Ähnlichkeit zu Evolve. Vier Spieler spielen gegeneinander. Anfangs sind sie alle das gleiche Monster, das namensgebende Flock. Doch sobald einer einen Lichtkegel gefunden hat, mutiert er. Da dieser Lichtkegel die spielentscheidenden Punkte aufs Konto des Spielers zieht, wird der Spieler, der ihn gerade besitzt, von den anderen gejagt. Beim ersten Anspielen war das Spiel für mich noch ein wenig unzugänglich. Zwei der Mitspieler hatten das Spielprinzip leider nicht verstanden (konnten die Entwickler es doch nur auf englisch erklären). So wollte irgendwie keine Stimmung aufkommen. Doch in der zweiten Runde konnte ich mit den Entwicklern spielen, die das Spiel bereits kannten, der Spielspaß stieg schlagartig. Wer also erstmal warmgeworden ist mit der Technik, wird dieses düstere Game lieben! Erscheinen soll das “The Flock” erst für den PC, später dann für Linux und Mac und schließlich für die Konsolen.

IMG_4033In “The Flock” kämpfen vier Spieler gegeneinander.

Noch einen kleinen Tipp möchte ich hier geben, und das nicht nur, weil der Entwickler kostenfrei Steam-Keys für sein Game verteilt. Metrico+ ist zwar wieder ein schwereres Spiel, dafür macht es aber wirklich Spaß. Ein wenig Ähnlichkeit hat es durchaus mit Antichamber, was nach den Entwickler auch eine Inspirationsquelle war. In einer sehr abstrakt gehaltenen Welt muss der Spieler Rätsel lösen. Soweit ist das noch nichts Besonderes. Allerdings muten die Rätsel fast schon mathematisch an, die Laufrichtung und Sprünge regulieren Ebenen in ihrer Höhe, so kann der Spieler Hindernisse überwinden. Was anfangs noch mit ein paar Sprüngen getan ist, endet in anspruchsvoller Knobelei. Spannend ist dabei die Musik, die ebenfalls Antichamber ähnelt: Mit der Zeit kommen immer mehr Instrumente zu den anfänglichen Tönen hinzu, der Spielfortschritt wird also hörbar. Metrico+ erscheint Anfang des nächsten Jahres für den PC.

Ebenfalls super waren zum Beispiel Tricky Towers (wie Tetris, nur ganz anders) und Hero Defense. Vielleicht kann ich dem später ein paar Worte widmen.

Und natürlich gab es auch ein, zwei Spiele, die mein Herz nicht ganz erobern konnten. Zum Beispiel Son of Nor. Die Idee, als Maya mit Telekinese die Umgebung zu verändern, ist zwar durchaus gut. Für ein bereits erschienenes Spiel ist die Steuerung allerdings zu hakelig, die Animationen weit hinter dem heutigen Standard, die Atmosphäre beim Anspielen Durchschnitt. Wem das nichts ausmacht, der bekommt hier sicher trotz allem ein paar spaßige Spielstunden.

Wirklich beeindruckend am Indie-Bereich: Hier bekommen die Besucher schneller die Spiele in Form von Steam-Keys nachgeschmissen, als sie “Promo” sagen können. Während man bei den meisten großen Entwicklern nur mit Glück mit einem T-Shirt rechnen kann, kriegt man bei den Indies gleich das ganze Game – super Service.

Das extremste Cosplay der Convention

Hier noch ein abschließendes Video zum Tag, in dem ich kurz über die Cosplays und Black – The Fall spreche:

Und noch ein letztes Cosplay habe ich hier für euch. Ein Herr, der sich als Big Daddy aus Bioshock verkleidet hat. Ein halbes Jahr hat der Maler und Lackierer für das Outfit gebraucht. Angesteckt dazu hat ihn seine Tochter. Das Kostüm braucht sogar einen eigenen Hänger, um transportiert zu werden. Damit ihm nicht zu warm wird, hat der Big Daddy im Innenraum Ventilatoren angebracht.

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Abseits der Wege auf der Gamescom

Auch, wer die Hauptwege der Gamescom verlässt und sich in den anderen Hallen umsieht, kriegt einiges geboten. Merchandise, Innovationen und Indie-Games, hier gibt es alles mögliche.

Als erstes habe ich heute Nachmittag einen Blick auf die Merchandise-Halle gewagt. Eine Leserin fragte, wie groß hier wohl die Relevanz für die Gamescom sei. Das kann ich natürlich objektiv nicht beurteilen. Der Menge der Leute nach, die sich hier tummeln, ist der Merchandise für die Gamescom aber durchaus wichtig. Einfacher wie hier geht es eben nirgends, eine Figur von seinem Lieblings-Protagonisten zu erstehen. Alles mögliche rund um die Themen Manga, Comic und Spiele wird hier verkauft, besonders oft gibt es kleine Aufstell-Figuren und T-Shirts zu erstehen.

In der Halle 10, die ebenfalls eher am Rande liegt, kriegt der Besucher auch nicht wenig zu sehen. Hier wird zum Beispiel alles vorgestellt, was über die Software hinaus geht. Beispielsweise werden hier extra Spiele-Sessel ausgestellt. Aber natürlich gibt es auch Soundsysteme und High-End-PCs zu begutachten. Außerdem sind hier auch kleine Organisationen wie die Gamechurch zu finden. Diese Gruppe verbindet Christentum mit Gamertum und verteilt Bibeln mit Gamer-Zitaten.

Innovationen finden sich in der Halle 10 ebenfalls zu Hauf. So werden zum Beispiel die VR-Brillen (ich berichtete bereits) hier mit einer Art Laufband verbunden,sodass die Laufwege der Spielers ins Spiel umgesetzt werden.

IMG_3995Dieses Gerät setzt die Fußbewegungen ins Spiel um.

Immer wichtiger werden auf der Gamescom auch die Let’s Player, also Menschen, die auf Videoplattformen (Twitch, Youtube) ihre Spielesessions übertragen. Viele der Let’s Player sind mittlerweile Berühmtheiten, dementsprechend groß sind die Schlangen für ein Autogramm. Auch in Halle 10 kann man die Sternchen persönlich treffen.

IMG_4002In der Halle 10 können Interessierte ihre Let’s Play-Sternchen treffen.

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Worte über ein Indie-Spiele verlieren, dass ich in der Halle 10 anzocken durfte. Black – The Fall heißt es und stammt vom Sand Sailor Studio aus Rumänien. Das Spiel soll die kommunistische Vergangenheit Rumäniens künstlerisch umsetzen. In einer Schwarz-Weiß-Optik à la Limbo, die nur durch ein, zwei Farbtupfer durchbrochen wird, muss sich der Spieler durch bedrückende Level schleichen, den Tod stets im Nacken. Denn die Sicherheitssysteme lauern überall, haben sie einem im Blick, ist das Leben kurz. In der Mitte der Demo erhält der Spieler eine Art Laserpointer, genannt “Designator”. Mit diesem kann er andere Levelbewohner gefügig machen und ihnen beispielsweise befehlen, ein Tor zu öffnen. Das Spiel gestaltet sich als eine Mischung aus Shooter und Puzzle. Und ist dabei bockschwer. Das mag teils an der Steuerung liegen, teils aber auch daran, dass der Spieler ohne viele Erklärungen seitens des Spiels auskommen muss. “Nur fünf bis zehn Leute schaffen die Demo pro Tag”,so Programmierer Razvan Dumitrache. Ich habe es geschafft und als Belohnung einen Laserpointer bekommen – jetzt bin ich mächtig stolz. Black – The Fall soll übrigens Frühling nächsten Jahres erscheinen.

Diese Cosplays machen die Gamescom bunter!

Der vierte Gamescom-Tag ist angebrochen, und wieder ziehe ich durch die Messehallen auf der Suche nach schönen Themen für euch. Dieses Mal bin ich bei den Cosplayern fündig geworden. Cosplayer gewanden und Schminken sich nach Vorbildern aus Computerspielen, Mangas oder Animes. In wochenlanger Arbeit entstehen unglaublich eindrucksvolle Kostüme. Auf der Gamescom laufen viele dieser Cosplayer herum, es gibt sogar ein eigenes “Cosplay Village”. Auf meiner Suche nach besonders schönen Kostümen bin ich einigen faszinierenden Geschichten begegnet. Zum Beispiel ist ein Paar im Hochzeits-Outfit gekommen, außerdem habe ich eine ganze Familie getroffen, die gewandet war. Aber seht selbst:

Cosplay (7)Andrea (24) und Marlen (25) haben sich von der Assassin’s Creed-Reihe inspirieren lassen. Auf der Gamescom laufen tatsächlich äußerst viele Ezios und andere Assassinen herum.

 

Cosplay (8)Tim (19) und Peter (20) haben sich ihren ganz eigenen Pip-Boy zusammengebaut. Das Besondere: Der Display ist ihr Handy. Die kommende Pip-Boy-Edition von Fallout 4 brauchen sie also gar nicht. Bestellt haben sie sie trotz allem.

 

Cosplay (9)Die 15-jährige Ann-Sophie hat sich in ein Black-Butler-Outfit geschmissen. Amüsant: Sie ist mit ihrer Mutter Petra (50) auf der Gamescom. Und Petra spielt tatsächlich ebenfalls, sogar fast noch mehr als ihre Tochter. Zur Zeit hat Guild Wars 2 ihr Herz gewonnen.

 

Cosplay (10)Julia (21) und Katharina (18) haben sich von Wolrd of Warcraft inspirieren lassen und wollen mit ihren Outfit auch den Kostümwettbewerb gewinnen.

 

Cosplay (11)Die 18-jährige Toffy stellt Caitlyn aus League of Legends dar.

 

Cosplay (12)Roxana (21) und Max (22) haben drei Wochen lang fast jeden Tag fünf Stunden für ihr Battleborn-Kostüm gearbeitet.

 

Cosplay (13)Luca (19) hat sich in ein Watch-Dogs-Outfit geschmissen und Vincent (ebenfalls 19) läuft im Stile von Hatsune Miku gekleidet auf der Gamescom herum.

 

Cosplay (14)Saskia (21) uns Jeremy (23) bleiben Pokémon treu.

 

IMG_3898Hier ist auch Team Rocket noch einmal dazugekommen.

 

Cosplay (15)Patricia (22) ist ein großer WoW-Fan.

 

Cosplay (1)Dannej (19) hat sich ebenfalls sehr viel Mühe mit seinem Kostüm gegeben.

 

Cosplay (2)Vanessa (23) und Jerry (24) sind den alten Batman-Comics schwer ergeben. Begleitet werden sie von Vanessas Familie, die dem Spiel Halo mit ihren Kostümen huldigt.

Cosplay (3)Cosplay (4)Derderia (20) und Julian (22) haben sich vor drei Jahren auf der Gamescom kennen gelernt. Letzten Monat haben sie sich das Ja-Wort gegeben. Ihre Kostüme sind gleichzeitig auch ihre Hochzeits-Outfits. Das ist wahre Gamer-Liebe!

 

Cosplay (5)Mark (23) verkörpert den Pyramide Head aus Silent Hill.

 

Cosplay (6)Und zu guter Letzt noch Diana (19). Sie hat sich gar keine spezielle Vorlage für ihr Cosplay genommen, sondern einfach ihrer Fantasie freien Lauf gelassen.

Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Herzblut die Cosplayer in ihre Kostüme stecken!

Ich werde jetzt weiterziehen. Eine Leserin hat sich gewünscht, dass ich doch auch mal in der Merchandise-Ecke vorbeischaue. Das werde ich gerne tun. Ich melde mich wieder!

Gamescom: ein riesiger Freizeitpark!

Erst einmal für alle die es (unten) nicht lesen wollen, hier meine Tops und Flops der Messe im Video-Format:

Wie angekündigt, habe ich mich nach der Mittagspause weniger in den Gaming-Räumen herumgetrieben, als viel mehr mitten im Publikum. Ich wollte einfach wissen, was das so für Menschen sind, die zur Gamescom kommen. Dabei habe ich zum Beispiel Anna aus Berlin getroffen. Einen Auszug von unserem Gespräch möchte ich hier in Interview-Form wiedergeben:

Ich: Hey Anna, sag, warum bist du auf der Gamescom?

Anna: Ich bin vor allem hier, weil ich League of Legends und World of Warcraft spiele. Aber auch, um meinen Bruder zu begleiten.

Ich: Und was hast du dir schon angeschaut?

Anna: Bei Blizzard alles, Final Fantasy 15 und Anno 2205, da haben wir aber nur kurz vorbeigeschaut.

Ich: Und was hat dir besonders gefallen?

Anna: Definitiv Final Fantasy. Da sind wir zehn Minuten angestanden, um dann auf die Bühne gerufen zu werden und das Spiel selbst auszuprobieren. Die haben uns auch alles erklärt, während wir das gespielt haben. Und das Spiel hat wirklich Spaß gemacht. Außerdem haben wir ein T-Shirt gewonnen. Das hat mich echt begeistert. Das werde ich mir auch zu Hause holen.

Ich: Und wie ist so dein allgemeiner Eindruck von der Messe?

Anna: Es ist beschissen ausgeschildert und ziemlich voll, aber die Stände haben sich echt Mühe gegeben.

Ich: Ich danke dir!

IMG_3745Das ist Anna. Sie hat mir brav meine vielen Fragen beantwortet.

Außerdem habe ich noch den 22-jährigen Luca getroffen, der sogar für zwei Tage aus der Schweiz angereist ist. Er war, wie viele andere Besucher, geschickt, und hat sich einen Camping-Stuhl mitgenommen. Sein Favorit: FIFA 16. “Da ist es nicht mehr so einfach, zum Tor durchzukommen. Die künstliche Intelligenz wurde echt verbessert”, so Luca.

Auf meinem Streifzug bin ich ebenfalls einem älteren Pärchen begegnet. Auch dieses (recht spärliche) Interview soll hier Platz finden:

Ich: Sie sehen nicht aus wie die typischen Gamescom-Besucher, spielen Sie?

Das Paar: Gelegentlich. Aber eigentlich sind nur unsere Kinder hier.

Ich: Und dann schauen Sie sich auch Spiele an?

Das Paar: Notgedrungen.

Ich: Und wie finden Sie die Messe?

Das Paar: Anstrengend.

Ich glaube, so geht es vielen Eltern hier ;-)

Und dann ist da noch Max. Max kommt aus Ulm und ist ein ganz besonderes Messebesucher. Obwohl er ein großer Spielefan ist, spielt er nämlich kein einziges Spiel auf der Gamescom an: “Ich bin nur wegen des Merchandise hier”, gibt der 16-Jährige zu. Der Ulmer hat neben T-Shirts unter anderem sogar ein Vollpreis-Spiel (Lego Dimensions) gewonnen. Ich habe mich dann mal an die Fersen von Max gehängt, um herauszufinden, wie ich denn besonders effektiv Merchandise einsammeln kann. Also sind wir beide zur Final-Fantasy-Bühne. Auf dieser und vieler anderer Bühnen wechseln sich Spiele-Präsentation und etwas, das sich mit Karneval vergleichen lässt, ab. Also werden zwischen den Trailern Schlüsselanhänger, T-Shirts und anderer Kram ans Publikum weitergegeben – wenn es denn nur laut genug den Namen des Spiels schreit. “Am besten, du gehst ganz weit nach vorne. Und natürlich musst du zur Not auch springen”, gibt mir Max ein paar Tipps. Trotzdem haben wir dieses Mal beide kein Glück. Aber wenigsten hat sich der Blick auf Final Fantasy 15 gelohnt, so ich das beurteilen kann. Die Vermischung aus Realität und Fantasy sieht vielversprechend aus.

Ein kurzer Abschnitt soll hier auch noch meinem Erlebnis mit Call of Duty: Black Ops 3 gewidmet sein. Besonders schön fand ich, dass jeder der Anspieler am Ende gratis ein T-Shirt bekommen hat. Weniger schön war, dass ein Bug während des Anspielens den Neustart einer ganzen Reihe von Computern verlangt hat. Das hat mich skeptisch gemacht. Spaß hat’s gemacht, meine Art Spiel wird es trotzdem nicht.

 

Tops und Flops

Ein letztes Kapitel noch zu den Tops und Flops der Messe. Für alle Lesefaulen habe ich hierzu aber auch ein Video.

Flops:

  • Gamepads: Bis heute Abend dachte ich, ich wäre alleine mit diesem Problem. Aber offensichtlich geht es auch anderen so: Dass so ziemlich alle Spiele nur mit Gamepad spielbar sind, ist ein Nachteil. Gerade bei Shootern ist das eigentlich ein NoGo.
  • Kaum Infos: Sowohl die Beschilderung in den Hallen ist schlecht als auch die Infos der einzelnen Publisher. So verirren sich viele Spieler und stehen lange an Schlangen, nur, um am Ende nur ein Video zu sehen. Schade.
  • Lautstärke: Es ist schlicht zu laut. Und damit meine ich nicht die Besucher, die können ja nichts dafür. Ich meine die Shows. Die Boxen sind mitunter weiter aufgedreht als nötig (die Gamer würden wohl sagen: It’s over 9000), so dass die Ohren wirklich zu leiden haben.
  • Es ist zu voll: Auch dafür können die Besucher wenig, wohl aber die Koelnmesse. Es ist verständlich, dass eine Messe voll ist. Aber wenn die Sicherheit darunter leidet (sowieso habe ich weder Feuerwehr noch Sanitäter gesehen), ist das bedenklich.

Tops:

  • Tolle Security: Die Security-Männer an den einzelnen Ständen sind zum Großteil echt nett und auch gerne für ein Späßchen bereit. Das macht Laune.
  • Merchandise: Wenn man bei einem Call of Duty aus Prinzip ein T-Shirt und bei Deus Ex eine Minifigur bekommt, ist das große Klasse. Auch wenn andere sich über weniger Merchandise als die letzten Male beschweren, ich finde es okay so, wie es ist.
  • Geringe Wartezeiten: Wider erwarten sind die Wartezeiten meist echt moderat. Ich habe bisher nicht länger als 50 Minuten gewartet (zugegeben, andere erzählen anderes). Über so kurze Wartezeiten kann ich mich nicht beschweren. Zumal sich die Publisher echt Mühe geben, siehe Bethesda mit ihrem 300-Mann-Kino.
  • Die Aufbauten: Was die jeweiligen Stände aufgebaut haben, ist ein einziger Freizeitpark: gigantisch. Gestern habe ich ja schon von Homefront erzählt, und der Palast von EA steht dem in nichts nach. Große Lichtshows, riesige Beamer, Autos etc. Das macht einiges her! Sogar die kleinen Entwickler versuchen, ihren Stand attraktiv zu gestalten.

Morgen mache ich eine kleine Pause, bin aber ab Samstag wieder für euch vor Ort!

IMG_3782Feierabend! Am Samstag geht es dann weiter.

Fallout 4, Deus Ex, Hitman! So sieht die Gamescom an Tag 2 aus!

Es ist voll auf der Gamescom – so richtig voll. Ab Dortmund fahren Sonderzüge von der Bahn, die allerdings ab Duisburg schon keinen Platz mehr haben. Und genauso sieht es in den Messehallen der Top-Spiele aus. Trotzdem habe ich mich nochmal ins Getümmel gewagt.

Eine Leserin hat sich auf Facebook gewünscht, dass ich mir doch einmal für sie Fallout 4 anschaue. Tatsächlich war die Schlange bereits kurz nach Messeeröffnung schon weit länger als die Absperrbänder. Das Lustige dabei: Auf den ersten Blick sieht es so aus, als sei die Reihe der Wartenden gar nicht so lange. Erst die Security weist die meisten darauf hin, dass die Schlange dann nochmal um die Ecke geht – und dann nochmal. Lange warten mussten wir trotzdem nicht. Bethesda hat ein 300-Mann-Kino aufgebaut, nach einer halben Stunde saßen bzw. standen wir schon drin. Anspielen dürfen die Besucher der Gamescom das Spiel nicht, wohl aber wird einiges an Gameplay gezeigt. “Wir würden dem Spiel nicht gerecht, wenn wir euch nur 20 Minuten anspielen lassen würden”, so die Begründung von Bethesda. Klingt logisch, wenn auch traurig. Wie auch schon in den ersten Trailern ersichtlich, ist das Spiel deutlich bunter als noch der Vorgänger. Vielleicht sogar schon ein wenig zu bunt, schließlich geht es hier um eine Apokalypse nach einer Atomexplosion. Gezeigt wurden vor allem Kampfszenen. Die kann der Spieler auf zwei Arten bewältigen: Entweder schießt er in Echtzeit, spielt Fallout 4 also wie einen klassischen Shooter. In einer weiteren Ansicht (dem V.A.T.S.) geht es weit taktischer vor sich: Die Zeit wird verlangsamt und der Spieler kann anwählen, auf welche Körperteile er zielen möchte. Das war im Vorgänger bereits ähnlich. Allgemein haben wir auf der Gamescom zu Fallout 4 nicht viel Neues gesehen. Martialisch ist, wie den Gegner mitunter Körperteile weggeschossen werden. Die Explosionen sehen ebenfalls sehr spektakulär aus. Und allgemein ist das Fallout-Universum einfach spannend.

IMG_3722Das Kino von Fallout 4 hat eine Shelter-Optik – und eine riesige Schlange (hier nur ein Ausschnitt).

Im Anschluss habe ich mir dann noch Deus Ex: Mankind Divided und Hitman angeschaut. Bei ersterem waren die Wartezeiten richtig lang. Beide Spiele werden in nur einem Kino vorgestellt, so entsteht der Rückstau.

Deus Ex: Mankind Divided, das Spiel über Augmentierungen und Verschwörungen im Jahr 2029, hat denselben Look wie sein Vorgänger: Immer noch erstrahlt alles im gelb-schwarzem Stil. Ich persönlich finde das super. Auch die neuen Augmentierungen (also körperlichen Verbesserungen), mit denen der Held ausgerüstet werden kann, sehen nett aus. So kann er mit einem Tesler-Angriff gleich vier Gegner nicht-tödlich umlegen. Allgemein soll es jetzt aber auch für diejenigen, die lieber schießen als schleichen, mehr Vorteile geben. “So viel ist aber nicht neu”, meint der 18-jährige Ludwig nach der Präsentation. Recht hat er – leider.

IMG_3735Endlich ein vernünftige Goodie! Bei Deus Ex bekommen die Besucher einen Mini-Adam Jensen.

In der Video-Vorstellung von Hitman wird die Infiltration einer Modeschau gezeigt. Ganz nach Hitman-Manier bringt der Gamer Agent 47 in verschiedenen Kostümen durch die Sicherheitszonen und ermordet die Zielperson im Anschluss mit der herunterfallenden Dekoration. Das sieht super aus, bringt aber auch mehr vom immer gleichen. Wenigstens soll es jetzt wieder offenere Levels geben, so wird die Entscheidungsfreiheit erweitert. Nervig: Beim Video sind Klon-Gesichter an der Tagesordnung,so unterschiedlich, wie die Figuren der Spielwelt laut der Entwickler sein sollen, sind sie leider nicht. 90 Prozent der Modeschau-Besucher sind blond und sehen gleich aus, sicher alles Geschwister. Dafür reagieren sie recht realistisch auf die Aktionen des Spielers. Jedenfalls habe ich Lust bekommen, wieder mit Agent 47 loszuziehen.

Jetzt werde ich mal ein paar der Besucher nach ihren Highlights befragen. Ich bin gespannt!

Gamescom: Falsche Türe, richtiges Erlebnis.

Der Gamescom-Nachmittag war mit das Merkwürdigste, was ich seit langer Zeit erlebt habe: Gerade die Spiele, die ich eher per Zufall angespielt habe, waren die denkwürdigsten. Da wäre zum Beispiel Assassin’s Creed Syndicate. Eigentlich wollte ich da gar nicht anstehen. Weil Assassins Creed seit Ewigkeiten immer nach dem gleichen Muster verläuft und Ubisoft gefühlt jedes halbe Jahr einen neuen Serienableger veröffentlicht. Aber dann war die Schlange so schön kurz…

De facto bin ich 20 Minuten lang in einer wunderschönen Welt versunken. Ja, es ändert sich tatsächlich nicht viel. Immer noch geht es darum, als Assassine auf Türme zu steigen und an Wänden herumzukrackseln. Aber andererseits finde ich das neue Setting wunderbar: Der neue Serienteil spielt im London in der Zeit der industriellen Revolution. Auf der Gamescom konnten wir Besucher den Tower erklimmen, unglaublich spaßig. Außerdem kann man jetzt erstmals auch eine Frau spielen. Das ist auch nichts Weltbewegendes, aber Evie (so heißt die Gute) spielt sich trotzdem recht spaßig. Außerdem hat das Mädel einen Greifhaken, mit dem sie Seile über Abgründe spannen kann. Fesch!

Need for Speed war wie erwartet: Tatsächlich kehrt der neue Teil zurück zu den alten Underground-Ablegern, was ich persönlich für eine großartige Entscheidung halte. Gut aussehen tut er auch allemal, nur mit meiner Wegfindung hatte ich so meine Probleme. Das mag aber durchaus auch an mir liegen.

IMG_3713Sieht ziemlich gut aus: Der Stand von Need for Speed mit – wer hätte es gedacht- Autos

Eigentlich wollte ich dann kurz vor Ende noch zu Call of Duty, das habe ich in der Preview schließlich versprochen. Ich stand dann auch brav da an, wo ich dachte, dass es zu Call of Duty geht und habe mich nur gewundert, warum die Schlange so kurz ist. Als ich dann in den Vorführraum geleitet wurde, habe ich mich nicht schlecht gewundert. Denn so, das weiß sogar ich, sieht kein Call of Duty aus. Um es kurz zu machen: CoD war im selben Kubus, aber eine Türe weiter. Ich bin ganz unvermittelt in Until Dawn gelangt. Mein bester Fehler seit langer Zeit.

Denn dieses Spiel hätte ich sonst ganz sicher verpasst. Until Dawn ist wie Heavy Rain, nur mit einer Alan Wake-Story. Wem beides nichts sagt: Heavy Rain ist ein interaktiver Film. Je nachdem, wie sich der Spieler an gewissen Punkten entscheidet, verläuft dieser Film plötzlich anders. Alan Wake wiederum ist ein Spiel gewordener Stephen King Roman über einen Schriftsteller, der in eine Horrorszenario gerät. Beides zusammen ergibt eben Until Dawn. Eine Gruppe Jugendliche macht in einer Berghütte Urlaub, aber dann treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Im Gamescom-Preview konnten wir eine längere Passage des Spiels anzocken. Unter anderem entkommt der Spieler einer Herde Hirsche und erlebt den Einsturz eines Funkturms näher, als ihm lieb ist. Das alles ist nicht ganz frei von Klischees, macht aber trotzdem Spaß, finde ich.

Morgen will ich dann ein paar Tops und Flops der Messe zusammentragen und auch die ersten Nicht-Fachbesucher befragen. Was würdet ihr gerne lesen? Sagt es mir gerne!

IMG_3698Gekonnt: Bei Horizon konnten die Wartenden sitzen.

Und hier findet ihr noch ein kleines Video-Fazit zum ersten Gamescom-Tag ;)

 

Homefront: The Revolution und Kingdom Come: Deliverance

Nach drei weiteren Stunden folgt hier wieder eine kleine Zwischenmeldung:

Zwei Spiele konnte ich in der Zeit etwas intensiver antesten, zum einen Kingdom Come: Deliverance, zum anderen Homefront: The Revolution. Dass die Spiele beide auf der Gamescom zu finden sind, ist das einzige, was sie gemeinsam haben.

Ersteres steht verlassen irgendwo in einer leeren Halle, ist ein Rollenspiel und mein persönlicher Geheimtipp.

Letzteres steht, umströmt von Menschenmassen, in einer der größeren Hallen und ist ein First-Person-Shooter.

Zuerst zu Kingdom Come: Das Spiel, von einem kleinen Entwicklerstudio namens Warhorse in Polen produziert, soll das bisherige Rollenspiel-Genre mächtig aufmischen. Statt einen Zauberer oder mächtigen Ritter spielen wir hier nämlich einen kleinen Mann im Böhmen des Mittelalters. Magie und Drachen sind Fehlanzeige, das Spiel setzt vollkommen auf Realismus – im spielbaren Rahmen. Damit geht das Studio einen Schritt in eine vollkommen neue Richtung. Auf der Messe anspielen durfte ich einen Schwertkampf. Erstmal läuft alles wie gehabt: Questgeber ansprechen, zwischen verschiedenen Sprüchen auswählen und los geht das Kampf-Tutorial. Der Schwertkampf selbst spielt sich aber dann deutlich anders. Wer das “einfach draufschlagen und blocken” aus anderen Spielen kennt, wird hier – wie ich – erstmal ziemlich verzweifeln. Tatsächlich sind Kleinigkeiten wie Blickrichtung im Kampf nicht unentscheidend, dann gibt es dazu noch die anspruchsvollen Kombos und vieles mehr. Mit ein wenig Übung funktioniert das dann tatsächlich auch, einfach ist es trotzdem nicht. Kingdom Come ist eben kein Casual-Game, sondern schon fast eine Mittelalter-Simulation: “Oft kommen Anfragen in unserem Forum, ob wir nicht diese oder jene Rüstung dazunehmen können. Das wird dann erstmal geprüft, ob es diese Rüstung zu der Zeit in Böhmen überhaupt gab”, erzählt ein Forums-Manager des Spiels. Aber gerade dadurch gewinnt das Game für mich an Faszination, weil genau so eine Epoche erlebbar und erlernbar wird.

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Kingdom Come: Deliverance hat ein paar stylische Ritter zu bieten.

Und dann wäre da noch Homefront: The Revolution. Hier ist alleine schon der Aufbau irre: Suchscheinwerfer umschwirren die Wartenden, Wachen maschieren auf und ab, Sicherheitsgitter sind um die Anspiel-Area angebracht. Und auch die folgende Video-Präsentation hat theatrale Einlagen. So stürmen zum Beispiel Aufständische die Halle. Der Aufwand, der hier betrieben wurde, ist gigantisch. Das Spiel selbst ist, was ich nach dem Einführungsvideo und den zehn Minuten Anspielzeit erlebt habe, ein vernünftiger Shooter. Wir spielen einen Rebellen, der sich gegen die herrschende Macht auflehnt. Zu spielen ist ein Szenario inmitten eines Bürgerkrieges. Das ist tatsächlich sehr lebendig, vor allem im gezeigten Video werden verschiedenste Taktiken gezeigt, trotz allem hatte ich immer das Gefühl, das alles schon mal gesehen zu haben. Die Überwachungsdrohnen beispielsweise haben eine starke Ähnlichkeit mit den Drohnen, die schon in Half Life 2 herumschwirrten, und das ist nun auch schon zehn Jahre alt.

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Der Aufbau für Homefront war schlichtweg gigantisch. Das Spiel dann hingegen weniger.

An die Schlangen bei EA habe ich mich bisher nicht gewagt. Star Wars Battlefront ist natürlich unglaublich beliebt, nahezu ebenso lang sind die Reihen der Wartenden bei Need for Speed. Aber gut, da muss man (also ich) wohl durch ;-)

Ich melde mich auf jeden Fall wieder!

Das geht in der ‘business area’

Nach den ersten Stunden melde ich mich mal kurz aus dem Wust des Spielemarktes. Vorab: Natürlich habe ich es nicht mehr zur EA-Pressekonferenz geschafft. Dafür habe ich mal in der “business area” umgeschaut, heute Nachmittag werde ich mich dann zum Entertainment Bereich begeben.

Wirklich genial: Ich konnte endlich mal live eine Oculus Rift ausprobieren! Für Neulinge: Die Oculus Rift ist eine Art Brille, mit der sich der Spieler digital umschauen kann. Das heißt konkret: Du kannst dich in einer Welt umschauen, die gar nicht existiert. Ausprobiert habe ich das Gerät bei der Firma “Application Systems Heidelberg”. Die hat zwar nicht die Oculus, aber ein Spiel dazu programmiert.

Der Spieler befindet sich auf einer Wiese vor einer Konstruktion, in der Lichtstrahlen herumfliegen. Diese Lichter müssen zu Blüten gelangen, damit diese aufblühen. Dazu muss der Spieler Steine und sonstiges aus dem Weg räumen, Spiegel umdrehen etc. Das Geniale: Der Spieler hat weder Maus noch Gamepad, sondern die Bewegungen werden mit der Kamera registriert und im Spiel umgesetzt. Das klappt tatsächlich relativ gut. Und die Oculus Rift aufzuhaben, ist definitiv ein Erlebnis. Es ist, als ob du in einer neuen Welt wärst. Zwar sind die Texturen und alles noch ein wenig schwammig, aber das ist okay. Lustig ist der Grund, warum die deutschen Entwickler das Game überhaupt machen: “Dieses Spiel ist bewusst meditativ gemacht, damit den Leuten nicht schwindlig wird”, so die Entwickler. Denn das ist das große Problem der Brille: Noch kommt das Gehirn mit der Rundumsicht nicht immer zurecht, vielen Menschen wird schwindelig

IMG_3669Sieht lustig aus, macht aber mega Spaß: Die Oculus Rift.

Interessant war es auch, bei den belgischen Entwicklern vorbeizuschauen. Die belgische Gaming-Szene ist gerade erst im Kommen, also besteht hier vieles aus Indie-Games (Spiele, die keinen großen Publisher haben und deshalb etwas kleiner geraten sind). Bei “Bombslinger” habe ich mich in der Vogelperspektive durch eine Wüstengegend gebombt, und bei Afterloop durfte ich mich mit einem an Wall-E anmutetenden Roboter durch Schiebepuzzle rätseln. Hier werde ich später nochmal vorbei schauen, außerdem folgen da ein paar mehr Infos in der Print-Ausgabe vom GrenzEcho.

IMG_3679So sieht Bombslinger aus

Definitiv sehenswert war auch Shiness – ein Spiel, das vom französischen Focus Home Interactive produziert wird. Dieses Spiel vermischt Rollenspiele mit einem Beat ’em up-Kampfsystem à la Dragon Ball oder Tekken. Das ganze kommt in einer knuffigen, bunten Manga-Optik daher, soll aber den Entwicklern nach auch ernste Themen behandeln. Beim Zuschauen machte des Spiel auch schon richtig Laune. Grafisch wird es keine Preise gewinnen, muss es ja aber auch nicht, wenn das Gameplay stimmt.

Einzige traurige Nachricht: Von Fallout 4 gibt es nur eine Präsentation zu sehen. Dafür lohnt sich nicht, in der Reihe zu stehen.

Nun gebe ich mich mal in die großen Hallen und versuche, vor dem großen Andrang noch den einen oder anderen Blockbuster zu sehen. Wünscht mir Glück!